Feire Fiz (Hans Zimmermann, Görlitz) : Koran : Rückerts Übersetzung : 18.Sure : Die Grotte : Siebenschläfer, Al-Chidher, Alexander
 
3,119 (113): min ahli 'l-kitâbi ummatun qâ'imatun: yatlûna âyâti 'llahi 'ânâ'a 'l-laili
aus Schriftkundigen eine Gemeinde, eine wahrhafte: die lesen Zeichen Gottes tief in der Nacht
 
al-Qur'ânu : Die frühmekkanischen Suren 51-56
arabisch und deutsch (Übers. Rückert)
 vollständige Auflistung aller 114 Suren
Aus der 51. Sure : Die Streuerinnen
52. Sure : Der Berg
53. Sure : Der Stern
Anfang und Ende der 54. Sure : Der Mond
55. Sure : Der Allerbarmer
56. Sure : Die Treffende
 
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 sûratu 'dh-dhâriyâti
Aus der 51n Sure : Überschrift Die Streuerinnen
 
bi-smi 'llâhi 'r-rahmâni 'r-rahîmi
 
     1 Bei euren streuenden Streuerinen!  
      2 Und Bürdetragerinnen!  
      3 Und leichten Läuferinnen!  
      4 Und Werkanordnerinnen!  
      5 Was euch gedroht ist, das ist wahr.  
      6 Und das Gericht trifft ein.  
     7 Beim Himmel dem gestreiften!  
      8 Ihr führt mishellige Rede;  
      9 Durch die wird irr, wer irr ist.  
    10 Tod den verlognen Wähnern.  
    11 Die in Betäubung taumeln!  
    12 Sie fragen: wann ist der Gerichtstag?  
    13 Tags wo man sie am Feuer probt.  
    14 Verkostet eure Probe!  
         Das ist was ihr herbeirieft.  
    15 Aber die Frommen in Gärten und an Quellen.  
    16 Empfahnd, was ihnen gab ihr Herr,  
         Weil sie zuvor schön handelten;  
    17 Nur wenig von der Nacht sie schliefen;  
    18 Und früh an um Verzeihung riefen.  
    19 Und ihres Gutes ward sein Theil  
         Dem Bittenden und dem Darber.  
    20 Auf Erden wol sind Zeichen für Erkennende,  
    21 Und an euch selber; seht ihr nicht?  
    22 Doch im Himmel ist eure  
         Versorgung, und das euch Verheißne.  
    23 Beim Herrn des Himmels und der Erde!  
        Das ist wahr.  
        Wie ihr auch zu betheuern pflegt. 
       
 
    56 Ich schuf die Dschinnen und die Menschen  
         Nur dazu daß sie dienten mir.  
    57 Ich will von ihnen keine Nahrung.  
         Will nicht, daß sie mich speisen.  
    58 Denn Gott ja ist der Nährer,  
         Der Herr der starken Kraft.     
 —  
  
  
 
*)
 
sûratu 't-tûri
52. Sure : Der Berg
 
bi-smi 'llâhi 'r-rahmâni 'r-rahîmi
 
     
     1 Beim Berg in Wettern!  
      2 Und bei des Buches Lettern  
      3 Auf entfalteten Blättern!  
      4 Bei dem besuchten Hause,  
      5 Des Daches hohem Knaufe,  
      6 Und bei des Meeres Brause!  
      7 Die Strafe deines Herrn trifft ein,  
      8 Und ihr wird kein Abwender seyn,  
      9 Wann wank die Himmel wanken,  
    10 Und schwank die Berge schwanken,  
    11 Weh selbigen Tags den Lügezeihern,  
    12 Die plätschern in der Thorheit Weihern,  
    13 Des Tags, wo man sie zu den Feuern  
         Der Hölle stößt mit Stoß hin.  
    14 Das ist das Feuer, das ihr Lüge habt geziehn.  
    15 Ists Blendwerk, oder seht ihrs nicht?  
    16 Nun heizt es, und seid geduldig oder seid es nicht!  
         Gleich gilt es nun,  
         Man lohnet euch nur euer Thun.  
     
    17 Die Frommen aber in Gärten und in Wonnen,  
    18 Froh des was ihnen gab ihr Herr,  
         Es schirmte sie ihr Herr, vorm Flammenbronnen.  
    19 Esset und trinket wohlgemuth,  
         Weil ihr thatet gut!  
    20 Gelehnt auf Polstern den gebauschten,  
         Und wir vermählten sie mit Huris großgeaugten.  
    21 Die so da glaubten und es folgte  
         Ihr Nachsproß ihnen auch im Glauben,  
         Beigeben wir denselben ihren Nachsproß,  
         Und wir verkürzen sie um ihrer Werke keins;  
         Ein jeder Mann steht seinem Thun zu Pfande.  
    22 Wir haben sie versorgt mit Früchten  
         Und Fleisch, wie sie begehren.  
    23 Sie langen dort sich Becher zu,  
         Kein Thorenwort ist dort und keine Sünde.  
    24 Und um sie kreisen zur Bedienung Jünglinge  
         Gleich Perlen in der Muschel.  
    25 Da wendet einer sich zum andern  
                          fragend:  
    26 Sprechend: Wir waren sonst  
                         unter den Unsern zagend.  
    27 Doch Gottes Huld nahm uns in Hut.  
         Und schirmt' uns vor der Pein der Glut.  
    28 Wir aber riefen sonst ihn auch,  
         Er ist der gnädige der Erbarmer. 
    29 Du mahne nur! Du bist, dank deinem Herren, weder  
         Wahrsager noch bezaubert.  
    30 Oder sagen sie ein Dichter?  
         Wir wollen seines Unfalls lauern.  
    31 Sprich:  
         Lauert nur! ich will mit euch stehn  
      auf der Lauer.  
    32 Mahnen sie ihre Träume dessen?  
         Oder sind sie nur so vermessen?  
    33 Oder sagen sie: Er macht ein Gedicht?  
         Ja, sie glauben nicht.  
    34 Sie mögen doch nur bringen einen gleichen Spruch,  
         Wenn sie die Wahrheit reden.  
    35 Sind sie erschaffen wol aus Nichts,  
         Oder sind sie selbst die Schöpfer?  
    36 Erschufen sie wol Erd' und Himmel?  
         Sie haben nichts Gewisses.  
    37 Sind ihnen deines Herrn Schatzkammern.  
         Oder sind sie die Verwalter?  
    38 Oder haben sie eine Leiter,  
         Darauf zu steigen und zu horchen?  
         So komm' ein Horcher nur von ihnen  
         Mit Vollmacht und Beweisen!  
    39 Hat Er die Töchter, ihr die Söhne?  
    40 Oder forderst du Lohn von ihnen,  
         Daß Schuldenlast sie drückte?  
    41 Besitzen sie wol das Geheimnis,  
         Und schreiben es?  
    42 Oder schmieden sie eine List?  
         Doch die Leugner sind überlistet.  
    43 Haben sie andern Gott als Gott?  
         Lobpreis sei Gott ob allem,  
         Was sie ihm beigesellen!  
    44 Und sähen sie ein Stück vom Himmel fallen,  
         So sprächen sie: Ein Wolkenstreif.  
    45 Laß du sie nur, bis sie begegnen ihrem Tag,  
         Wo sie bestürzt seyn werden.  
    46 Des Tags wo ihnen nicht wird helfen ihre List,  
         Und ihnen wird kein Beistand.  
    47 Der' Frevler aber wartet vorher Strafe noch.  
         Doch ihre meisten wissen nichts.  
    48 Harr auf den Rathschluß deines Herrn!  
         Du bist vor unsern Augen.  
         Und preise deines Herrn Lob, wann du aufstehst,  
    49 Und einen Theil der Nacht durch preise.  
         Und hinter'm Fall der Sterne. 
     
*)
 
sûratu 'n-najmi
53e Sure : Der Stern
 
bi-smi 'llâhi 'r-rahmâni 'r-rahîmi
 
     
    1 Beim Stern der flirrt!  
    2 Nicht euer Genosse thört noch irrt,  
    3 Spricht nicht aus eigener Begierd',  
    4 Es ist was offenbart ihm wird,  
    5 Ihn lehrte ein hochstrebender,  
    6 Gewaltiger, stätschwebender,  
    7 Am Himmel hoch sich hebender,  
    8 Dann naht' er sich und kam hernieder,  
    9 Und war zwei Ellen weit und minder,  
    10 Und offenbarte seinem Knecht,  
        was er ihm offenbarte;  
    11 Nicht log das Herz, was das Auge gewahrte.  
    12 Wollt ihr abstreiten ihm, was er gewahrte?  
     
    13/13 Dann sah er ihn das andremal  
    14/14 Beim Sidrabaum am Grenzepfahl,  
    15/15 Wo der Wohngarten sich erstreckt;  
    16/16 Da hat den Sidrabaum bedeckt, was ihn bedeckt.  
    17/17 Es wankte nicht und irrte nicht  
        sein Blick erschreckt;  
    18/18 Von Zeichen seines Herrn sah er das große.  
    19/19 Was meint ihr nun von Allat und von Osse?  
    20/20 Und von Menat, der dritten der Genossen?  
    21/21 Hat Er die Töchter, ihr die Knaben?  
    22/22 Ihr wollt unbillige Theilung haben.  
    23/23 Es sind nur Namen, die ihr nanntet,  
        ihr und eure Väter,  
      Gott sandte dazu keine Vollmacht,  
      Ihr folgt nur eurer Meinung  
      Und eurer Seelen Lust, 
      Da doch von eurem Herrn euch kam die Leitung. 
    24/24 Hat wol der Mensch, was ihn ergetzt?  
    25/25 Doch Gottes ist das Erst' und Letzt';  
    26/26 Und o wie mancher Engel in den Himmeln,  
      Nichts nützet seine Fürsprach', 
    27/ –  Als nur nachdem es zuläßt Gott  
      Für einen, den er liebt und schätzt. 
    28/27 Doch die nicht glauben an das Letzte, haben  
      Den Engeln weibliche Namen gesetzt. 
    29/28 Sie haben davon nicht Wissenschaft,  
      Sie folgen nur der Meinung,  
      Da doch die Meinung von der Wahrheit  
        nichts ersetzt,
    30/29 Laß ab von dem, der sich abwendet  
        unsrer Mahnung  
      Und nur an dieser Welt sich letzt. 
    31/30 Das ist ihr höchstes Ziel der Weisheit;  
      Gott aber weiß wer ab von seinem Wege schreitet,  
      Und weiß wer da ist recht geleitet. 
    32/31 Sein ist was da im Himmel und auf Erden ist,  
      Um zu vergelten Bösesthuenden ihr Thun,  
      Schönhandelnden das Schönste zu bereiten, 
    33/32 Die Laster und Hauptsünden meiden,  
      Und fehlen nur in Kleinigkeiten;  
      Dein Herr ist weit umfassend an Barmherzigkeit.  
      Er wüßt' um euch, als er euch ließ hervorgehn  
        aus der Erde,  
      Und als ihr Keime wart  
        in eurer Mütter Leibern;  
      Drum machet euch nicht rein:  
        er weiß schon wer ihn ehret. 
    34/33 O siehst du den, der ab sich kehret?  
    35/34 Der kargt und gibt nichts Großes?  
    36/35 Kennt er vielleicht die Heimlichkeit des Loßes?  
    37/36 Ward ihm nichts kund vom Buche Moßes?  
    38/37 Von Abraham, der Treue pflegt'?  
    39/38 Und daß nie eine Trägerinn  
    Die Last von einer andern trägt? 
    40/39 Und nichts dem Menschen wird,  
        als was er angelegt?  
    41/40 Sein Angelegtes einst wird sichtbar dargelegt?  
    42/41 Dann wird ihm voller Lohn gewägt!  
    43/42 Und daß beim Herrn der Ausgang ist der Sachen?  
    44/43 Er weinen macht und lachen?  
    45/44 Und sterben und erwachen?  
    46/45 Daß er erschaffet die Geschlechter,  
        Weib und Mann,  
    47/46 Aus einem Tröpflein welches rann?  
    48/47 Und daß er auch zum andernmale schaffen kann?  
    49/48 Daß man ohn' ihn kein Gut gewann?  
    50/49 Und Sirius ist in seinem Bann?  
    51/50 Daß er das Volk von Ad verstieß?  
    52/51 Und von Themud nicht übrig ließ?  
    53/52 Und Noa's Volk;  
        denn sündig wars und frech dazu.  
    54/53 Und er stürzt' um die Stadt' im Nu;  
    55/54 Da deckte sie was sie deckte zu.  
    56/55 An welcher Gnade deines Herren zweifelst du?  
    57/56 Dir kam ein Mahner von den alten Mahnern zu.  
    58/57 Die Überfallende fällt ein,  
     – /58 Die Niemand außer Gott hält ein.  
    59/59 Verwundert ihr euch dieser Kunde?  
    60/60 Lacht statt zu weinen mit dem Munde?  
    61/61 Und schreitet stolz einher zur Stunde?  
    62/62 Fallt nieder betet an am Grund!  
     
*)
 
54 sûratu 'l-qamar
Anfang und Ende der 54n Sure : Der Mond
 
bi-smi 'llâhi 'r-rahmâni 'r-rahîmi
 
 
     1 Die Stunde naht,  
      es ist der Mond gespaltet.  
      2 Doch wenn sie sehn ein Zeichen, wenden sie sich ab  
         Und sagen: Zauber waltet.  
      3 Sie zeihn der Lüg' und folgen ihren Lüsten:  
         Doch alles Ding ist fest gestaltet.  
      4 Wol zur Abschreckung könnten dienen  
         Die Mahnungen, die ihr erhaltet.  
      5 Ausreichende Belehrungen,  
         Und Warnung, die ihr schaltet.  
      6 Laß du sie gehn! einst wann der Rufer  
         Ruft zu dem Dinge schlimm gestaltet!  
      7 Die Augen niederschlagend,  
      gehn sie aus der Gruft,  
         Wie sich ein Heuschreckzug entfaltet;  
      8 Hinzitternd zu dem Rufer, sagen dann die Leugner:  
         Das ist ein Tag der hitzt und kaltet. 
 
    52 Doch alles ist im Buch entfaltet.  
    53 Geschrieben, was für groß und klein ihr haltet.  
    54 Die Frommen in den Gärten,  
         an Strömen, ungealtet,  
    55 Im Sitze der Gerechtigkeit,  
         Beim Könige, der waltet.  
     
 *)
 
sûratu 'r-rahmân
55e Sure : Der Allerbarmer
*)
 
sûratu 'l-wâqi°ati
56. Sure Die Treffende
 
bi-smi 'llâhi 'r-rahmâni 'r-rahîmi
 
 
          
     1/1 Wann eintrifft die Treffende,  
        2/2 Die nichtzubezweifelnde,  
        3/3 Erniedernde, erhöhende;  
        4/4 Wann die Erd' erbebt mit Beben,  
        5/5 Die Berge gehoben sich heben,  
        6/6 Und werden zu Flockengeweben,  
        7/7 Drei Schaaren werdet ihr geben:  
        8/8 Die Genossen der rechten Hand;  
      Was sind die Genossen der rechten Hand?
        9/9 Und die Genossen der linken Hand;  
      Was sind die Genossen der linken Hand?
    10/10 Und die Vorgeh'nden, die Vorgeh'nden!  
    11/11 Das sind die Nahesteh'nden;  
    12/12 In Wonnegärten,  
    13/13 Ein Trupp von den Urersten,  
    14/14 Und wenige von den Letzten.  
    15/15 Auf gestickten Polsterkissen  
    16/16 Gelehnt darauf, sich gegenübersitzend,  
    17/17 Umkreist von Jünglingen ewigen,  
    18/18 Mit Bechern, Näpfen,  
      Schaalen des Klarflüssigen,  
    19/19 Das nicht berauscht und nicht verdüstert;  
    20/20 Und Früchten, wonach sie gelüsten,  
    21/21 Und Fleisch von Vögeln, was sie wünschen.  
    22/22 Und Huris, schöngeaugt,   
     – /23                         gleich Perlen in der Muschel,  
    23/24 Belohnung fürs gethane Gute:  
    24/25 Sie hören dort kein Thorenwort noch Sünde,  
    25/26 Nur sagen Friede Friede! 
    26/27 Doch die Genossen der Rechten?  
      Wo sind die Genossen der Rechten? 
    27/28 Bei Sidrabäumen schlichten,  
    28/29 Und Talhasträuchen in Schichten,  
    29/30 Und Schatten dichten,  
    30/31 Und Quellen lichten,  
    31/32 Und vielen Früchten,  
    32/33 Ungeschmälert und unverwehrt.  
    33/34 Aber die auf den Polstern hehr,  
    34/35 Neu schufen wir sie neulich,  
    35/36 Und machten sie jungfreulich,  
    36/37 Gleichaltrig, herzerfreulich  
    37/38 Den Genossen der Rechten;  
    38/39 Ein Trupp von den Urersten,  
    39/40 Und ein Trupp von den Letzten 
    40/41 Doch die Genossen der Linken,  
      Wo sind die Genossen der Linken? 
    41/42 Im Süd– und Glutwinde,  
    42/43 Und Schatten vom Rauchgewinde,  
    43/44 Nicht kühl und hold zu empfinden.  
    44/45 Sie waren es die sonst sich letzten,  
    45/46 Sich an Ruchlosigkeit ergetzten,  
    46/47 Und Worte setzten:  
    47/  – Wie, wann wir starben  
                        und wurden Staub und Knochen,  
      Wie sollen wir seyn die Auferweckten? 
    48/48 Und unsre Väter auch, die ersten?  
    49/49 Sag: Ja die ersten und die letzten,  
    50/50 Versammelt zu der Tagfrist, der gesetzten.  
    51/51 Ihr Irrer,  
        und ihr Leugner, nun  
    52/52 Esset ihr von dem Baum Zakkum,  
    53/53 Und füllet euern Bauch davon,  
    54/54 Und trinkt darauf vom heißen Strom,  
    55/55 Und trinkt so schnell,  
      Wie ein verdurstetes Kamel. 
    56/56 Dis ist ihr Gasttrunk am Gerichtsstag.  
    57/57 Wir haben euch geschaffen:  
      O daß ihr glauben möchtet!  
    58/58 Was meinet ihr vom Saamen,  
        den ihr hingießt? 
    59/59 Seid ihr es, die ihn schafft?  
      Oder sind wir die Schaffenden? 
    60/60 Wir setzen unter euch den Tod fest,  
      Und Niemand kommt darin zuvor uns, 
    61/61 An eure Statt zu setzen andre,  
      Und euch entstehn zu lassen neu  
      In dem was ihr nicht kennet. 
    62/62 Ihr kennt ja das Entstehn, das erste:  
      O daß ihr doch bedächtet! 
    63/63 Was meinet ihr vom Feld das ihr bestellet?  
    64/64 Seid ihr es die es säet?  
      Oder sind wir die Säenden? 
    65/65 Gefiel' es uns, so machten wirs zu Stoppeln,  
      Dann würdet ihr euch wundern: 
    66/66 Wir sind verschuldet, ja wir sind  
     – /67 Um den Ertrag betrogen.  
    67/68 Was meinet ihr vom Wasser das ihr trinket?  
    68/69 Seid ihr es die es sendet aus der Wolke?  
      Oder sind wir die Sendenden? 
    69/70 Gefiel' es uns, so machten wir es bitter:  
      O wollet ihr nicht danken? 
    70/71 Was meinet ihr zum Feuer das ihr zündet?  
    71/72 Habt ihr gepflanzt den Baum desselben?  
      Oder sind wir die Pflanzenden? 
    72/73 Wir schufens zur Erinnerung.  
      Und zum Gebrauch der Reis' in Wüsten. 
    73/74 Preise den Namen deines Herrn, des großen!  
    74/75 Ich schwöre nicht beim Fall der Sterne  
    75/76 (Ja dieser Schwur ist,  
        wüßtet ihrs, ein großer):  
    76/77 Dis ist ein werther Koran  
    77/78 In dein verwahrten Buche,  
    78/79 Berührt nur von Reinen,  
    79/70 Eröffnung von dem Herrn der Welten.  
    80/81 Wollt ihr verschlagen diese Kunde?  
    81/82 Zu eurem Unterhalt es machen daß ihr leugnet?  
    82/83 O wann die Seele kommt zum Schlunde,  
    83/84 Und ihr es seht zur Stunde,  
    84/85 Doch wir sind näher ihm als ihr,  
      Ihr aber seht es nicht; 
    85/86 O könntet ihr dann ungerichtet  
    86/87 Die Seele wiederbringen,  
      Wenn ihr doch Wahrheit redet! 
    87/88 Doch wenn er nun ist von den Nahgestellten;  
    88/89 Ruh ihm und Duft und Wonnegarten!  
    89/90 Und ist er von der Schaar zur Rechten;  
    90/91 Friede dir von der Schaar zur Rechten!  
    91/92 Doch ist er von den Leugnern,  
    92/ –  Den Irrern;  
    93/93 Ein Gasttrunk ihm vom heißen!  
    94/94 Und Feuerbrand der Hölle!  
    95/95 Dis ist die Wahrheit die gewisse;  
    96/96 Preise den Namen deines Herrn, den großen!  
     
 
al-Qur'ânu (Der Koran, "Die Lesung")
vollständige Auflistung aller 114 Suren
*)
arabisch (original und transliteriert) und deutsch durch Friedrich Rückert (zwischen 1836 und 1839):
frühmekkanische Suren: 1.; 81., 82., 83., 84., (88., 90.), 91., 92., 93., 94., 95., 96.,
97., 100., 101.,102., 103, 105., 106., 107., 108., 109., 110., 111., 112., 113., 114.
(*
Suren 51-56;   *   Suren 67-80
 *)
Sure 2: Thronvers * Sure 5: Der Tisch * Sure 6: Schlüssel und Zeichen * Suren 3 und 19: Maria im Tempel, Jesus das Wort
Sure 24: Gott ist das Licht des Himmels und der Erde * Sure 27 (Die Ameisen): Salomon und die Königin von Saba
Sure 55: Der Allerbarmer, Litanei mit dem Refrain "Welche Gnad' eures Herrn wollt ihr verkennen?"
Sure 18: Die Siebenschläfer; Der Diener Gottes (al-Chidher) prüft Moses; Alexander der Große
(*
nur deutsch (Rückert):
spätmekkanisch: Sure 12 (Josef), 13 (Der Donner), 14 (Abraham), 15 (Elhigru), 16 (Die Bienen); Sure 18 s.o.: Sure 19 s.o.
*)
arabische Schrift (Alphabet, Ligaturen, Zusatzzeichen)
*
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Feire Fiz (Hans Zimmermann, Görlitz) : Koran : Rückerts Übersetzung : Sure 51-56