Feire Fiz (Hans Zimmermann), Görlitz : Quellensammlung : Sanskrit : Rgveda : Soma 9,1; Schöpfung: 10,71; 72; 81; 82; 90; 121; 129
Rgveda-Hymnen  
(vor allem Schöpfungslieder aus dem 10. Mandala) 
grham   *   Index   *  emaille?!
Sanskrit-Literatur / Grammatik 
Philosophieseite (Novalis, Schelling)
eine Hymne an den Nektar der Götter 9,1 
              1. Brhaspati-Lied                      10, 71 
 
sechs Schöpfungslieder: 
                   2. Brhaspati: Aditi-Daksha       10, 72 
              1. Vishvakarman                         10, 81 
              2. Vishvakarman                         10, 82 
              Purusha                                        10, 90 
                  Hiranyagarbha/Prajâpati        10,121 
              nâsad âsin no sad âsît              10,129
Oben (blau, fett)   
(ohne Akzente) transliterierter Originaltext;   
(Unterstreichung statt Suppungierung);  
  
darunter (grün) interlineare Hilfs-Übertragung   
der Wörter, flexionsanalog;   
  
zuunterst (schwarz, fett)   
eine nachdichtende freiere Übersetzung 
von Hans Zimmermann, Görlitz 1998, 2000
.
 
Jêsus der offenbâret sich ouch   
mit einer unmaezigen süezicheit und rîcheit   
ûz des heiligen geistes kraft   
ûzquellende und überquellende und invliezende   
mit übervlüzziger voller rîcheit und süezicheit   
in alliu enpfeñclichiu herzen.  
  
Swenne sich Jêsus  
mit dirre rîcheit und mit dirre süezicheit  offenbâret  
und einiget mit der sêle,   
mit dirre rîcheit und mit dirre süezikeit   
sô vlîuzet diu sêle in sich selber und ûz sich selber   
und über sich selber und über alliu diñc   
von gnâden mit gewalte âne mittel   
wider in ir êrste begin.  
Jesus offenbart sich zudem  
mit einer unermeßlichen Süßigkeit und Fülle,  
eine aus des Heiligen Geistes Kraft  
herausquellende und überquellende und einströmende  
mit überströmend reicher Fülle und Süßigkeit  
in alle empfänglichen Herzen.  
  
Wenn Jesus sich  
mit dieser Fülle und mit dieser Süßigkeit offenbart  
und mit der Seele vereinigt,  
so fließt mit dieser Fülle und mit dieser Süßigkeit  
die Seele in sich selbst und aus sich selbst  
und über sich selbst und über alle Dinge hinaus  
aus Gnade, mit Macht, ohne Mittel  
zurück in ihren ersten Ursprung. 
      svâdhishtayâ mâdhishtayâ        pavasva soma dhârayâ            indrâya  pâtave  sutah (1)
    im süßesten     berauschendsten    kläre dich Soma Strome       dem Indra zum Trunke gepreßt
1. Im süßesten, berauschendsten der Ströme kläre Soma dich, zum Trunk für Indra ausgepreßt!

    raksho-hâ         vishva-carshanir-abhi yonim ayo-hatam          drunâ sadhastam âsadat (2)
    dämonen-tötend allbeliebt             auf die Wiege erzbeschlagen      von Holz den Sitz  setzte er sich
2. Dämonentötend, allbeliebt ins erzbeschlagne Bett, den Sitz von Holz hat er sich eingeschmiegt

    varivo-dhâtamo bhava   manghishto  vrtra-hantamah                 parshi  râdho     maghonâm (3)
    raumschaffendster sei        freigebigster  Widerstand-schlagendster   erhalte die Gunst der Spender
3. Gib weiten Raum, gib Fülle unerschöpflich, brich die Widerstände! Öffne uns der Spender Herz!

    abhyarsha mahânâm            devânâm vîtim andhasâ                 abhi vâjam    uta shravah (4)
    fließe hin zu der großen           Götter      Labung  mit Pflanzensaft    zu Siegespreis und Ruhm
4. Zur Labung großer Götter schieße an mit deiner Pflanzenkraft, Gewinn und Ruhm ersiege dir!

    tvâm acchâ carâmasi             tad id artham dive-dive                 indo  tve     na       âshasah (5)
    auf dich zu    gehen wir        zu diesem Zweck  Tag für Tag           Tropfen bei dir unsere Wünsche (sind)
5. Zu dir wir eilen Tag für Tag, zu diesem Ziel, in deinem Strom sind unsre Wünsche eingelöst

    punâti te parisrutam             somam  sûryasya      duhitâ           vârena shashvatâ     tanâ (6)
    es läutert dich umströmenden Soma des Sonnengottes Tochter   durchs Sieb immer wieder fort und fort
6. Des Surya Tochter läutert dich, du strömst im Kreise um und um, durchs Sieb verfeinert immer neu

    tam îm      anh samarya â    grbhnanti yoshano dasha              svasârah     pârye     divi (7)
    diesen   die feinen im Reigen       greifen die Mädchen zehn         die Schwestern am hohen Tage
7. Im Reigen wechseln sie sich ab, zehn feine Mädchen greifen ihn, die Schwestern heut am hohen Tag

    tam îm hinvanty agruvo           dhamanti bâkuram drtim            tridhâtu vâranam madhu (8)
    diesen   treiben an die Jungfrauen sie blasen den Dudelsack auf   die dreifach  wilde       Honigsüße
8. So treiben ihn die Jungfraun an, den Dudelsackschlauch blasen sie, die dreifach wilde Süßigkeit

    abhîmam aghnyâ uta             shrînanti dhenavah       shishum      somam indrâya pâtave (9)
    in dieses   Kühe     auch           mischen milchspendende  das Kind    Soma für Indra   zum Trunke
9. Und Kühe mischen ihre Milch hinein in diesen süßen Kleinen, Soma, Indra dir zum Trunk! 

    asyed indro madeshvâ          vishvâ vrtrâni jighnate                   shûro maghâ ca   manghate (10)
    dessen Indra in Räuschen         alle Widerstände schlägt             der Held   Gaben auch verschenkt
10. Von ihm berauscht bricht Indra alle Widerstände, wächst zum Held, der alle Welt verschenken will
 

    Brhaspate prathamam vâco agram                 yât prairata nâmadheyam dadhânâh
    Brhaspati! erster der Rede Anfang                      woraus sie hervorkamen die Namengebung setzend
1. "Brhaspati!" – das war der Rede Ursprung / aus dem sie alle Namengebung nahmen;
 
    yad eshâm sreshtham yad aripram âsît  prenâ tad eshâm nihitam guhâvih (1)
    was derer das Beste was rein war               mit Liebe dies derer verborgen im Geheimen offenbar
    und darin war das Beste dieses reine / mit Sorgfalt im Geheimen Offenbarte.
 
 
    saktum iva titaünâ punanto                                     yatra dhîrâ manasâ vâcam akrata
    Schrot gleich mit dem Sieb reinigende                          wo die Weisen mit Denken die Rede wirkten
2. So wie man Schrotmehl sauber siebt, so wirkten / die Weisen ihre Rede fein im Denken;
 
    atrâ sakhâyah sakhyâni jânate                             bhadraishâm lakshmîr nihitâdhi vâci (2)
    dort Freunde Freundschaften erkennen                     schönes deren Zeichen verborgen darin der Rede
    und dort erkennen Freunde ihre Freundschaft: / ihr schönes Zeichen birgt sich in der Rede.
 
 
    yajñena vâcah padavîyam âyan                  tâm anv avindann rshishu pravishtâm
    mit dem Opfer der Rede Pfad gingen sie        diese dann fanden sie die in die Seher eingegangene
3. Der Rede Pfad beschritten sie im Opfer / und fanden die im Seherherz verborgne
 
    tâm âbhrtyâ vy adadhuh purutrâ                 tâm sapta rebhâ abhi sam navante (3)
    diese holend verteilten sie vielfach                   diese die sieben Sänger zusammen bejubelten
    und holten sie hervor, verteilten vielfach / die von den sieben Stimmen hochgelobte.
 
 
    uta tvah pâshyan na dadarsha vâcam                   uta tvah shrnvân na shrnoty enâm
    und der eine sehend nicht erschaute die Rede            und der andere hörend nicht hört diese
4. Der eine sieht und schaut doch nicht die Rede / der andre hört und hört doch niemals diese;
 
    uto tvasmai tanvam vi sasre                 jâyeva patya ushatî suvâsâh (4)
    und dem einen gab sie sich hin                  einer Gattin gleich den Gatten liebend schmuck
    dem einen hat sie sich dahingegeben / wie eine Gattin schöngeschmückt dem Gatten,
 
 
    uta tvam sakhye sthirapîtam âhur                         nainam hinvanty api vâjineshu
    und den anderen in Freundschaft stark-geschützt nennen sie nicht ihn treiben sie zu Wettkämpfen
5. den andren, den von Freundschaft wohlbehütet / man nennt, den treiben sie nicht zu den Kämpfen.
 
    adhenvâ carati mâyayaisha vâcam                               shushruvân aphalâm apushpâm (5)
    mit milchlosem wandelt er Trug dieser eine Rede               lernend fruchtlos blütenlos
    Ein Trugbild täuscht ihn. Das ist keine Wunschkuh / gibt keine Milch, gibt niemals Frucht und Blüte
 
 
    yas tityâja sacividam sâkhâyam                              na tasya vâcy âpi bhago asti
    wer verlassen hat einen mitwissenden Freund               nicht für den an der Rede noch Anteil ist
6. Auch dem, der den vertrauten Freund verlassen / gibt niemand einen Anteil an der Rede.
 
    yad îm shrnoty alakam shrnoti                         nahi praveda sukrtasya panthâm (6)
    das was er hört vergeblich hört er                         denn nicht kennt er der guten Tat Pfad
    Was er auch hört, vergeblich ist sein Hören / denn er kennt nicht den Pfad der guten Taten.
 
 
    akshanvantah karnavantah sakhâyo                           manojaveshv asamâ babhûvuh
    Augen habende Ohren habende Freunde                         im Gedanken-Andrang ungleich wurden sie
7. Selbst Freunde, gleich an Augen- und Gehörskraft / sind ungleich doch im Andrang der Gedanken.
 
    âdaghnâsa upakakshâsa u tve                              hradâ iva snâtvâ u tve dadrshre (7)
    zum Munde und zur Achsel reichenden auch einige    Teichen gleich zum Baden gut auch andere schienen
    Die einen gleichen Teichen die zum Mund und / zur Achsel reichen, andre sind zum Baden.
 
 
    hrdâ tashteshu manaso javeshu                              yad brâhmanâh samyajante sakhâyah
    in Herzens-Werken des Denkens in andrängenden      was Brahmanen zusammenopfern als Freunde
8. Im Herzenswerk, Gedankenandrang, wenn dort / Brahmanen opfern, freundschaftlich verbunden
 
    atrâha tvam vi jahur vedyâbhir               ohabrahmâno vi caranty u tve (8)
    da eben den einen fort ließen sie bewußt     als rechte Brahmanen fort wandeln auch die andern
    da lassen sie bewußt den einen gehen / und andre schreiten vor mit starken Worten.
 
 
    ime ye nârvân na parash caranti                                      na brâhmanâso na sutekarâsah
    diese die nicht her- noch hin-wandeln                                   noch Brahmanen noch Preßtrank-Mitwirker
9. Doch solche, die nicht vorwärtsgehn und nicht zurück / die nicht Brahmanen sind noch pressen süßen Saft
 
    ta ete vâcam abhipadya pâpayâ                        sirîs tantram tanvate aprajajñayah (9)
    ebendiese die Rede angreifend schlecht                 als Weber das Gewebe spannen sie unkundig
    die sich versuchen an der Rede ungeschickt / die spannen nur mit Fehlern ihr Gewebe auf
 
 
    sârve nandanti yashasâgatena                      sabhâsâhena sakhyâ sakhâyah
    alle freuen sich über den geehrten Gast              den Versammlungs-Sieger den Freund die Freunde
10. Doch über den geehrten Gast, den Sieger / in der Versammlung freun sich alle Freunde,
 
    kilbishasprt pitushanir hy eshâm                   aram hito bhavati vâjinâya (10)
    Fehler meidend Nahrung erwerbend für sie         passend bestimmt wird er für den Wettkampf
    der Fehler meidet, Brot erwirbt und richtig / zum Wettkampf ausgewählt den Sieg erstreitet.
 
 
    ricâm tvah posham âste pupushvân               gâyatram tvo gâyati shakvarîshu
    der Verse der eine die Fülle sitzt da erfüllend     ein Lied der andre singt in Shakvar-Versen
11. Der eine sitzt und mehrt der Verse Fülle / der andre singt ein Lied in Shakvar-Strophen;
 
    brahmâ tvo vadati jâtavidyâm                   yajñasya mâtrâm vi mimîta u tvah (11)
    als Brahma der eine rezitiert Wesenswissen   des Opfers Maß ausmißt noch ein andrer 
    der eine kenntnisreich zitiert Gewußtes / ein andrer gleich mißt aus des Opfers Maße.
 
      devânâm nu vayam jânâ    pra vocâma vipanyayâ
    der Götter nun wir Geburten wir wollen verkünden mit Bewunderung
1. Geburt der Götter wollen wir verkünden voller Staunen nun
 
    uktheshu shasyamâneshu yah pashyâd uttare yuge (1)
    in Sprüchen zu rezitierenden wer sehen mag im späteren Zeitalter
    daß im gesungnen Spruch der Mensch sie schauen mag in spätrer Zeit.
 
 
    brahmanas patir etâ sam karmâra ivâdhamat
    Hochwort-Herr diese zusammen einem Schmied gleich schweißte
2. Des hohen Wortes Herr – er schweißte sie zusammen wie ein Schmied:
 
    devânâm pûrvye yuge 'satah sad ajâyata (2)
    der Götter im frühesten Zeitalter aus dem Nichtseienden das Seiende wurde geboren
    Im frühsten Göttermorgenlicht gebar das Sein sich aus dem Nichts –
 
 
    devânâm yuge prathame 'satah sad ajâyata
    der Götter im Zeitalter im ersten aus dem Nichtseienden das Seiende wurde geboren
3. im ersten Göttermorgenschein gebar sich aus dem Nichts das Sein.
 
    tad âshâ anv ajâyanta tad uttânapadas pari (3)
    da die Räume nach wurden geboren da von der Ausgestrecktfüßigen aus
    Danach geboren ward der Raum aus ihr, die fußemporgewandt
 
 
    bhûr jajña uttânapado bhuva âshâ ajâyanta
    die Erde ward geboren von der Ausgestrecktfüßigen aus der Erde die Räume wurden geboren
4. gebar die Erde; fußemporgewandt geboren ward der Raum.
 
    aditer daksho ajâyata dakshâd v aditih pari (4)
    von Aditi Daksha wurde geboren von Daksha Aditi aus
    Die Himmlische gebar den Starken; doch der Starke zeugte sie:
 
 
    aditir hy ajanishta daksha yâ duhitâ tava
    Aditi nämlich wurde gezeugt von Daksha die Tochter deine
5. die Himmlische. Als deine Tochter hast du Starker sie gezeugt.
 
    tâm devâ anv ajâyanta bhadrâ amritabandhavah (5)
    dieser die Götter nach wurden geboren gute Unsterblichkeits(trank)verbundene
    Die Götter sind nach ihr geboren: gut, unsterblich-trunken, eins. 
 
 
    yad devâ adah salile susamrabdhâ atishthata
    als ihr Götter dort in der Flut einander festhaltend standet
6. Ihr Götter, als ihr fest verschränkt gemeinsam standet in der Flut
 
    atrâ vo nrtyatâm iva tîvro renur apâyata (6)
    da von euch Tanzenden gleich heftiger Staub fortging
    da stob die Gischt – da sprühte wie von Tanzenden von euch der Staub.
 
 
    yad devâ yatayo yathâ bhuvanâny apinvata
    als ihr Götter Zauberern ähnlich die Wesen anschwelltet
7. Ihr Götter, als gleich Zauberern die Wesen ihr zum Wachsen triebt
 
    atrâ samudra â gûlham â sûryam ajabhartana (7)
    da im Meer ja verborgen ja die Sonne trugt ihr
    da brachtet aus dem Meer ihr den verborgnen Sonnengott hervor.
 
 
    ashtau putrâso aditer ye jâtâs tanvas pari
    acht Söhne Aditis die geboren von ihrem Leib aus
8. Acht Söhne sind, die aus dem Leib der Himmlischen geboren sind;
 
    devân upa prait saptabhih parâ mârtândam âsyat (8)
    zu den Göttern auf stieg sie mit sieben hinüber den Mârtânda verwarf sie
    mit sieben stieg sie zu den Göttern auf. Den Tot-Ei warf sie fort.
 
 
    saptabhih putrair aditir upa prait pûrvyam yugam
    mit sieben Söhnen Aditi auf stieg ins früheste Zeitalter
9. Mit sieben Söhnen stieg die Himmlische ins frühste Morgenlicht.
 
    prajâyai mrtyave tvat punar mârtândam âbharat (9)
    zum Zeugen und zum Sterben gelegentlich wieder den Mârtânda trug sie
    Zum Zeugen und zum Sterben holte sie den Tot-Ei wieder vor.
 
      ya  imâ vishvâ bhuvanâni juhvad /   rshir  hotâ      ny asîdat pitâ   nah
    der diese alle     Geschöpfe opfernde / Seher Opferer nieder saß Vater unser
1. Der alle Schöpfung dargebracht, der Seher, / der Priester ließ sich nieder, unser Vater.

    sa    âshishâ       dravinam ichamânah / prathama-chad      avaran  â    vivesha (1)
    dieser mit Geheiß Segen       wünschend  / das Erste bedeckend in die Jüngeren einging
    Mit Segenswünschen zog er in die jüngsten / Geschöpfe ein; Vergangenes verbarg er.
 

    kim svid âsîd adhi-shtânam                 / ârambhanam   katamat svit  kathâsît
    was wohl war  der Ursitz                        / Ursprungspunkt welcher   wohl woher war
2. Doch wo ließ er sich nieder? Welchen Ursprung / verbarg er? Welches war der erste Anfang

    yato bhûmim janayan vishva-karmâ / vi dyâm aurnon mahinâ vishva-cakshâh (2)
    von wo die Erde erzeugte    All-Tat /  den Himmel enthüllte mit Größe    all-äugig
    aus dem die Erde er, All-Tat, erzeugte, / den Himmel er, All-Auge, ganz enthüllte?
 

    vishvatash-cakshur uta      vishvato-mukho /     vishvato-bâhur uta     vishvatas-pât
    von allem her Auge    und von allem her Mund / von allem her Arm    und von allem her Fuß
3. Das Auge aller: Er; und aller Mund: Er; / und aller Wesen Arm und Fuß: so facht Er

    sam bâhubhyâm dhâmati sam    patatrair /         dyâvâ-bhûmî janayan        deva ekah (3)
    mit den Armen bläst zusammen mit den Flügeln / Himmel-Land erzeugend der Gott der eine
    die Glut mit beiden Armen an, mit Flügeln / treibt Erd und Himmel Gott hervor, der Eine.
 

    kim svid vanam   ka u sa   vrksha âsa /    yato  dyâvâ-prthivî      nish-tatakshuh
    was wohl das Holz wer dieser Baum  war / woraus Himmel-Erde sie hervor-zimmerten
4. Was war das Holz? Was war der Baum, woraus sie / den Himmel und die Erdenwelt erbauten?

    manîshino manasâ     prchated u tad yad /  adhy-atishthad bhuvanâni dhârayan (4)
    Denker      mit Denken erforscht es das was / er drauf-stand die Geschöpfe  tragend
    Ihr Denker forscht mit Denken nach: Was war es, / worauf er stand, als er die Wesen austrug?
 

    yâ        te     dhâmâni    paramâni yâvamâ / yâ madhyamâ vishvâ-karmann utemâ
    welche deine Ordnungen erste         jüngste    / welche mittlere All-Tat                 und diese
5. Die ältesten, die jüngsten deiner Welten, / die Mitte auch vermittle du uns, All-Tat;

    shikshâ  sakhibhyo  havishi      svadhâvah /   svayam yajasva tanvam vrdhânah (5)
    erkläre den Freunden beim Opfer selbstherrlich / selbst dich opfere den Leib stärkend
    bring dich den Freunden bei, bring dich beim Opfer / leibhaftig selber dar, dich selbst verwandelnd!
 

    vishva-karman havishâ vâvrdhânah /    svayam yajasva prthivîm uta dyâm
    All-Tat       durch Opfer gestärkt habend / selbst dich opfere Erde        und Himmel
6. Gestärkt dann durch dein Eigen-Opfer, All-Tat, / verwandle opfernd Erdenwelt und Himmel!

    muhyantv-anye       abhito janâsa / ihâsmâkam maghavâ    sûrir         astu (6)
    verwirrt seien andere ringsum Leute /  hier uns        ein Spender ein Meister werde
    Und wenn auch alle andern rings verwirrt sind, / so soll uns hier ein Opferherr beschenken!
 

    vâcas-patim vishva-karmânam ûtaye         mano-juvam             vâje        adyâ  huvema
    den Wortherrn All-Tat           zum Nutzen gedanken-weckend beim Wettstreit heute wollen wir rufen
7. Den Herrn der Rede, All-Tat, der Gedanken / in uns erweckt, den rufen wir zum Wettstreit!

    sa  no vishvâni havanâni   joshad / vishva-shambhûr avase          sâdhu-karmâ (7)
    der unsre alle     Anrufungen genieße / All-Helfer         zur Unterstützung Wohl-Tat
    Erfreue dich am Liederruf, All-Helfer! / Der Lieder Ursprung steh uns bei, All-Wohltat!
 

    cakshushah pitâ   manasâ    hî dhîro /      ghrtam    ene     ajanan nannamâne
    des Auges    Vater im Denken ja weise / als Butter die beiden schuf    die sich biegenden
1. Des Auges Vater, hochbewußtes Denken, / erschuf als Schmalz geschmeidig beide Welten.

    yaded      antâ        adadrhanta  pûrva /    âd id     dyâvâ-prthivî aprathetâm (1)
    sobald die Enden sich festigten die früheren / da auch Himmel-Erde   breiteten sich aus
    Sobald die Enden ihren Fluchtpunkt fanden, / da wölbten weit sich Erdenwelt und Himmel.
 

    vishva-karmâ vimanâ âd vihâyâ / dhâtâ      vidhâtâ paramota      samdrk
    All-Tat             klug und auch stark / ist Schöpfer Ordner  höchster auch Anblick
2. All-Tat, Verstand und Stärke sind sein Wesen, / ist Schöpfer, Ordner, lichteste Erscheinung;

    teshâm ishtâni     sam       ishâ          madanti /  yatrâ    sapta-rshîn   para        ekam âhuh (2)
    deren   Wünsche zusammen an Labung sich freuen / wo der Sieben-Seher jenseits das Eine sie sagen
    in dem sich aller Wunsch erfüllt, wo jenseits / der sieben Seher noch sich weiß das Eine
 

    yo  nah     pitâ   janitâ     yo       vidhâtâ /     dhâmâni  veda     bhuvanâni vishvâ
    der unser Vater Erzeuger der als Ordner / die Setzungen weiß die Geschöpfe alle
3. Der unser Vater, Zeugungsquell und Ordner, / der in sich sieht die Ordnung aller Wesen,

    yo   devânâm nâmadhâ           eka eva /  tam samprashnam bhuvanâ    yanty-anyâ (3)
    der der Götter Namengeber der Eine nur /  den zu befragen   die Geschöpfe gehen die anderen
    der einzig und allein der Götter Namen / erkennt, an den gehn aller Wesen Fragen.
 

    ta     âyajanta   dravinam sam      asmâ /  rshayah pûrve   jaritâro    na bhûnâ
    diese eropferten Reichtum  zusammen ihm / die Seher frühere die Sänger wie reichlich
4. Für ihn allein eropferten den Reichtum / die alten Seher, Sänger voll von Liedern,

    asûrte sûrte              rajasi nishatte /     ye      bhûtâni     samakrnvann   imâni (4)
    als unbesonnt besonnt Raum gesetzt war / die die Geschöpfe zusammenfügten diese
    als unbesonnt-besonnt der Raum gesetzt ward, / als sie die Welt in eins zusammenfügten.
 

    paro           divâ       para    enâ       prthivyâ /    paro devebhir asurair yad asti
    jenseits des Himmels jenseits was der Erde / jenseits der Götter der Asuras was ist
5. Das, was jenseits des Himmels und der Erde, / was jenseits noch der Asuras, der Götter,

    kam svid garbham prathamam dadhra  âpo /      yatra devâh  sam-apashyanta        vishve (5)
    wen  denn als Keim  als ersten austrug das Wasser / wo die Götter zusammen-geschaut wurden alle
    als ersten Keim das Wasser trug – was war es? / Worin erschauten sich als eins die Götter?
 

    tam id garbham prathamam dadhra   âpo /       yatra devâh sam-agachanta vishve
    den ja  als Keim   als ersten austrug das Wasser / wo die Götter zusammen-kamen alle
6. Ihn, den als ersten Keim das Wasser austrug, / in dem als eins die Götter sich erschauten,

    ajasya                 nâbhâv-adhy-ekam        arpitam / yasmin vishvâni bhuvanâni tasthuh (6)
    des Ungeborenen im Nabel drinnen das Eine ist angeregt / worin alle        Geschöpfe standen
    in dieses Ungebornen Nabel regt sich / das Eine selbst: das Leben aller Wesen
 

    na    tam        vidâtha ya  imâ  jajânâ / 'nyad yushmâkam antaram    babhûva
    nicht ihn sollt ihr finden der diese schuf / anderes euch             dazwischen wurde
7. Den werdet ihr nicht finden, jenen Schöpfer, / ein anderes hat euch den Blick verdunkelt

    nîhârena  prâvrtâ  jalpyâ câ /    'sutrpa       ukthashâsash  caranti (7)
    von Nebel verhüllt   und Gefasel / freudlos die Sprüche-Herren wandeln
    Gehüllt in Nebel, trunken vom Gefasel, / da gehn sie freudlos hin, die Sprücheklopfer.
 

    sahasrashîrshâ purushah sahasrâkshah sahasrapât
    tausendköpfig Urmensch tausendäugig tausendfüßig
1. Und tausendköpfig, tausendäugig, tausendfüßig war der Mensch
 
    sa bhûmim vishvato vrtvâty atishthad dashângulam (1)
    er die Erde allseits verhüllt habend über stand er zehn Finger
    umschloß die Erde allseits, ragte über sie zehn Finger hoch.
 
 
    purusha evedam sarvam yad bhûtam yad ca bhavyam
    der Urmensch so dieses alles was geworden was auch werden soll
2. All dieses war der Mensch: war, was geworden und noch werden soll
 
    utâmrtatvasyeshâno yad annenâtirohati (2)
    und der Unsterblichkeit beherrschender was durch Speise überwächst
    beherrschte die Unsterblichkeit, das, was durch Speise weiterwächst. 
 
 
    etâvân asya mahimâto jyâyânsh ca pûrushah
    so weit seine Größe gewaltiger auch der Urmensch
3. So weit auch seine Größe reichte – mächtiger noch war der Mensch:
 
    pâdo 'sya vishvâ bhûtâni tripâd asyâmrtam divi (3)
    einfuß dessen alle Geschöpfe dreifuß dessen Unsterbliches im Himmel
    Ein Viertel macht die Schöpfung aus, drei Viertel himmlisch-ewig sind;
 
  
    tripâd ûrdhva ud ait purushah pâdo 'syehâbhavat punah
    dreifuß aufwärts auf ging der Urmensch einfuß dessen hier wurde wieder
4. denn zu drei Vierteln stieg der Mensch hinauf; ein Viertel kehrt zurück;
 
    tato vishvân vy akrâmat sâshanânashane abhi (4)
    von dem in alle auseinander schritt er im mit Speise und ohne Speise über
    von dem ging er in alles ein, durch Nahrung und unmittelbar.
 
 
    tasmâd virâl ajâyata virâjo adhi pûrushah
    von ihm die Strahlende wurde geboren von der Strahlenden darüber der Urmensch
5. Die Strahlende entstammte ihm, doch aus der Strahlenden der Mensch.
 
    sa jâto aty aricyata pashcâd bhûmim atho purahh (5)
    er geboren über ragte hinten die Erde dann vorne
    Geboren ragte über alle Erden-Enden er hinaus.
 
 
    yat purushena havishâ devâ yajñam atanvata
    als mit dem Urmenschen als Opfergabe die Götter das Opfer für sich aufspannten
6. Und als die Götter opferten, als sie den Menschen brachten dar
 
    vasanto asyâsîd âjyam grîshma idhmah sharad dhavih (6)
    der Frühling dessen war Opferschmalz der Sommer Brennholz der Herbst Opferspeise
    da war der Frühling Schmalz, der Sommer Brennholz, Opferspeise Herbst.
 
 
    tam yajñam barhishi praukshan purusham jâtam agratah
    ihn als Opfer auf der Opferstreu besprengten sie den Urmenschen geboren von Anfang her
7. Als Opfer auf der Streu besprengten sie des Menschen Urgeburt
 
    tena devâ ayajanta sâdhyâ rshayash ca ye (7)
    mit ihm die Götter opferten sich die Vollendeten die Rshis auch die
    als Opfer für sich selbst: die Götter, Seher und Vollendeten.
 
 
    tasmâd yajñât sarvahutah sambhrtam prshadâjyam
    aus diesem Opfer ganz-geopfert zusammengebracht Tropfen Opferschmalz
8. Von diesem Opfer aufgezehrt und konzentriert zum Tropfen Schmalz
 
    pashûn tâmsh cakre vâvavyân âranyân grâmyâsh ca ye (8)
    zu Tieren diesen machte er sich windigen waldigen dörflichen auch welche
    schuf er sich zum Getier, das in der Luft, im Wald, im Dorfe lebt.
 
 
    tasmâd yajñât sarvahuta rcah sâmâni jajñire
    aus diesem Opfer ganz-geopfert Verse Lieder entstanden
9. Von diesem Opfer aufgezehrt kam er als Vers und Lied hervor
 
    candâmsi jajñire tasmâd yajus tasmâd ajâyata (9)
    Versmaße entstanden daraus der Spruch daraus wurde geboren
    und kam als Metrum, brachte sich als Opferspruch neu zur Geburt;
 
 
    tasmâd ahsvâ ajâyanta ye ke cobhayâdhatah
    daraus Pferde wurden geboren die welche beidzahnig sind
10. und Pferde sind aus ihm entsprungen, all die Säuger, zahnbewehrt,
 
    gâvo ha jajñire tasmât tasmâj jâtâ ajâvayah (10)
    Kühe ja entstanden daraus daraus geboren Ziegen und Schafe
    und Kühe kalbten sich, und Schaf und Ziege kam aus ihm hervor.
 
 
    yat purusham vy adadhuh katidhâ vy akalpayan
    als den Urmenschen auseinander sie setzten wieviel auseinander teilten sie?
11. Als sie den Menschen da zerlegten – wieviel Teile teilten sie?
 
    mukham kim asya kau bâhû kâ ûrû pâdâ ucyete (11)
    den Mund was dessen welche die Arme welche Schenkel Füße werden genannt?
    Was ward sein Mund, was seine Arme, Schenkel, Füße sind genannt?
 
 
    brâhmano 'sya mukham âsîd bâhû râjanyah krtah
    Lehrstand dessen Mund war die Arme Wehrstand gemacht
12. Der hohe Lehrstand war sein Mund, zum Wehrstand ward sein Arm gemacht;
 
    ûrû tad asya yad vaishyah padbhyâm shûdro ajâyata (12)
    der Schenkel das dessen was Vermehrstand aus den Füßen der Nährstand wurde geboren
    sein Schenkel zum Vermehrstand ward, der Nährstand seinem Fuß entsprang;
 

    candramâ manaso jâtash caksho sûryo ajâyata
    der Mond aus dem Gehirn geboren aus dem Auge die Sonne wurde geboren
13. der Mond entstammt dem Hirn, in seinem Auge ging die Sonne auf
 
    mukhâd indrash câgnish ca prânâd vâyur ajâyata (13)
    aus dem Mund Indra auch Agni auch aus dem Atem der Wind wurde geboren
    dem Munde Indra, Agni auch, dem Atemhauch entfuhr der Wind;
 
  
    nâbhyâ âsîd antariksham shîrshno dyauh sam avartata
    aus dem Nabel war der Zwischenraum aus dem Kopf der Himmel sich entfaltete
14. vom Nabel stammt der Luftraum ab, zum Himmel wölbte sich sein Haupt;
 
    padbhyâm bhûmir dishah shrotrât tathâ lokân akalpayan (14)
    aus den Füßen die Erde die Himmelsrichtungen aus dem Gehör so teilten sie die Welten ein
    den Füßen: Land; vom Ohr: Windrose stammt – so teilten sie die Welt.
 
 
    saptâsyâsan paridhayas trih sapta samidhah krh
    sieben dessen waren Wälle dreimal sieben die Brennhölzer gemacht
15. Sein Wall war siebenfach, sie legten dreimal sieben Hölzer auf,
 
    devâ yad yajñam tanvânâ abadhnan purusham pashum (15)
    die Götter als das Opfer sie aufspannten banden den Urmenschen als Tier
    die Götter, als den Menschen sie als Opfertier sich dargebracht.
 
 
     yajñena yajñam ayajanta devâs /               tâni dharmâni prathamâny âsan
     mit dem Opfer das Opfer opferten die Götter diese die Regeln die ersten waren
16. Im Opfer opferten die Götter ihm als /     dem Opfer ihn – das waren Urgesetze
 
     te ha nâkam mahimânah sacanta                           yatra pûrve sâdhyâh santi devâh (16)
     diese ja dem Himmel die Mächtigen gesellten sich bei wo die früheren die Vollendeten sind die Götter
     Geistmächtig zogen diese in den Himmel /           die Götter, wo Vollendete schon lebten.
 
 

     Hiranyagarbhah samavartatâgre      bhûtasya jâtâh patir eka âsît
     als Goldkeim regte er sich im Ursprung des Geschaffenen geborener Herr der Eine war
 1. Als Goldkeim ging er auf im ersten Ursprung / geboren ward der Eine Herr der Schöpfung;
 
     sa dâdhâra prthivîm dyâm utemâm       kasmai devâya havishâ vidhema (1)
     er sicherte die Erde den Himmel auch diesen welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     er setzte fest die Erde und den Himmel / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 
 
     ya âtmadâ baladâ yasya vishva        upâsate prashisham yasya devâh
     der Selbstgeber Kraftgeber dessen alle abwarten der Weisungen dessen die Götter
 2. Der Ich und Kraft uns gibt, auf dessen Weisung / die Wesen alle und die Götter warten -

     yasya châyamrtam yasya mrtyuh             kasmai devâya havishâ vidhema (2)
     dessen Schatten Unsterblichkeit dessen Tod welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     Unsterblichkeit und Tod sind seine Schatten / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 

     yah prânato nimishato mahitvâ-            eka id râjâ jagato babhûva
     der von Atem von Augenschließen Macht der Eine nur König der Welt wurde
 3. Der Macht hat über Atem, über Schlummer / der Welten König wurde er, der Eine;
  
     ya îshe asya dvipadash catushpadah               kasmai devâya havishâ vidhema (3)
     der gebietet dessen des Zweifüßigen Vierfüßigen welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     der über Mensch und Tier zugleich gebietet / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 

     yasyeme himavanto mahitvâ           yasya samudram rasayâ sahâhuh
     dessen diese Schneeberge durch Macht dessen Meer mit Essenz zusammen sie sagen
 4. Von dem man sagt, daß seiner Macht entstammten / die Schneegebirge und die Flut der Meere
 
     yasyemâh pradisho yasya bâhû                   kasmai devâya havishâ vidhema (4)
     dessen diese Himmelsrichtungen dessen Arme welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     und seine Arme alle Richtung wiesen / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 

     yena dyaur ugrâ prthivî ca drlhâ                               yena sva stabhitam yena nâkah
     durch den der Himmel gewaltige die Erde auch gefestigt wodurch Sonne gestützt wodurch Himmel
 5. Durch den der Himmel groß und fest die Erde / durch den im Firmament stabil die Sonne;
 
     yo antarikshe rajaso vimânah                       kasmai devâya havishâ vidhema (5)
     der im Zwischenraum der Luft durchdringende welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     der mit der Luft im Zwischenraum sich breitet / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 

     yam krandasî avasâ tastabhane                          abhy aikshetâm manasâ rejamâne
     den beide Schlachtreihen durch Beistand unterstützt herbei blickten im Gemüt erschüttert
 6. Auf den die beiden Heere zitternd blicken / wenn in der Schlacht sie seinen Beistand suchen;
 
     yatrâdhi sûra udito vibhâti                       kasmai devâya havishâ vidhema (6)
     von wo aus die Sonne aufgegangen erstrahlt welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     von dem die Sonne ausstrahlt wenn sie aufgeht / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 

     âpo ha yad brhatîr vishvam âyan                garbham dadhânâ janayantîr âgnim
     die Wasser ja als die hohen das All sie kamen als Keim empfangend erzeugend das Feuer
 7. Als hoch die Wasser stiegen, zu empfangen / den All-Keim, um das Feuer zu gebären
 
     tato devânâm sam avartatâsur ekah                 kasmai devâya havisha vidhema (7)
     daraus der Götter regte er sich der Geist der Eine welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     kam er hervor: der Eine Geist der Götter / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 
 
     yash cid âpo mahinâ paryapashyad           daksham dadhânâ janayantîr yajñam
     der selbst die Wasser mit Größe überschaute den Daksha empfangend erzeugend das Opfer
 8. Der selbst die Wasser machtvoll sah empfangen / den Starken, um das Opfer zu gebären
 
     yo deveshv adhi deva eka âsit            kasmai devâya havishâ vidhema (8)
     der bei den Göttern Urgott der Eine war welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     der eine Urgott, Mitte aller Götter / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 
 
     mâ no himsîj janitâ yah prthivyâ                  yo vâ divam satyadharmâ jajâna
     nicht uns soll schädigen Erzeuger der der Erde der oder den Himmel mit Wahrheitssatzung erzeugte
 9. Nicht schade uns er, der die Erde schuf und / den Himmel mit der Wahrheit Satzung zeugte;
 
     yash câpash candrâ brhatîr jajâna                               kasmai devâya havishâ vidhema (9)
     der auch die Wasser die mondglänzenden hohen erzeugte welchem Gott mit Opfer sollen wir huldigen?
     er, der die hohe Flut mit Mondglanz schwellte / Wer ist der Gott, dem wir mit Opfer dienen?
 
 
     prajâpate na tvad etâny anyo                vishvâ jâtâni pari tâ babhûva
     Hervorgeborenen-Herr! nicht außer dir diese ein anderer alle Geschöpfe rings diese wurde
10. Herr der Geschöpfe! Außer dir war niemand / der alle, die geboren, rings umhüllte.
 
     yatkâmâs te juhumas tan no astu                     vayam syâma patayo rayînâm (10)
     als was-wünschende dir wir opfern das uns werde wir seien Herren der Reichtümer!
     Was wir, wenn wir dir opfern, wünschen, werd' uns / zuteil. Wir wollen Herren sein der Schätze!

    nâsadâsînno sadâsît tadânîm                      nâsîdrajo no vyomâ paro yat
    na     asat               âsît   no     sat          âsît tadânîm  na    âsît  rajas        no    vyomâ   paras yat
    nicht Nichtseiendes war, noch Seiendes war damals, nicht war Luftreich, noch Himmel darüber
1. Nicht Nichtsein war noch Seiendes war damals / nicht war das Luftreich noch der Himmel drüber
 
    kim âvarîvah kuha kasya sharmann         ambhah kimâsîdgahanam gabhîram (1)
    kim âvarîvas          kuha kasya   sharman    ambhas         kim  âsît     gahanam    gabhîram
    was in Bewegung? wo? wessen Schirm?    das Wasser – was war das gähnend-abgründige?
    Was regte sich und wo in wessen Obhut? / Was war das unergründlich tiefe Wasser?
 
 
    na mrtyurâsîdamrtam na tarhi                    na râtryâ ahna âsît praketah
    na    mrtyur âsît   amrtam            na     tarhi      na    râtryâs       ahnas     âsît  praketas
    nicht Tod    war, Unsterblichkeit nicht damals, nicht von Nacht, von Tag war Wahrnehmung
2. Nicht Tod und nicht Unsterblichkeit war damals / nicht war ein Unterschied von Tag und Nacht

    ânîdavâtam svadhayâ tadekam                  tasmâddhânyanna parah kiñcan âsa (2)
    ânît          avâtam  sva-dhayâ         tat ekam tasmât    ha  anyat          na    paras  kiñcan      âsa
    es atmete windlos in Selbstsetzung das Eine worüber gar ein anderes nicht hinaus irgendwas war
    Es atmete sich selbst das hauchlos-Eine / es gab kein andres Wesen außer dem
 
 
    tama âsît tamasâ gûlhamagre                    'praketam salilam sarvam â idam
    tama    âsît  tamasâ     gulham      agre            apraketam   salilam  sarvam âs    idam
    Dunkel war in Dunkel verborgen zuerst          unkenntliche Flut      alles     war dies
3. Als Dunkelheit in Dunkelheit verborgen / war alles eine unkenntliche Flut
 
    tucchyenâbhvapihitam yadâsît                    tapasastanmahinâjâyataikam (3)
    tucchyena      abhu        api-hitam yat âsît   tapasas  tat      mahinâ            ajâyata             ekam
    durch Nichts das Leere Verhüllte das war von Glut dieses von mächtiger wurde geboren das Eine
    Ein Nichts im Nichts versteckt das einzig Eine / gebar sich aus der konzentrierten Glut
 
 
    kâmastadagre samavartatâdhî                   manaso retah prathamam yadâsît
    kâmas  tat       agre    sam-avartata âdhî            manasas       retas  prathamam  yat âsît
    Lust in dessen Anfang regte sich ursprünglich    des Denkens Keim als Erstes    das war
4. Im Ursprung regte sich die Lust der Liebe / der Keim des Denkens: Erstes aller Wesen

    sato bandhum asati niravindan                   hrdi pratîshyâ kavayo manîshâ (4)
    satas             bandhum  asati          niravindan        hrdi prati-îshyâ    kavayas     manîshâ
    des Seienden Band im Nichtseienden fanden aus im Herzen suchend Dichter mit Verstand
    Das Band des Seienden im Nichtsein fanden / im Herzen suchend Dichter durch ihr Denken
 
 
    tirashcino vitato rashmir eshâm                 adhah svidâsîdupari svidasît
    tirashcinas      vitatas     rashmis            esham          adhas svit  âsît   upari svit  asît
    quer hindurch gespannt die Meßschnur von denen -  unten  was war? oben was war?
5. Als quer hindurch sie ihre Meßschnur spannten / was war da unten und was kam von oben?
 
    retodhâ âsan mahimâna âsan                     svadhâ avastât prayatih parastât (5)
    retas-dhâs        âsan    mahimânas âsan           sva-dhâ         ava-stât pra-yatis para-stât
    Keimsetzungen waren, Mächte     waren,        Selbstsetzung hinauf,   Hingabe  herab
    Keimkräfte waren Geistesmächte waren / Selbstsetzung unten und Gewährung oben
 
 
    ko addhâ veda ka iha pravocat                    kuta âjâtâ kuta iyam visrhtih
    kas addhâ   veda   kas  iha  pravocat           kuta    âjâtâ            kuta    iyam  vi-srshtis
    wer fürwahr weiß, wer hier mag verkünden, woher sie geboren, woher diese Schöpfung?
6. Wer weiß es wahrlich wer mag hier verkünden / woher die Schöpfung kam wo sie geboren?

    arvâgdevâ asya visarjanenâ-                       -thâ ko veda yata âbabhûva (6)
    arvâg     devâs        asya     visarjanena      athâ           kas veda  yata     âbabhûva
    diesseits die Götter von ihr, der Schöpfung hinterher – wer weiß, woher sie geworden ist?
    Der Schöpfung nachgeboren sind die Götter / Wer weiß es dann woher sie ist geworden? 
 
 
    iyam visrshtiryata âbabhûva                         yadi vâ dadhe yadi vâ na
    iyam  vi-srshtis     yata    âbabhûva            yadi    vâ            dadhe         yadi    vâ   na
    diese Schöpfung, woher sie geworden ist, sei es, daß er sie gesetzt hat, sei es, daß nicht
7. Woher die Schöpfung kam woraus geworden / der sie gesetzt hat oder nicht gesetzt
 
    yo asyâdhyakshah parame vyoman              so anga veda yadi vâ na veda (7)
    yas asya           adhi-             akshas  parame    vyoman  so  anga veda  yadi           vâ       na veda
    wer von ihr das ursprüngliche Auge im höchsten Himmel der allein weiß es sei denn daß er nicht weiß
    Der ihr Bewußtsein ist im höchsten Himmel / kennt seinen Ursprung oder kennt ihn selbst nicht
 
 
 

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Feire Fiz (Hans Zimmermann), Görlitz : Quellensammlung : Sanskrit : Rgveda : Soma 9,1; Schöpfung: 10,71; 72; 81; 82; 90; 121; 129