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Nichts reimt sich auf den "Menschen"
diesen Tantaliden
In Göttermahl und Hölle
ist er aufgegliedert:
Insektenhaft sind Tropfenleib
und Sinn geschieden
Die Sucht verbrennt womit sein
Herz sich stolz befiedert
Verstand zwar scheint auf alles
einen Reim zu finden
Ins Lächerliche zerrt er
doch die Oberflächen
Die er versucht mit seinen Witzen
zu entzünden
Die Pointe will die Bilder biegen
bis sie brechen
So daß die Sterne scheu
vor meinem Blick entweichen
Ein Hohlraum bläht sich
auf vor meinen Hungerblicken
Ich kann die violetten Tiefen
nicht erreichen
Ich müßte denn mich
in den Horizont entrücken
In dem die parallelen Strahlen
sich berühren
Dem Punkt der meinem Sehnen gradewegs
entflieht
Soll ich in Schmerz verzückt
mich in der Lust verlieren
Die der Narkissen und Märtyrer
Fleisch durchzieht?
Der Hunger der durch meine Glieder
wühlt
Musik wie von zerfleischten Flöten
Von würgenden Orgasmen –
mich zu töten
Ein Korn das seine Mühle
fühlt
Daß selber ich die Räder
treiben muß
Die mich ergreifen und zerreißen
Die Flammenwagen die von Schmerzen
gleißen –
Ist unerträglicher Genuß
Verzeih mir daß ich keine
Worte finde
Dich zu betören keinen Zauberklang
–
Und bin doch ganz erfüllt
von innen her
Von Dir von Dir von Deinem Bild
in mir –
Verzeih dies Stammeln. Worte
sind es nicht
Die ich Dir sende. Worte wag
ich nicht.
Mein Herz allein mit wilden Paukenschlägen
Will alle meine Seufzer übertönen
–
Hörst Du wie sich die Seelenwoge
bricht?
Mein Herz verrät mich –
hörst Du seine Brandung?
Das Rauschen? Meines Blutes Sturmgesang?
Verzeih – ich will Dich wrklich
nicht erschrecken.
Wovon die Seele voll ist soll
der Mund
Still schweigen. Und doch ist
es dieses Schweigen
Dies stumme Lied das alles in
sich zieht.
Das mich ertränkt im Untergang
der Sonne
Im Abendrot der Sehnsucht und
der Scham.
Mein Herz verschlägt sich
zitternd weh und bang,
Wenn es Dich denkt Dich fühlt
in allen Nächten
Dein Auge sucht. Und nichts erscheint
mir heller
Als Deiner schwarzen Sterne Licht.
So schön
Wie Dein Gesicht, so zart, so
unbeschreiblich
Entzückend weiß ich
nichts wie Deine Lippen
Die aufeinander ruhn in ewgem
Kuß
Unmerklich sanft einander still
genießen
Und wissen nichts von ihrer Himmelsüße.
Wenn sie in Deinem Lächeln
voneinander
Ein wenig sich bewegen und sich
trennen –
Wie selig müssen sie einander
finden
Wenn ernst Du wieder schließt
den Mund – wenn sie
Einander wieder mild und leicht
berühren?
Denn dieses eine weiß ich
ganz gewiß:
Nichts ist und niemand ist und
kein Geschöpf
Dem sovie Annmut soviel Reiz
entspringt
Wie diesem zarten Paar wenn es
nur still
Sich öffnet kaum und ernst
sich wieder schließt
Im Lächeln sanft und ruhig.
Dies leise Bild
Der Zärtlichkeiten – still
– unmerklich fast –
Dies Bild ist was die Seele mir
zerreißt – –
So stottre ich und finde keine
Worte
Dich zu betören keinen Zauberklang
–
Und bin doch ganz erfüllt
von innen her
Von Dir von Dir von Deinem Bild
in mir
Ein
Augenblick
Vorbei
Und wieder nur vorbei
Ach daß der Blitz der Wirklichkeit
– vorbei
Daß er
Nur wiederkehre – ach
Der Himmel der die Zeit zerreißt
im Nu
Dein Blick
Die kurze Ewigkeit
Da bricht der Donner über
mich herein
Mein Herz
Zerspringt im Wirbelschlag
Und überschwemmt mit Röte
mein Gesicht
Mein Gott
Verbergen muß ich mich
Bevor Du mich bemerkst und alles
weißt
Auf die Gefahr das weiße
Blatt Papier
Auf das ich diese Zeilen zitternd
schreibe
Mit meinen Sympathien zu erröten
Wenn ich im Himmel deines hellen
Blicks
Wie Wolken in der Sonne Gold
versinke –
Geb ich in diesem Lied – frei
von Begier
Und ohne alle Lust zu übertreiben
–
Dir etwas von den blumenvollen
Beeten
Der Himmelswiesen wieder und
des Glücks
In dem ich wenn ich dich nur
seh ertrinke
So werfe male schwemm ich aufs
Papier
Mein Herz: So will ich der Geliebten
schreiben
Da lese ich es selbst und muß
erröten –
Was für ein Kitsch! der
weiche Werbetrick
In dem die nackten Schmeicheleien
blinken
Nur schlecht verbrämt von
der barocken Zier –
Durch Blumen bricht ein unverblümtes
Treiben
Der Wolf im Reimpelz lauert um
zu töten
Das allzuleicht mir vorgemalte
Glück
Ich seh den Spötter grinsen
schon und winken:
Das sind nur taube Blüten
von Papier
Und dieses zuckerbonbonbunte
Schreiben
Soll wohl die Himmelszonen ihr
erröten
Durch die du schwimmst mit deinem
Silberblick
Damit sie in der Peinlichkeit
versinke
Dem Spielplatz deiner Lüste
deiner Gier?
Du mußt doch nicht so eitel
untertreiben!
Ich seh dich schon zu ihren Füßen
beten – –
Praktischer wär's zu solchem
Rauscheglück
In einem Meer von Branntwein
zu ertrinken
Dich hab ich nicht gemeint
Dämon Verstand
In deiner Sprache rat ich dir:
Halt deinen Rand!
Ich bin wie du: Man meint
daß ich dich sei
Doch bin ich ein Chimärentier
bin alle drei:
Vernunft Gefühl im Traum
der Tatenkraft
Ein Skorpionengift vergorner
Seelensaft
Bin der Monaden Schaum
der Götter Lust
Dämonenflügel zu durchbohrn
in meiner Brust
Bin was die Mythe weiß
in meinem Schlaf
Ein Löwenadlerengelstier
ein blutig Schaf
Doch was ich selber weiß
mein Bild von mir
Klebt rot an deinem Zahn du Reißwolf
meiner Gier
Du hast mich totgelacht
von mir berauscht
In Maskenspielen mit der Nacht
den Tag vertauscht
Ich wende mich von dir –
die Eifersucht
Bellt auf: zu ungestillter Gier
sei ich verflucht
Als hätt ich deinen Hohn
das wilde Drohn
Nie mitgemacht. Bin ich nicht
schon dein lieber Sohn?
Dich hab ich nicht gemeint
Dämon Verstand
Ich hab um anderes geweint in
Schmerz entbrannt
Wie schön wär es vom
Schönen nichts zu wissen
Und ohne Fieber ohne Lug und
Trug
Zu leben wie das Schöne
selbst: dahin
Zu tanzen ohne zäumendes
Gewissen
Grausam vielleicht und ohne rechten
Sinn
Und unerkannt in blindem Taumelflug
Doch mich hast du am Boden festgeschweißt
Du hast mich in der Schwere festgeklebt
Damit ich rühme wie die
Sonne schwebt
Und laut verkünde wie dein
Name heißt
Ich will nicht Herr! Ist es denn
nicht genug
Wenn deine unbewußten Werke
dienen
Die engelvollen Düfte Farbenspiele
Der Frühling – Ist es dir
denn nie genug? –
Musik – Erkenntnisbäume
voller Bienen
All deine mathematisch klaren
Ziele
Von dir hinaus- hineingeatmet
viele
Die sind wie du sie bist im Zeitenzug
Von dir gewußt in denen
du dich weißt
Weil durch dein Wissen alles
Leben kreist
Ich bin der Rand von deinem vollen
Krug
Verlorengeht was über meinen
Schlund
hinüberbricht geformt von
meinem Mund
Zu Schmeichelei gewollt gezählt
und klug
Schreibe! Denn zum Rohr bist du
ernannt
Deines Herrn. Wir sagen dir auch
wie
Du dort scheitern wirst hinabgesandt
Aus dem Licht der Sichphilosophie
In die Wüste voll von Trug
und Tand:
Spiegelung verkehrt dir alles.
Sieh:
Welcher Wahn betrieben mit Verstand
Dort zum stolzen Fels gerinnt
und wie
Unsre Liebe unser Herzensbrand
Still belächelt wird als
Agonie
Wisse: Dichtung ist uninteressant
Spinnerei der kranken Phantasie
Und geschickter als dein Reimeband
Schlägt der Witz den Takt
der Melodie
Alles was du webst mit deiner
Hand
Werden sie entknoten ohne Müh
Und was du gesetzt in ihren Sand
Werden sie bedüngen wie
das Vieh
Wenn du von den Spöttern
wirst erkannt
Schreibe: Eine Blechpandora lieh
Dir der Herr und schickte dich
ins Land
Dessen Reichtum bis zum Himmel
schrie
Warf dein Floß an ihren
kalten Strand
Stieß dich aus – nach Haus
gelangst du nie! –
Gab dir noch das Aussehn und
Gewand
Eines Bettlers. Und nun heißt
es: Zieh
Durch die Märkte als das
Unterpfand –
Schreibe: – der verlornen Liebesmüh
Der so spricht kann nur ich selber
sein
Kenne ich doch dieses Selbstmitleiden
Sich am eignen Elend sattzuweiden
Gerne wäre ich das arme
Schwein
Gleich werd ich die Maske dir
entreißen
Sah ich dich zwar nicht im Tagestraum
Deine Stimme doch verbirgt dich
kaum
Die Befehle die so spießig
beißen
Was hast du auf meine Augenlider
Für ein Dreck- und Speichelmus
gerieben?
Hast mich dann zum Teich hinabgetrieben
Und zum Waschen beugte ich mich
nieder
Da sah ich mit einem Mal die Bäume
Wie als wenn sie Menschen wären
stehen
Sah die Feuer von der Sonne wehen
Lichterflügelvollgeschwirrte
Räume
Und von diesem Teichgewelle wieder
Hob ich meine Augen und erwachte
Wischte noch die Reste ab und
lachte
Sehen kann ich! Sehen kann ich
wieder!
Die hier vergleißt wie bleiche
Wüstenländer
Verbrenne Stadt in Staub und
Kunstgeleuchte!
Verschlinge dich im gierigen
Gewühle!
Mich saugt der Atem in die Wegesränder
Ich tauch hinab in Busch und
Wiesenfeuchte
Und trink der Minzaromen satte
Kühle
Trinken will ich dich in allen
Dingen:
Güte die in feingenetzten
Wegen
Die Gewächse füllt
mit lichtem Regen
Leben dich das alles Leben stillt
Und auch fühlen wie die Bäume
grünen
Rote Wärme von der Sonne
schlingen
Blumenkelche Schmetterlinge Bienen
Farbentrunkne Sammler wie sie
singen
Was ihr Summen wabenweich umhüllt
Gern erlauschen und ob ihre Taten
–
Süßer als die Nahrung
die sie bringen –
Je von einem Wissenden erraten?
Stille dich von Emsigkeit erfüllt
Steinerstarrte Flut zum Himmel
gebogen
Von den weißen Wassern
gescheitelt durchflochten
Welche Kräfte haben dich
hochgesogen
Die noch ins kleinste Gesplitter
die Stöße die Wogen
Ihrer Kämpfe hineinzuschmieden
vermochten?
Glänzen dort nicht Saturns
Geschichte und Falten
Mondenfrau vielleicht im seidigen
Schimmer?
Quer hindurch muß Titanengeifer
erkalten
Venus blüht in dem weißen
Wüten der Alten –
Sieh das quarzene Band im schuppigen
Glimmer!
Brombeergeranke – alte Balletteusen
Die Rosaceenhände – Eleganzen
Die groß und sicher ihre
Formen tanzen
Aus Purpurbögen ihre Blätter
lösen
Ja süßer als die Frucht
die ihr verschwendet
Scheint mir die Wechselstrophe
eurer Glieder
Asymmetrie – verjüngt und
immer wieder
Ein reifes Lied – im Wachsen
noch vollendet
Gleich Hüften Schultern die
im Schreiten sprechen
Spiralgewandte Gesten voll Entzücken
Berückend im Girlandenwurf
der Brücken
Die wild durch ihre eignen Wogen
brechen
Mißglückte Jagd – Die
süße Sucht der Schmerzen
Die nur das Unerreichte Unerhörte
Ersehnte und den Sehrenden verzehrte
–
Die Liebe ist der Feind verliebter
Herzen
Wie oft geschieht das Eine unvermutet
Daß irgendwer der sie schon
fast bezwungen
Von dieser unvergleichlich alten
jungen
Gepardin angefallen still verblutet
Wie oft – und doch taucht aus
den Purpurmeeren
Der hingegossnen Seele des Verletzten
Der Gott auf den Giganten einst
zerfetzten
Um alles Fleisch in Nahrung umzukehren
Ein Glück – Berührung
Rausch wie beim Zerreißen
Von Apfelsinen – bäumt sich
durch die Räume
Die Zellen kammern fort die sauren
Schäume
Bis alle Mitten ineinandergleißen
Zu einem Ich: Die Welt verspielt
zerspiegelt
Im Bad der eignen Sonnenflut
gereinigt
Wo du allein bist blüht
in dir vereinigt
Im Schlußgeheimnis der
Person versiegelt
Manchmal erscheinen Menschen mir
als Landschaft
Von Bergen Bäumen unter
blauem Himmel
Ein dunkleres Gewölke das
Gewimmel
Im grauen Vlies ist meine Geistverwandtschaft
Ein Zucken wenn dein Lächeln
darin zündet
Ein Blitz erfrischt die schattenbraune
Erde
Der Zauberstab der Hirtin dieser
Herde
Ergrünt – der Zweig um den
mein Lied sich windet
Und rührt auch an die flechtenbunten
Steine
Dein edles Knospenleben Aphrodite
Das sanfte Licht das dein Gesicht
durchblühte
Der goldne Saitenklang du Sternenfeine
Dem doch der Donner folgt: Dich
so zu kennen
Darf ich nicht frech behaupten
oder meinen
Als was die Menschen manchmal
mir erscheinen
So drohn die Götter – darf
ich sie nicht nennen
Ist es der Ozean aus dem der Saft
gewonnen
Genannt Unsterblichkeit – der
Wellen Lohn
Der tiefe Raum zu Glanz und Duft
geronnen –
Ist es die Nacht – der kindliche
Aion
Das milde Antlitz in der Sterne
Legion?
Ist es der Blitz – der Wolken
wildes Grollen
Ist es das Wort – gehört
im milden Rollen
Des Donners – heller Wetter dunkles
Drohn?
Dort reißt der Himmel auf:
Ist es die Sonne
Geboren aus der Muschel in dem
Meer der Wonne?
Bist du der Wüstengeist der Religion?
"Wer
ist der Gott dem wir mit Opfern dienen sollen?"
So sang der Götter Sehnsucht
in den Menschen schon
Im Fragen öffnet sich die
Weisheit einem Wollen
Und fragend opfert sich der Gott:
des Menschen Sohn
Hinausgeschrieben ausgedacht entworfen
und verloren
Erscheint Natur als Schrift Gedanke
Plan
Gestorben in Materien der große
Pan
Sein blökendes Gefolge ist
schon längst geschoren
Die Hörner abgefeilt gestutzt
die Ohren
Die Lust der Zeugungskraft vertan
Und würde er von Menschenkindern
trotzdem neu geboren
- Sein Schreckensschrei in jedem
Säuglingsmund
Macht diesen Fall fast wahr und
gibt ihn wahrlich kund –
Der Wahnsinn bräche frei
hervor aus allen Poren
Kein Maskenkleid verbildete den
Toren
Er wäre fürchterlich
gesund
Ja diese Krankheit kochte noch
die Quellen zu Vulkanen
Gelinder Wasser Schaukelspiel
zum Sturm
Schon mancher Narr entzauberte
den alten Wurm
Es blieb ja nicht dabei die Wirkung
nur zu ahnen
Er regte sich – sie eilen zu
den Fahnen
Sie stürmen den Bewußtseins-Turm!
Wer kennt Herrn Wagners Grübler
nicht – den Schuster-Meistersinger?
"Es ist der alte Wahn" – die
neue Zeit
Gargantua Pantagruel und gar
nicht weit
Davon entfernt die Wirklichkeit
der Weltverschlinger
Die Wissenschaft gab ihren kleinen
Finger –
Der Handel nahm das Maskenkleid
Geh mir mit der Pascalschen Wette
Blinder Stäube Zufallsspiel!
Selbstverkennen des Denkens hätte
Mehr zu verlieren als nur den
Stil
Gottbeweise mußt du noch
üben
Selbsterkenntnis geht voran
Vorurteile hinwegzuschieben
Fange mit richtigen Schlüssen
an
Schluß vor allem mit jener
toten
Gleichung der Wahrscheinlichkeit
Auf den wägenden Idioten
Und seine Hoffnung: die Ewigkeit
Ich kann doch einen Gott nicht
lieben
Der mein Urteil so zum Spaß
In die Gleichgültigkeit
getrieben?
Lieblose Wahl ohne Augenmaß
Wenn Gewissen die Lebenslüge
Die der Rechner ausgedacht
Ohne Selbstwiderspruch ertrüge
Wäre die Wahrheit ein Fraß
der Macht
Die Mitte
Daß eine stille Sonne alles
wirkt
Um die die Welt sich dreht -
ich bin dafür
Der lebende Beweis: Ich kann
das Schöne
Das ich so heftig liebe und ersehne
- Das Ziel all meiner Wünsche
das vor mir
Erblüht und öffnend
sich vor mir verbirgt –
Nur in den Schmerzen finden in
dem Frost
Der meine Glut durchfeuert. Alles
wird
Zu Gott der sich entzieht und
alles füllt
Mit einer edlen Wehmut ohne Trost
Der nicht mehr spürt wie
er die Seele rührt
Und dessen Stille mich läßt
ungestillt
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