Feire Fiz (Hans Zimmermann), Görlitz : Quellentexte in zwölf Sprachen : Indien : Upanishaden des Sâmaveda : Chândogya-Upanishad
 
Paul Deussen: Vorrede zu "Sechzig Upanishads" * Brhadâranyaka- & Îshâ-Up. * Einl.: Up. des Sâmaveda * Kena-Up.
Chândogya-Upanishad:  Inhaltsverzeichnis * 1 * 2 * 3 (Weltei) * 4 * 5 (prâna) * 6 (tat tvam asi) * 7 * 8,1-6; 8,7-15
 
Chândogya-Upanishad
Übersetzung und Voranmerkungen: Paul Deussen
 
 S. 117
Vierter Prapâthaka
OM
Erster Khanda
Zweiter Kanda
tad u ha jânashrutih pautrâyanah shet shatâni gavâm nishkam ashvatarî-ratham tad âdâya praticakrame tam hâbhyuvâda (1) 1. Da nahm Jânashruti, der Enkelsohn, sechshundert Kühe, eine güldene Halskette und einen Wagen mit Maultieren, ging zu ihm hin und sprach:
  raikvemâni shet shatâni gavâm ayam nishko 'yam ashvatarî-ratho 'nu ma etâm bhagavo devatâm shâdhi yâm devatâm upâssa iti (2) 2. „Raikva, da sind sechshundert Kühe, da ist eine güldene Halskette, da ist ein Wagen mit Maultieren; belehre mich, Ehrwürdiger, über die Gottheit, die du verehrst.“ –
 
tam ha parah pratyuvâcâha hâretvâ shûdra
3. Ihm erwiderte der andre: „Oho! für ein Geschmeide und Gefährt, du Shûdra! Sehr ansprechend ist Böhtlingk's Auffassung: ahaha are tvâ, Shûdra, "ich lache über dich o Shûdra", und weiter unten die Konjektur: ahaha are îmâh, Shûdra, "ich lache über jene (Kühe) o Shûdra".  
taddhaiva saha gobhir astv iti
Behalte sie für dich, mitsamt den Kühen.“
 
tad u ha punar eva jânashrutih pautrâyanah sahasram gavâm nishkam ashvatarî-ratham duhitaram tad âdâya praticakrame (3) Da nahm hinwiederum Jânashruti, der Enkelsohn, tausend Kühe, eine güldene Halskette, einen Wagen mit Maultieren und seine Tochter, die nahm er, ging zu ihm hin  
tam hâbhyuvâda
4. und sprach:
  raikvedam sahasram gavâm ayam nishko ayam ashvatarî-ratham iyam jâyâyam grâmo yasminn âsse 'nveva mâ bhagavah shâdhîti (4) „Raikva! da sind tausend Kühe, da ist eine güldene Halskette, da ist ein Wagen mit Maultieren, da ist ein Weib, und da ist das Dorf, in dem du sitzest; – belehre mich, Ehrwürdiger!“
 
tasyâ ha mukham upodgrhnann uvâcâjahâremâh shûdrânenaiva mukhenâlâpayishyathâ iti 5. Da richtete er ihr [schamhaft gesenktes] Angesicht in die Höhe und sprach: „Da schleppt er jene da [die Kühe] herbei! Shûdra, durch dieses Angesicht allein hättest du mich zum Sprechen gebracht.“ –  
te haite raikaparnâ nâma mahâvrsheshu yatrâsmâ uvâsa Das sind die Raikvaparna genannten [Dörfer] im Lande der Mahâvrsha's, wo er ihm [auf seine Veranlassung] wohnte.  
tasmai hovâca
Und er sprach zu ihm:
 
iti dvitîyah khandah (2)
Dritter Khanda
Parallel zu diesem Khanda ist Talav.Up.Br.3,1-2.
 
vâyur vâva samvargo
1. „Der Wind fürwahr ist der An-sich-Raffer.
 
yadâ vâ agnir udvâyati vâyum evâpyeti yadâ sûryo 'stam eti vâyum evâpyeti yadâ candro 'stam eti vâyum evâpyeti (1) yadâpa ucchushyanti vâyum evâpiyanti Denn wenn das Feuer verweht, so geht es ein in den Wind; und wenn die Sonne untergeht, so geht sie ein in den Wind; und wenn der Mond untergeht, so geht er ein in den Wind; 2. und wenn die Wasser austrocknen, so gehen sie ein in den  S.120  Wind.  
vâyur hy evaitân sarvân samvrnkta ity adhidaivatam (2) Denn der Wind rafft sie alle an sich. – So in bezug auf die Gottheit.  
athâdhyâtmam prâno vâva samvargah 3. Nun in bezug auf das Selbst. – Der Odem fürwahr ist der An-sich-Raffer.  
sa yadâ svapiti prânam eva vâg apyeti prânam cakshuh prânam shrotram prânam manah prâno hy evaitân sarvân samvrnkta iti (3) Denn wenn einer schläft, so geht in den Odem ein die Rede, in den Odem das Auge, in den Odem das Ohr, in den Odem das Manas. Denn der Odem rafft sie alle an sich.  
tau vâ etau dvau samvargau vâyur eva deveshu prânah prâneshu (4) 4. Diese beiden also sind die zwei An-sich-Raffer, der Wind unter den Göttern und der Odem unter den Lebenshauchen.  
 
atha ha shaunakam ca kâpeyam abhipratârinam ca kâkshasenim parivishyamânau brahma-cârî bibhikshe tasmâ u ha na dadatuh (5) 5. Nun geschah es einstmals, daß den Shaunaka Kapeya und den Abhipratârin Kâkshaseni, als ihnen das Essen auf getragen wurde, ein Brahmanschüler anbettelte. Sie aber gaben ihm nichts.  
sa hovâca
6. Da sprach er:  
mahâtmanash caturo deva ekah kah sa jagâra bhuvanasya gopâs tam kâpeya nâbhipashyanti martyâ abhipratârin bahudhâ vasantam „Wer ist der eine Gott, des Weltalls Hüter, Der vier Großmächtige in sich herabschlang? Ihn schauen nicht die Sterblichen, Kâpeya, Ohwohl er vielwärts wohnt, Abhipratârin!
 
yasmai vâ etad annam tasmâ etan na dattam iti (6) Fürwahr, ihm, dessen Speise dieses ist, dem ist sie nicht gewährt worden!“  
tad u ha shaunakah kâpeyah pratimanvânah pratyeyâya –
7. Worauf Shaunaka Kâpeya, nachdem er nachgedacht, ihm entgegnete:
  âtmâ devânâm janitâ prajânâm hiranya-damshtro babhaso 'nasûrir mahântam asya mahimânam âhur anadyamâno yad anannam attîti „Der Götter Odem, der Geschöpfe Zeuger, Mit goldnen Zähnen, fressend, nicht unweise; Mächtig, so sagen sie, ist seine Größe, Weil unversehrt er zehrt was nicht verzehrbar.  
vai vayam brahma-cârinn edam upâsmahe dattâsmai bhikshâm iti (7) So, o Brahmanschüler, verehren wir dieses [wovon du redest]. Gebt ihm zu essen.“  
tasmâ u ha dadus
8. Und sie gaben ihm.
 
te vâ ete pañcânye pañcânye dasha santas tat krtam tasmât sarvâsu dishv annam eva dasha krtam Dieses, fürwahr, sind die fünf einen [Wind, Feuer, Sonne, Mond, Wasser] und die fünf andern [Odem, Rede, Auge, Ohr, Manas], welche zehn ausmachen, das ist der Krta-Wurf. Darum bedeuten die zehne, der Krta-Wurf, Nahrung in allen Weltgegenden.  
saishâ virât annâdî tayedam sarvam drshtam Und eben dieses ist Virâj [mythologische Repräsentantin der Materie, auch ein zehnsilbiges Metrum], die Nahrungsverzehrerin. Durch sie wird diese ganze Welt sichtbar.  
sarvam asyedam drshtam bhavaty annâdo bhavati ya evam veda ya evam veda (8) – Dem wird diese ganze Welt sichtbar, der wird ein Nahrungsverzehrer, wer solches weiß, wer solches weiß.“  
iti trtîyah khandah (3)
 S.121
Vierter Khanda
Fünfter Khanda
Sechster Khanda
Siebenter Khanda
Achter Khanda
Neunter Khanda
Zehnter Khanda
Elfter Khanda
Zwölfter Khanda
Dreizehnter Khanda
Fünfzehnter Khanda
Sechzehnter Khanda
Siebzehnter Khanda
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