Feire Fiz (Hans Zimmermann, Görlitz) : Koran : Rückerts Übersetzung : 18.Sure : Die Grotte : Siebenschläfer, Al-Chidher, Alexander
 
3,119 (113): min ahli 'l-kitâbi ummatun qâ'imatun: yatlûna âyâti 'llahi 'ânâ'a 'l-laili
aus Schriftkundigen eine Gemeinde, eine wahrhafte: die lesen Zeichen Gottes tief in der Nacht
 
al-Qur'ânu (Der Koran, "Die Lesung")
arabisch und deutsch (Übers. Rückert)
 vollständige Auflistung aller 114 Suren
Suratu 'l-Kahfi
18e Sure : Die Grotte
 
Siebenschläfer-Legende
Gleichnis von den zwei Gärten
Der Diener Gottes (al-Chidher) prüft Moses
Dhulkarnain (Alexander mit den "zwei Widderhörnern")
 
vgl: Chidher und die Weisen aus dem Orient : zwei kleine Szenen zu spielen vor der Tür des Café Oriental
 
 
 
        
    60 Als wie da Mose sprach zu seinem Knaben:  
     Ich ruh nicht   
      bis ich komme zum Verein der beiden Wasser, 
     Und sollt' ich gehn ein Menschenalter.  
      
    61 Als sie nun waren   
      zum Verein der beiden hingekommen, 
     Vergaßen sie dort ihren Fisch,  
     Der nahm ins Wasser seinen Weg in Eile.  
      
    62 Und als sie weiter drauf gegangen,  
     Sprach er zu seinem Knaben:   
      Gib uns unsre Kost! 
     Wir sind von dieser unsrer Reis' ermüdet.  
      
    63 Sprach dieser: Denke nur! als wir  
     Dort rasteten am Felsen, da vergaß ich  
     Den Fisch, und mich vergessen machte  
     Der Satan nur, daß ich daran nicht dachte.  
     Und er nahm seinen Weg ins Wasser wunderbar.  
      
    64 Sprach Mose:   
      Das ist, was wir wünschten! —   
        
    Da giengen sie zurück   
      auf ihren Spuren Schritt vor Schritt. 
      
    65 Und fanden einen Knecht von unsern Knechten,  
     Dem wir geschenket Huld von uns  
     Und hatten ihn gelehrt von unsrer Seite Weisheit.  
      
    66 Zu ihm sprach Mose: Darf ich mit dir gehn,  
     Aufdaß von dem, was du gelernt,  
     Du lehrest mich Rechtfertigkeit?  
      
    67 Er sprach: Du wirst dich nicht   
      bei mir gedulden können! 
      
    68 Wie solltest du dich wol gedulden  
     Bei etwas das du nicht begreifest?  
      
    69 Er sprach: Du sollst mich schon, wills Gott,   
      geduldig finden, 
     Nicht brechen werd‘ ich dein Gebot.  
      
    70 Er sprach: So folge mir,   
    und frag mich über nichts,  
     Bis ich davon dir Kunde sage. 
 
    71  Da giengen sie, bis sie nun fuhren  
     Im Schiffe, da zerbrach es jener.  
     Sprach Mose: Hast du's wol zerbrochen,  
     Um seine Leute zu ertränken?  
     Du thatest etwas Seltsames.  
      
    72 Er sprach: Hab' ich dirs nicht gesagt,  
     Du wirst dich nicht bei mir gedulden können?  
      
    73 Er sprach: Nimm mich nicht her darum  
     Was ich vergaß, und leg in meinen  
     Umständen mir nichts Hartes auf!  
        
    74 Da giengen sie nun weiter, bis  
     Sie fanden einen Jüngling, den erschlug er;  
     Sprach Mose: Wie? erschlugst du einen  
     Unschuldigen, ohne Rach‘ um Totschlag?  
     Du thatest etwas Arges.  
      
    75  Er sprach: Hab' ich dirs nicht gesagt,  
     Du wirst bei mir dich nicht gedulden können!  
      
    76  Sprach Mose: Frag' ich dich um etwas  
     Nach diesem noch, so bleib nicht mein Gefährte!  
     Dazu hast du von mir Befugnis.  
    77 Da giengen sie nun weiter, bis sie kamen  
     Zu den Bewohnern einer Stadt,  
     Und giengen die Bewohner an um Speisung,  
     Die weigerten's sie zu bewirthen.  
     Drauf fanden dort die beiden eine Mauer,  
     Die wollt' einstürzen, diese stützte jener.  
     Sprach Mose: Wolltest du, du könntest  
     Dafür wol kriegen einen Lohn! 
    78 Er sprach:   
      Dis ist die Scheidung zwischen mir und dir. 
     Nun sag' ich dir die Deutung dessen,  
     Wobei du dich nicht hast gedulden können:  

    79 Das Schiff zuerst gehöret armen Leuten,  
     Die ihr Gewerb im Wasser haben,  
     Und schadhaft wollt‘ ichs machen,  
     Weil hinter ihnen her ein Fürst war,  
     Der jedes Schiff nahm mit Gewalt.  

    80 Der Jüngling aber, seine Eltern  
     Sind Gläubige, wir aber sorgten,  
     Verleiten möcht' er sie zu Abfall   

      und Verleugnung,  
       
    81 Und wünschten, daß für ihn ihr Herr  
     Geb' ihnen einen bessern  
     An Reinigkeit und näheren an Liebe.  

    82 Die Mauer endlich, die gehört  
     Zwei Waisenkindern in der Stadt,  
     Und drunter liegt ein Schatz für sie,  
     Ihr Vater war ein frommer Mann, drum wollte  
     Dein Herr, daß sie zu ihrem Alter kämen,  
     Und ihren Schatz hervor dann nähmen;  
     Aus Huld von deinem Herrn, mitnichten  
     Aus eigner Willkür that ich es.  
     Dis ist die Deutung dessen,  
     Wobei du dich nicht hast gedulden können.   

 
        
    83 Sie fragen dich auch um Dhulkarnain;  
     Sag: Euch berichten will ich dessen Kunde.  
       
    84 Wir setzten ihn auf Erden ein,  
     Und gaben ihm zu allem Weg;  
     Da schlug er einen Weg ein;  
      
    85 Bis daß er kam zum Untergang der Sonne,  
     Und untergehen fand er sie   
      in einer schlammigen Quelle, 
     Und fand daselbst ein Volk.  
      
    86 Wir sprachen: Dhulkarnain,   
      magst du sie strafen nun, 
     Magst sie behandeln freundlich.  
      
    87 Er sprach: Wer sündigt,   
      den werd‘ ich bestrafen; 
     Dann kehret er zu seinem Herrn,  
     Der wird bestrafen ihn mit arger Strafe.  
      
    88 Wer aber glaubt und Gutes thut,  
     Für den ist schönste Lohnung,  
     Wir werden ihm gebieten Güt‘ges.   
      
    89 Drauf schlug er einen andern Weg ein,  
      
    90 Bis er zum Aufgang kam der Sonne,  
     Und aufgehn fand er sie ob einem Volke,  
     Dem gegen sie wir keinen Schirm gegeben.  
      
    91 Soweit, und wir erkannten ihn  
     Und wußten was in ihm war. 
 
        
    92 Drauf schlug er einen andern Weg ein;  
      
    93 Bis daß er hinkam zwischen zwei Bergriegel,  
     Dahinter er ein Volk fand,  
     Die kaum verstunden Rede.  
      
    94 Die sprachen: O Dhulkarnain!  
     Jagug und Magug   
      schädigen auf der Erde; 
     Sollen wir dir nun Schatzung geben,  
     Aufdaß du machest zwischen uns   
      und ihnen einen Riegel? 
      
    95 Er sprach: Worin mein Herr mich eingesetzt hat,   
      das ist besser. 
     Doch helfet mir mit Kraft, so mach‘ ich zwischen euch  
       Und ihnen eine Sperre. 
      
    96 Bringt Eisenbarren mir! Und als  
     Er aufgeschichtet zwischen den zwei Halden,  
     Sprach er: Nun blast!   
      und als er es gebracht in Glut, 
     Sprach er: Nun gebet her, daß ich  
     Darüber gieße Schmelzerz.  
      
    97 Nun konnten sie‘s nicht übersteigen,  
     Und konnten‘s nicht durchgraben.  
      
    98 Er sprach: Dis ist Barmherzigkeit   
      von meinem Herrn. 
    Wann aber die Verheißung meines Herrn kommt,  
     Macht ers zu Malm,   
      und die Verheißung meines Herrn ist wahrhaft. 
      
        
    99 Desselben Tages lassen wir  
     Den einen stürmend wogen auf den andern;  
     Geblasen wird in die Drommete,  
     Und wir versammeln sie zur Sammlung.  
      
    100 Und stellen dar die Höll‘ alsdann  
     Den Leugnern zur Darstellung;  
      
    101 Die über ihren Augen hatten Decken  
     Vor unsrer Mahnung,   
      und nicht konnten hören. 
      
    102 Was dachten die Ungläubigen,  
     Zu nehmen meine Knechte neben mir zu Helfern?  
     Bereitet haben wir die Hölle  
     Den Leugnenden zur Einkehr.  
      
    103 Sprich also: Sollen wir euch sagen,  
     Wer die verlustigsten wol sind an Werken!  
      
    104 Die deren Streben irre gieng   
      auf dieser Welt, 
     Und meinten   
      daß sie schön es machten! 
      
    105 Die sind es die verleugneten  
     Die Zeichen ihres Herrn und sein Erscheinen;  
     Drum sind verfallen ihre Werke,  
     Wir richten ihnen nicht   
      am Tag der Urständ‘ eine Waage. 
      
    106 Dis ihr Vergelt, die Hölle,   
      weil sie leugneten 
     Und nahmen meine Zeichen  
     Und meine Boten zum Gelächter.  
      
    107 Die aber glaubten   
      und das Gute thaten, 
     Für sie sind Paradiesesgärten Einkehr,  
      
    108 Darin sie ewig sind, sie suchen  
     Von dannen nicht Veränderung.
 
 
 
al-Qur'ânu (Der Koran, "Die Lesung")
vollständige Auflistung aller 114 Suren
*)
arabisch (original und transliteriert) und deutsch durch Friedrich Rückert (zwischen 1836 und 1839):
frühmekkanische Suren: 1.; 81., 82., 83., 84., (88., 90.), 91., 92., 93., 94., 95., 96., 97.,
100., 101.,102., 103, 105., 106., 107., 108., 109., 110., 111., 112., 113., 114.
(*
Suren 51-56;   *   Suren 67-80
 *)
Sure 2: Thronvers * Sure 5: Der Tisch * Sure 6: Schlüssel und Zeichen * Suren 3 und 19: Maria im Tempel, Jesus das Wort
Sure 24: Gott ist das Licht des Himmels und der Erde * Sure 27 (Die Ameisen): Salomon und die Königin von Saba
Sure 55: Der Allerbarmer, Litanei mit dem Refrain "Welche Gnad' eures Herrn wollt ihr verkennen?"
Sure 18: Die Siebenschläfer; Der Diener Gottes (al-Chidher) prüft Moses; Alexander der Große
vgl: Chidher und die Weisen aus dem Orient : zwei kleine Szenen
(*
nur deutsch (Rückert):
spätmekkanisch: Sure 12 (Josef), 13 (Der Donner), 14 (Abraham), 15 (Elhigru), 16 (Die Bienen); Sure 18 s.o.: Sure 19 s.o.
*)
arabische Schrift (Alphabet, Ligaturen, Zusatzzeichen)
Die Geschichte von Abu Dîsa, welcher Sperling genannt war, und von seinen wunderbaren Erlebnissen
Aus dem Arabischen durch Hans Wehr (1959)
*
Goethes orientalisierende Gedichtesammlung mit dem Titel "West-östlicher Divan" (Gutenberg-Edition)
*
 
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