Feire Fiz (Hans Zimmermann, Görlitz) : Koran : Rückerts Übersetzung : Sure 27
 
3,119 (113): min ahli 'l-kitâbi ummatun qâ'imatun: yatlûna âyâti 'llahi 'ânâ'a 'l-laili
aus Schriftkundigen eine Gemeinde, eine wahrhafte: die lesen Zeichen Gottes tief in der Nacht
 
al-Qur'ân : Aus Sura 27 : Die Ameisen
sûratu 'n-namli
(Salomon und die Königin von Saba)
Übersetzung: Friedrich Rückert (1836-1839)
 
bi-smi 'llâhi 'r-rahmâni 'r-rahîmi
 
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     7/7 Als wie da Mose sprach zu seinen Leuten: 
      Ich sehe dort ein Feuer, 
      Von ihm will ich euch bringen eine Nachricht, 
      Oder euch bringen einen Brand, 
      Daß ihr euch wärmen möget.
     
        8/8 Doch als er nun dahin kam, hört' er rufen: 
      Heilig ist der im Feuer ist und rings um es, 
      Lobpreis sei Gott, dem Herrn der Welten!
     
        9/9 O Mose, ich bin Gott der Mächtige der Weise. 
     
    10/10 Wirf deinen Stab! – 
      Als er nun sah den Stab sich regen, 
      Alsob er sei ein Geist. 
      Wandt' er zur Flucht den Rücken 
      Und kehrte sich nicht um. – O Mose, fürchte 
      Dich nicht! Es fürchten sich bei mir nicht die Gesandten.
     
     
     
     
     
    12/12 Nun steck' auch deine Hand in deinen Busen! 
      Hervorgehn soll sie weiß, ohn' Übel. 
      Dis unter den neun Zeichen 
      An Farao und sein Volk, denn ja 
      Sie sind ein Volk abtrünnig. –
     
    13/13 Und als nun ihnen kamen unsre Zeichen augensichtlich, 
      Sprachen sie: Das ist offenbarer Zauber.
     
    14/14 Und leugneten die Zeichen, 
      Die doch erkannten ihre Seelen, 
      Aus Trotz und Hochmuth. – Aber siehe, 
      Wie war das Ende nun der Frevler! – 
       
    15/15 Wir aber gaben David' einst 
      Und Salomone Weisheit, und sie sprachen: 
      Gelobt sei Gott, der uns aus Gnaden 
      Hat vorgezogen vielen 
      Seiner Knechte, der Gläubigen.
     
    16/16 Und Salomo beerbte David. 
      Und sprach: O all ihr Menschen! 
      Ich ward gelehrt der Vögel Sprache, 
      Und alles hab' ich überkommen; 
      Ja, das ist Gottes offenbare Gnade.
     
    17/17 Da ward geschaart zu Salomo 
      Sein Heer vom Stamm der Dschinnen, 
      Der Menschen und der Vögel, 
      Aufziehend in geschiednem Trupp;
     
    18/18 Bis da sie nun gekommen waren 
      Zum Thale der Ameisen, 
      Sprach eine Ameis: O all ihr Ameisen, geht 
      Hinein in eure Wohnungen, 
      Damit euch nicht zertrete 
      Salomo und sein Heer, 
        ohn' es zu merken!
     
    19/19 Da lächelt' er und lacht' ob ihrer Rede, 
      Und sprach: O Herr, gib Antrieb mir 
      Zu danken deine Huld, die du 
      Gabst huldreich über mich und meine Väter, 
      Zu thun das Gute das du liebest, 
      Und bringe mich in deiner 
      Barmherzigkeit zu deinen frommen Knechten!
     
    20/20 Da mustert' er die Vogelschaar, 
      Und sprach: Wie ist mir? nicht seh' ich den Hudhud. 
      Oder war' er wol abwesend? 
     
    21/21 Nun strafen will ich ihn mit schwerer Strafe, 
      Oder ihn schlachten, oder 
      Er komme mir mit einem klaren Ausweis.
     
    22/22 Doch jener blieb nicht lange fern, 
      Und sprach: Ich hab' erkundet, was 
      Du nicht erkundet hast, von Saba 
      Bring' ich dir sichre Nachricht.
     
    23/23 Ich fand daselbst ein Weib als ihre Königin, 
      Und sie hat überkommen alles, 
      Und einen großen Thron hat sie.
     
    24/24 Ich fand sie und ihr Volk anbeten 
      Die Sonne außer Gott, und schön läßt scheinen 
      Der Satan ihnen ihre Werke, 
      Daß er sie wegstieß von dem Weg, 
      Und sie nicht richtig gehn.
     
     
     
     
     
     
     
     
    27/27 Der König sprach: Wir wollen sehn. 
      Ob du die Wahrheit redest oder lögest.
     
    28/28 Geh hier mit meinem Brief, den wirf dort ihnen zu, 
      Dann wende dich von ihnen, 
      Und warte was sie erwidern. – 
     
    29/29 Sie sprach: O mein Gefolge! mir 
      Ist zugeworfen ein werther Brief.
     
    30/30 Er ist von Salomo, und ist 
      Im Namen Gottes des allbarmherzigen Erbarmers:
     
    31/31 Wollt ihr nicht ziehn hinauf zu mir, 
      Und kommen als Ergebne?
     
    32/32 Sie sprach: O mein Gefolge! 
      Nun rathet mir in meinem Ding! 
      Denn ich beschließe nie ein Ding, bis ihr mir bei seid.
     
    33/33 Sie sprachen: Wir sind Leute 
      Von Kraft und Leute von starker Macht; 
      Doch das Gebot steht dir zu, 
      So sieh nun zu, was du gebietest.
     
    34/34 Sie sprach: Fürwahr die Könige, 
      Wenn sie kommen in eine Stadt, 
      Verwüsten sie dieselbe, 
      Und ihre Edlen erniedern sie, 
      So pflegen sie zu thun.
     
    35/35 Drum will ich schicken Abgesandte 
      An jene mit Geschenken. 
      Und warten was zurück die Boten bringen.
     
    36/36 Als er nun kam zu Salomo, 
      Sprach dieser: Wollt ihr mich bereichern 
      Mit Gute? doch was Gott mir gab 
      Ist besser als was euch er gab; 
      Doch ihr habt Freud' an eueren Geschenken.
     
    37/37 Kehr um zu ihnen, doch wir wollen ihnen kommen 
      Mit einem Heer, dem sie nicht sind gewachsen, 
      Und wollen sie von dort vertreiben schmählich, 
      Klein sollen sie erscheinen.
     
    38/38 Er sprach: O mein Gefolge! 
      Wer von euch holt mir ihren Thron, 
      Eh sie mir kommen als Ergebne?
     
    39/39 Da sprach ein Ifrit von den Dschinnen: 
      Ich hol' ihn dir, eh du aufstehst von deinem Sitze; 
      Ich bin dazu stark und bewährt.
     
    40/40 Doch einer spricht, der Wissen hat vom Buche: 
      Er sprach: Ich hol' ihn dir, 
      Eh zu dir kehrt zurück dein Blick. – 
      Und als er ihn nun vor sich stehn sah, sprach er: Dis 
      Ist von der Gnade meines Herrn, 
      Daß er mich prüf, ob ich sei dankbar, ob undankbar. 
      Wer aber dankbar ist, ist es nur seiner Seele; 
      Und wer undankbar, nun mein Herr 
      Ist unbedürftig großmuthsvoll.
     
    41/41 Er sprach: Macht ihr unkenntlich ihren Thron! 
      Wir wollen sehen, ob sie ist erleuchtet, 
      Ob von den Unerleuchteten.
     
    42/42 Als sie nun kam, ward ihr gesagt: 
      Ist so wie der dein Thron? Sie sprach: 
      Es ist als sei ers selber. 
      Wir überkamen schon vordem das Wissen, 
      Und wurden Gottergebne. –
     
    43/43 Dann irrten aber jene sie, 
      Die sie anbetet' außer Gott, 
      Dieweil sie war aus einem Volk Ungläubiger.
     
    44/44 Ihr ward gesagt: Tritt in den Saal ein! 
      Sie sah ihn und hielt ihn für tiefes Wasser, 
      Und zog das Kleid hinauf von ihren Schenkeln. 
      Er sprach: Es ist ein Saal, geglättet von Kristallen.
    45/ –  Sie sprach: O Herr, ich habe mich versündigt; 
      Doch nun ergeb' ich mich mit den Ergebnen 
      an Gott den Herrn der Welten. 
 –  –  – 
    84/82 Und wann auf sie nun fällt das Wort der Strafe, 
      Dann lassen wir hervorgehn ihnen 
      Ein Thier dort aus der Erde, 
      Das wird zu ihnen sprechen, daß 
      Die Menschen nicht an unsre Zeichen glaubten.
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    89/87 Tags wo geblasen wird in die Drommete. 
      Wird zittern wer im Himmel und wer auf Erden, 
      Außer, wen Gott ausnehmen will, 
      Und alle kommen zu ihm unterwürfig.
     
    90/88 Und sehn wirst du die Berge, die du hältst für fest, 
      Die gehn nach Gang der Wolken, 
      Werkstellung Gottes, der gefügt hat jedes Ding, 
      Und Er ist kundig eures Thuns.
     
    91/89 Wer Gutes bringt, dem wird dafür ein Beßres, 
      Und solche sind vorm Zittern 
      Desselben Tags behut.
     
    92/90 Wer aber Böses bringt, derselben 
      Gesichter sind gestürzt ins Feuer: 
      Wird euch vergolten andres als ihr thatet?
     
    93/91 Mir ist geheißen dis nur: anzubeten 
      Den Herren dieser Flur, 
      Die er geweihet hat, und sein ist alles; 
      Und mir geheißen ist, zu seyn von den Ergebnen;
     
    94/92 Und vorzutragen auch der Koran. 
      Nun wer sich leiten läßt, der ist 
      Geleitet seiner eignen Seele; 
      Wer aber irre geht, du sprich: 
      Ich bin nur einer von den Mahnern.
     
    95/93 Und sprich: Gelobt sei Gott! er wird 
      Euch sehen lassen seine Zeichen, 
      Ihr werdet sie erkennen, 
      Und der Herr ist nicht 
      Unachtsam dessen was ihr thut. 
     
*
al-Qur'ânu (Der Koran, "Die Lesung")
vollständige Auflistung aller 114 Suren
*)
arabisch (original und transliteriert) und deutsch durch Friedrich Rückert (zwischen 1836 und 1839):
frühmekkanische Suren: 1.; 81., 82., 83., 84., (88., 90.), 91., 92., 93., 94., 95., 96., 97.,
100., 101.,102., 103, 105., 106., 107., 108., 109., 110., 111., 112., 113., 114.
(*
Suren 51-56;   *   Suren 67-80
 *)
Sure 2: Thronvers * Sure 5: Der Tisch * Sure 6: Schlüssel und Zeichen * Suren 3 und 19: Maria im Tempel, Jesus das Wort
Sure 24: Gott ist das Licht des Himmels und der Erde * Sure 27 (Die Ameisen): Salomon und die Königin von Saba
Sure 55: Der Allerbarmer, Litanei mit dem Refrain "Welche Gnad' eures Herrn wollt ihr verkennen?"
Sure 18: Die Siebenschläfer; Der Diener Gottes (al-Chidher) prüft Moses; Alexander der Große
vgl: Chidher und die Weisen aus dem Orient : zwei kleine Szenen
(*
nur deutsch (Rückert):
spätmekkanisch: Sure 12 (Josef), 13 (Der Donner), 14 (Abraham), 15 (Elhigru), 16 (Die Bienen); Sure 18 s.o.: Sure 19 s.o.
*)
arabische Schrift (Alphabet, Ligaturen, Zusatzzeichen)