Feire Fiz (Hans Zimmermann), Görlitz : Quellentexte in zwölf Sprachen : Indien : Upanishaden des Sâmaveda : Chândogya-Upanishad
 
Paul Deussen: Vorrede zu Sechzig Upanishads * Brhadâranyaka- & Îshâ-Up. * Einl.: Up. des Sâmaveda * Kena-Up.
Chândogya-Upanishad:  Inhaltsverzeichnis * 1 * 2 * 3 (Weltei) * 4 * 5 (prâna) * 6 (tat tvam asi) * 7 * 8,1-6; 8,7-15
 
Chândogya-Upanishad
Übersetzung und Voranmerkungen: Paul Deussen
 
Siebenter Prapâthaka
  1. Alles vedische und weltliche Wissen, welches Nârada besitzt, und dessen Unzulänglichkeit er selbst daran erkennt, daß es ihm den gesuchten Frieden nicht gibt, ist blos Name (nâman), und als solcher der Verehrung würdig. „Wer den Namen als Brahman verehrt“, erntet dafür reichen Lohn; aber das Brahman, der Âtman, was er auch immer sein mag, ist jedenfalls das Größte von allem, – und es gibt noch etwas Größeres als den Namen.
2. Größer als der Name ist die Rede (vâc), weil sie den Namen und mit ihm alles in der Welt kundmacht (vijñâpayati).
3. Größer als die Rede ist das Manas (Verstand und zugleich bewußter Wille, hier namentlich der letztere), weil es Rede und Namen befaßt, wie die Hand zwei Früchte umspannt.
4. Größer als das Manas ist der Entschluß (auch die Vorstellung, samkalpa), weil vom Entschließen das Wollen, wie von diesem wiederum Rede und Name abhängig ist.
5. Größer als der Entschluß ist der Gedanke (cittam), weil von ihm das Entschließen, Wollen usw. abhängt.
6. Größer als der Gedanke ist das Sinnen (die Meditation, dhyânam); ein Grund dafür wird nicht angegeben; statt dessen findet sich nur ein Hinweis darauf, wie alles Große, in sich selbst Ruhende „gleichsam meditiert“.
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7. Größer als das Sinnen ist die Erkenntnis (vijñânam), weil sie – die Begründung knüpft nicht an 6. sondern an 2. an! – alles, was die Rede nach 2. kundmacht, und mit ihm alles in der Welt erkennt (vijñânati).
8. Größer als die Erkenntnis ist die Kraft (balam), weil ein Kraftreicher mehr vermag als hundert Erkenntnisreiche. – Ein überraschender Übergang, namentlich für das indische Bewußtsein, welches sonst stets das Wesen der Dinge im Intellektuellen sucht. Noch befremdlicher ist das Folgende.
9. Größer als die Kraft ist die Nahrung (annam), weil von ihr alle leibliche und geistige Leistungsfähigkeit abhängt.
10. Größer als die Nahrung ist das Wasser (âpas), weil von ihm alles Wachstum, somit die Nahrung und mit ihr alles übrige abhängt.
11. Größer als das Wasser ist die Glut (tejas), weil auf Sonnenglut und Blitz der Regen zu folgen pflegt.
12. Größer als die Glut ist der Äther (oder Raum, âkâsha), weil in ihm Sonne, Mond, Sterne, Blitz und Feuer, als Träger der Glut, enthalten sind, und wegen der Abhängigkeit des menschlichen Treibens von ihm.
 
War schon der Übergang von den psychischen Faktoren 2-7 durch Vermittlung des balam zu den Elementen 9-12 befremdlich, so hat er doch sein Analogon in Chând.6,5, wonach Manas, Prâna und Rede von Nahrung, Wasser und Glut abhängig sind. – Aber ganz unverständlich ist das nun folgende Zurückspringen zum Psychischen, um durch Gedächtnis und Hoffnung zum Prâna zu gelangen.
  13. Größer noch als der Äther ist das Gedächtnis (die Erinnerung, smara), weil ohne dasselbe das nach 12. vom Äther abhängige menschliche Treiben nicht möglich wäre.
14. Größer als das Gedächtnis ist die Hoffnung (âshâ), weil sie das Gedächtnis entflammt (der Wille den Intellekt anspornt).
15. Größer als die Hoffnung ist der Prâna (der Odem, das Leben); ein Grund dafür wird nicht angegeben; wohl aber folgt eine schöne Schilderung des Prâna, welcher, wie die Nabe alle Speichen, so alles (zunächst alle Bestandteile des Leibes) zusammenhält, und nach dessen Auszug aus dem Leibe nur noch die wertlose Hülle übrig bleibt. – Diese Auffassung des Prâna als Brahman wird nicht mehr wie die frühern überboten, wer sie besitzt, ist ein Niedersprecher (ativâdin), d.h. er besiegt im Redekampfe alle andern. Und doch ist sie noch nicht das Höchsterreichbare; denn sie ist nur dessen empirische Erscheinungsform als individuelle Seele, welche als Subjekt sich noch die Objekte gegenüberstehen hat und daher beschränkt und klein ist. Sie wird zur höchsten, alles befassenden Seele, wenn man diese empirische Erscheinungsform ihr abstreift, – wenn man, die Unterschiede von Subjekt und Objekt aufhebend, sich zur vollen Unbeschränktheit (bhûman) erhebt. Dies geschieht auf folgendem Wege.
 
Nur der ist wirklich ein Niedersprecher, welcher durch die Wahrhelt niederspricht; diese beruht auf der Erkenntnis, diese auf dem Denken, dieses auf dem Glauben, dieser auf dem Daringewurzeltsein, dieses auf dem Schaffen, dieses auf der Lust, diese auf der Unbeschränktheit. Unter der Lust, die aus der Unbeschränktheit ab-  S.173  fließt, ja mit ihr identisch ist (yo vai bhûmâ, tat sukham), darf hier nicht die individuelle Lust, sondern die Wonne (meist ânanda genannt) als Attribut der Gottheit verstanden werden; dem entsprechend ist das Schaffen (krti) nicht das individuelle, sondern die aus der Fülle der Werdelust abfließende göttliche Schöpfertätigkeit; mit ihr wird eins, wer sich auf dem Wege der Erkenntnis, des Denkens und des Glaubens (shraddhâ, wörtlich: das „Knüpfen einer Verbindung“ mit dem Göttlichen) zur nihshthâ „dem Hervorwachsen aus (besser vielleicht nishtha dem Wurzeln in) dem Göttlichen“ erhebt. Sonach scheint die Stelle das stufenweise Erheben schildern zu sollen von dem zwar das Göttliche enthaltenden, aber noch dem Reiche der Vielheit angehörigen Prâna bis zu dem Bhûman, der Unbeschränktheit, in welcher alle Unterschiede verschwinden, mithin auch der Erkennende selbst mit seinem Gegenstande eins wird und in ihm aufgeht.
 
Herrlich ist die dann folgende Schilderung des Bhûman, der Unbeschränktheit, welche nichts außer sich sieht, hört, erkennt, welche unsterblich allein in ihrer eignen überirdischen Majestät beruht, und, so wie das mit ihr identische Ich, die Seele, an allen Orten gleich sehr gegenwärtig ist. Wer, in dieser Anschauung lebend, nur an dem Âtman seine Freude hat und alles in seiner Bedingtheit durch den Âtman erkennt, der ist frei, ist über Tod, Schmerz und Kummer erhaben und findet sein Ich in all den tausend Erscheinungen der Schöpfung wieder. –
 
Wie konnte ein Denker, der über so erhabene Anschauungen gebot, Wohlgefallen finden an jenen vorhergehenden, den Leser ermüdenden und so das Interesse für die Hauptsache nur abschwächenden Definitionen? Als gegnerische, zu widerlegende Meinungen wären sie noch eher zu ertragen; aber sie treten auf als eine Reihe von Versuchen, in der Definition des Brahman sich selbst durch Größeres und immer Größeres (bhûya) zu überbieten (ativâda), und unter diesen Umständen wird jeder an der Willkür der Auswahl und noch mehr an der Willkür der Aufeinanderfolge Anstoß nehmen müssen. Es ist damit ganz ähnlich wie bei Platon im Sophista, wo den tiefsinnigen Untersuchungen über das on und on die puerilen und nachlässigen Definitionen des Sophisten vorausgeschickt werden, und wir werden uns wohl damit bescheiden müssen, daß beide Denker, wenn sie ihren mitzuteilenden Gedanken eine scheinbar so unangemessene Einleitung vorausschicken, wohl dazu ihre besondern, uns aber nicht mehr erkennbaren Gründe gehabt haben mögen, – wie ich denn für die Diaeresen des Platonischen Sophista ehedem eine Hypothese aufgestellt habe, welche mir auch heute noch, nach fünfundzwanzig Jahren, durchaus einleuchtend erscheint (vgl. meine Commentatio de Platonis Sophistae compositione ac doctrina, Bonnae 1869, p.69 fg.).  Weniger hoch steht der (wohl von andrer Hand zugefügte) Nachtrag, 26,2, welcher die Alldurchdringung materiell im Sinne einer yoginartigen Vervielfältigung versteht und die Reinheit der Seele von der Reinheit der leiblichen Ernährung abhängig macht. Auch das Wortspiel mit Skanda ist nicht viel wert.  
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Erster Khanda
OM
adhîhi bhagava iti hopasasâda sanatkumâram nâradas tam hovâca yad vetha tena mopasîda tatas ta ûrdhvam vakshyâsîti 1. „Belehre mich, Ehrwürdiger!“ – Mit diesen Worten nahte sich Nârada dem Sanatkumâra. Der sprach zu ihm „Bringe mir vor, was du schon weißt, so werde ich dir das darüber Hinausliegende kundmachen.“ –  
sa hovâca (1) rgvedam bhagavo 'dhyemi yajurvedam sâmavedam âtharvanam caturtham itihâsapûrânam pañcamam vedânâm vedam pitryam râshim daivam nidhim vâkovâkyam ekâyanam devavidyâm brahmavidyâm bhûtavidyâm kshatravidyâm nakshatravidyâm sarpadevajanavidyâm         etad bhagavo 'dhyemi (2)
2. Und jener sprach: „Ich habe, o Ehrwürdiger, gelernt den Rgveda, Yajurveda, Sâmaveda, den Atharvaveda als vierten, die epischen und mythologischen Gedichte als fünften Veda, Grammatik, Manenritual, Arithmetik, Mantik, Zeitrechnung, Dialektik, Politik, Götterlehre, Gebetlehre, Gespensterlehre, Kriegswissenschaft, Astronomie, Schlangenzauber und die Künste der Musen [wörtlich: der Halbgötter]; –         das ist es, o Ehrwürdiger, was ich gelernt habe;
 
so 'ham bhagavo mantravid evâsmi nâtmavicchrutam hy eva me bhagavad drshebhyas tarati shokam âtmavid iti so 'ham bhagavah shocâmi tam mâ bhagavâñ chokasya pâram târayatv iti tam hovâca yad vai kiñcaitad adhyagîshthâ nâmaivaitad (3) 3. und so bin ich, o Ehrwürdiger, zwar schriftkundig aber nicht âtmankundig; denn ich habe gehört von solchen, die dir gleichen, daß den Kummer überwindet, wer den Âtman kennt; ich aber, o Ehrwürdiger, bin bekümmert; darum wollest du mich, o Herr, zu dem jenseitigen Ufer des Kummers hinüberführen!“ – Und er sprach zu ihm: „Alles, was du da studiert hast, ist nur Name (nâman).  
nâma vâ rgvedo yajurvedah sâmaveda âtharvanash caturtha itihâsapûrânah pañcamo vedânâm vedah pitryo râshir daivo nidhir vâkovâkyam ekâyanam devavidyâ brahmavidyâ bhûtavidyâ kshattravidyâ nakshatravidyâ sarpadevajanavidyâ nâmaivaitan nâmopâssveti (4) 4. Name ist der Rgveda, Yajurveda, Sâmaveda, der Atharvaveda als vierter, die epischen und mythologischen Gedichte als fünfter Veda, Grammatik, Manenntual, Arithmetik, Mantik, Zeitrechnung, Dialektik, Politik, Götterlehre, Gebetlehre, Gespensterlehre, Kriegswissenschaft, Astronomie, Schlangenzauber und die Künste der Musen, – das alles ist Name. Den Namen mögest du verehren!  
sa yo nâma brahmety upâste yâvan nâmno gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo nâma brahmety upâste 5. Wer den Namen als das Brahman verehrt, – soweit sich der Name erstreckt, so weit wird dem ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er den Namen als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo nâmno bhûya iti nâmno vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti – „Gibt es, o Ehrwiirdiger, ein Größeres als den Namen'?“ „Wohl gibt es ein Größeres als den Namen.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti prathamah khandah (1)
 S.175
Zweiter Khanda
vâg vâva nâmno bhûyasî vâg vâ rgvedam vijñâpayati yajurvedam sâmavedam âtharvanam caturtham itihâsapûrânam pañcamam vedânâm vedam pitryam râshim daivam nidhim vâkovâkyam ekâyanam devavidyâm brahmavidyâm bhûtavidyâm kshatravidyâm nakshatravidyâm sarpadevajanavidyâm 1. „Die Rede (vâc), fürwahr, ist größer als der Name. Denn die Rede ist es, welche den Rgveda kundmacht, den Yajurveda, den Sâmaveda, den Atharvaveda als vierten, die epischen und mythologischen Gedichte als fünften Veda, Grammatik, Manenritual, Arithmetik, Mantik, Zeitrechnung, Dialektik, Politik, Götterlehre, Gebetlehre, Gespensterlehre, Kriegswissenschaft, Astronomie, Schlangenzauber und die Künste der Musen,  
divam ca prthivîm ca vâyum câkâsham câpash ca tejash ca devâmsh ca manushyâmsh ca pashûmsh ca vayâmsi ca trnavanaspatîñ chvâpadâny â-kîta-patanga-pipîlikam dharmam câdharmam ca satyam cânrtam ca sâdhu câsâdhu ca hrdayajñam câhrdayajñam ca dazu den Himmel und die Erde, Wind, Äther, Wasser und Feuer, die Götter und Menschen, die Haustiere und Vögel, die Kräuter und Bäume, die wilden Tiere bis herab zu den Würmern, Fliegen und Ameisen, Recht und Unrecht, Wahrheit und Unwahrheit, Gutes und Böses, Erfreuliches und Unerfreuliches;  
yad vai vâng nâbhavishyan na dharmo nâdharmo vyajñâpayishyan na satyam nânrtam na sâdhu nâsadhu na hrdayajño nâhrdayajño vâg evaitat sarvam vijñâpayatu vâcam upâssveti (2) wäre die Rede nicht, so könnte nicht Recht noch Unrecht sich kundmachen, nicht Wahrheit noch Unwahrheit, nicht Gutes noch Böses, nicht Erfreuliches noch Unerfreuliches; denn nur die Rede macht alles dieses kund, die Rede mögest du verehren!  
sa yo vâcam brahmety upâste yâvad vâco gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo vâcam brahmety upâste 2. Wer die Rede als das Brahman verehrt, soweit sich die Rede erstreckt, so weit wird dem ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er die Rede als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo vâco bhûya iti vâco vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als die Rede?“ „Wohl gibt es ein Größeres als die Rede.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti dvitîyah khandah (2)
Dritter Khanda
mano vâva vâco bhûyo yathâ vai dve vâmalake dve vâ loke dvau vâkshau mushtir anubhavaty evam vâcam ca nâma ca mano 'nubhavati 1. „Das Manas (manas) fürwahr ist größer als die Rede. Denn gleichwie eine Faust zwei Eicheln oder zwei Beeren oder zwei Nüsse umfaßt, also umfaßt das Manas die Rede und den Namen.  
sa yadâ manasâ manasyati mantrân adhîyîyety athâdhîte karmâni kurvîyety atha kurute
putrâmsh ca pashûmsh ceccheyety athecchata
imam ca lokam amum ceccheyety athecchate
Und wenn einer sein Manas darauf richtet, die heiligen Lieder und Sprüche zu studieren, so studiert er sie; oder die Werke zu vollbringen, so vollbringt er sie,
oder sich Söhne und Vieh zu wünschen, so wünscht er sie sich,
oder sich diese Welt und jene Welt zu wünschen, so wünscht er sie sich.
 
mano hy âtmâ mano hi loko mano hi brahma mana upâssveti (1) Denn das Manas ist der Âtman, das  S.176  Manas ist die Welt, das Manas ist das Brahman, das Manas mögest du verehren!  
sa yo mano brahmety upâste yâvad manaso gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo mano brahmety upâste 2. Wer das Manas als das Brahman verehrt, soweit sich das Manas erstreckt, so weit wird dem ein Umherschweifen nach Belieben. zuteil, darum daß er das Manas als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo manaso bhûya iti manaso vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als das Manas?“ „Wohl gibt es ein Größeres als das Manas.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti trtîyah khandah (3)
Vierter Khanda
sankalpo vâva manaso bhûyân yadâ vai sankalpayate 'tha manasyaty atha vâcam îrayati tâmu nâmnîrayati nâmni mantrâ ekam bhavanti mantreshu karmâni (1) 1. „Der Entschluß (samkalpa), fürwahr, ist größer als das Manas; denn wenn einer sich zu etwas entschließt, dann richtet er sein Manas darauf, dann lässet er die Rede ertönen, diese wiederum lässet er ertönen im Namen, in dem Namen einbegriffen sind die Lieder und Sprüche, in den Liedern und Sprüchen die Werke;  
tâni  ha vâ etâni sankalpaikâyanâni sankalpâtmakâni sankalpe pratishthitâni 2. alle diese haben ihren Einheitspunkt in dem Entschlusse, ihr Selbst in dem Entschlusse, sind in dem Entschlusse gegründet.  
sanklapatâm dyâvâprthivî sankalpetâm vâyush câkâsham ca sankalpantâpash ca tejash ca teshâm sanklaptyai varsham sankalpate varshasya sanklaptyâ annam sankalpate 'nnasya sanklaptyai prânâh sankalpante prânânâm sanklaptyai mantrâh sankalpante mântrânâm sanklaptyai karmâni sankalpante karmânâm sanklaptyai lokah sankalpate lokasya sanklaptyai sarvam sankalpate sa esha samkalpa samkalpam upâssveti (2) Durch den Entschluß sind zustande gekommen Himmel und Erde 1, durch den Entschluß kamen zustande der Wind und der Äther, kamen zustande das Wasser und das Feuer; auf deren Entschluß hin kommt der Regen zustande, auf des Regens Entschluß hin kommt die Nahrung zustande, auf der Nahrung Entschluß hin kommen die Lebenshauche zustande, auf der Lebenshauche Entschluß hin kommen die Lieder und Sprüche zustande, auf der Lieder und Sprüche Entschluß hin kommen die Werke zustande, auf der Werke Entschluß hin kommt die Welt zustande, auf der Welt Entschluß hin kommt alles zustande; das ist der Entschluß; den Entschluß mögest du verehren! 1 Vgl. das Übliche: "Jene Gottheit beabsichtigte (aikshata), da schuf sie" usw. Im folgenden ließ sich das Wortspiel zwischen samkalpayati "in die rechte Ordnung bringen" (sich entschließen) und samkalpate "in der rechten Ordnung sein" (durch Entschluß zustande kommen) nur unvollkommen wiedergeben.
  S.177
sa yah sankalpam brahmety upâste klaptân vai sa lokân dhruvân dhruvah
pratishthitân pratishthito
'vyathamânân avyathamâno 'bhisidhyati
yâvat sankalpasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yah sankalpam brahmety upâste (3) 3. Wer den Entschluß als das Brahman verehrt, der erlangt die durch Entschluß zustande gebrachten Welten, als ein Feststehender die feststehenden,
als ein Wohlgegründeter die wohlgegründeten,
als ein Unwankender die unwankenden,
und soweit sich der Entschluß erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er den Entschluß als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo sankalpâd bhûya iti sankalpâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (3) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als den Entschluß?“ „Wohl gibt es ein Größeres als den Entschluß.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti caturthah khandah (4)
 
Fünfter Khanda
cittam vâva sankalpâd abhûyo yadâ vai cetayate 'tha sankalpayate 'tha manasyaty atha vâcam îrayati tâmu nâmnîrayati nâmni mantrâ ekam bhavanti mantreshu karmâni (1) 1. „Der Gedanke (cittam), fürwahr, ist größer als der Entschluß; denn wenn einer Gedanken faßt, dann faßt er Entschlüsse, dann richtet er sein Manas darauf, dann lässet er die Rede ertönen, diese wiederum lässet er ertönen im Namen, in dem Namen einbegriffen sind die Lieder und Sprüche, in den Liedern und Sprüchen die Werke;  
tâni  ha vâ etâni cittaikâyanâni cittâtmâni citte pratishthitâni 2. alle diese haben ihren Einheitspunkt in dem Gedanken, ihr Selbst in dem Gedanken, sind in dem Gedanken gegründet.  
tasmâd yady api bahuvid acitto bhavati nâyam astîty evainam âhur yad ayam veda yad vâ ayam vidvân nettham acittah syâd ity atha yad yalpavic cittavân bhavati tasmâ evota shushrushante Darum, wenn einer auch vieles weiß und hat keine Gedanken, so sagt man von ihm: «er ist nicht [von Bedeutung], was er auch weiß; denn wäre er wirklich weise, so würde er nicht so gedankenlos sein»; wenn aber einer nur weniges weiß und hat dabei Gedanken, so hören die Leute darum doch auf ihn.  
cittam hy evaishâm ekâyanam cittam âtmâ cittam pratishtâ cittam upâssveti (2) Denn der Gedanke ist von allem jenem der Einheitspunkt, der Gedanke das Selbst, der Gedanke die Grundlage; den Gedanken mögest du verehren!  
sa yash cittam brahmety upâste cittân vai sa lokân dhruvân dhruvah
pratishthitân pratishthito
'vyathamânân avyathamâno 'bhisidhyati
yâvat cittasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yash cittam brahmety upâste (2) 3. Wer den Gedanken als das Brahman verehrt, der erlangt die von ihm gedachten Welten, als ein Feststehender die feststehenden,
als ein Wohlgegründeter die wohlgegründeten,
als ein Unwankender die unwankenden;
und soweit sich der Gedanke erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er den Gedanken als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavash cittâd bhûya iti
„Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als den Gedanken?“
  S.178
cittâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (3) „Wohl gibt es ein Größeres als den Gedanken.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“
 
iti pañcamah khandah (5)
Sechster Khanda
dhyânam vâva cittâd bhûyo dhyâyatîva prthivî     dhyâyatîvântariksham     dhyâyatîva dhyaur
dhyâyantîvapo          dhyâyantîva parvatâ
dhyâyantîva deva-manushyâs
1. „Das Sinnen (dhyânam), fürwahr, ist größer als der Gedanke; es sinnt gleichsam die Erde, es sinnt gleichsam der Luftraum, es sinnt gleichsam der Himmel,
es sinnen gleichsam die Wasser, es sinnen gleichsam die Berge,
es sinnen gleichsam die Götter und Menschen.
 
tasmâd ya iha manushyânâm mahattâm prâpnuvanti dhyânâpâdâmshâ ivaiva te bhavanty Darum die, so unter den Menschen Großheit erlangen, die haben die Gabe (âpâda) des Sinnens gleichsam als ihren Anteil erhalten.  
atha ye 'lpâh kalahinah vishunâ upavâdinasta 'tha ye prabhavo dhyânâpâdâmshâ ivaiva te bhavanti dhyânam upâssveti (2) Die aber klein sind, die sind streitsüchtig, hinterbringend, üble Nachrede führend, während die Überlegenen die Gabe des Sinnens gleichsam als ihren Anteil erhalten haben; das Sinnen mögest du verehren!  
sa yo dhyânam brahmety upâste
yâvad dhyânasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo dhyânam brahmety upâste 2. Wer das Sinnen als Brahman verehrt,
soweit sich das Sinnen erstreckt, so weit wird dem ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er das Sinnen als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo dhyânâd bhûya iti dhyânâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als das Sinnen?“ „Wohl gibt es ein Größeres als das Sinnen.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti shashthah khandah (6)
Siebenter Khanda
vijñânam vâva dhyânâd bhûyo vijñânena vâ rgvedam vijânâti yajurvedam sâmavedam âtharvanam caturtham itihâsapûrânam pañcamam vedânâm vedam pitryam râshim daivam nidhim vâkovâkyam ekâyanam devavidyâm brahmavidyâm bhûtavidyâm kshatravidyâm nakshatravidyâm sarpadevajanavidyâm 1. „Die Erkenntnis (vijñânam), fürwahr, ist größer als das Sinnen; denn durch die Erkenntnis ist es, daß man den Rgveda erkennt, den Yajurveda, den Sâmaveda, den Atharvaveda als vierten, die epischen and mythologischen Gedichte als fünften Veda, Grammatik, Manenritual, Arithmetik , Mantik, Zeitrechnung, Dialektik, Politik, Götterlehre, Gebetlehre, Gespensterlehre, Kriegswissenschaft, Astronomie, Schlangenzauber und die Künste der Musen,  
divam ca prthivîm ca vâyum câkâsham câpash ca tejash ca devâmsh ca manushyâmsh ca pashûmsh ca vayâmsi ca trnavanaspatîñ chvâpadâny â-kîta-patanga-pipîlikam dharmam câdharmam ca satyam cânrtam ca sâdhu câsâdhu ca hrdayajñam câhrdayajñam cânnam ca rasam cemam ca lokam amum ca dazu den Himmel und die Erde, Wind, Äther, Wasser und Feuer, die Götter und Menschen, die Haustiere und Vögel, die Kräuter und Bäume, die wilden Tiere bis herab zu den Würmern, Fliegen und Ameisen, Recht und Unrecht, Wahrheit und Unwahrheit, Gutes und Böses, Erfreuliches und Unerfreuliches, Speise und  S.179  Trank, diese Welt und jene Welt, –  
vijñânenaiva vijânâti vijñânam upâssveti (1) das alles erkennt man durch die Erkenntnis; die Erkenntnis mögest du verehren!  
sa yo vijñânam brahmety upâste vijñânavato vai sa lokân jânavato 'bhisidhyati yâvad jânasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo vijñânam brahmety upâste 2. Wer die Erkenntnis als das Brahman verehrt, der erlangt erkenntnisreiche, kenntnisreiche Welten, und soweit sich die Erkenntnis erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er die Erkenntnis als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo vijñânâd bhûya iti vijñânâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als die Erkenntnis?“ „Wohl gibt es ein Größeres als die Erkenntnis.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti saptamah khandah (7)
Achter Khanda
balam vâva vijñânâd bhûyo 'pi ha shatam vijñânavatâm eko balavân âkampayate 1. „Die Kraft (balam), fürwahr, ist größer als die Erkenntnis; denn auch hundert Erkenntnisreiche macht ein Kraftreicher zittern.  
sa yadâ balî bhavaty athotthâtâ bhavaty uttishthan paricaritâ bhavati paricarann upasattâ bhavaty upasîdan drashthâ bhavati shrotâ bhavati mantâ bhavati boddhâ bhavati kartâ bhavati vijñâtâ bhavati Ist aber einer kräftig, so ist er ein Rüstiger, ist er rüstig, so kommt er herum, kommt er herum, so kommt er zu Leuten, kommt er zu Leuten, so bekommt er etwas zu sehen, zu hören, zu denken, zu lernen, zu schaffen, zu erkennen.  
balena vai prthivî tishthati balenântariksham balena chyaur balena parvatâ balena devamanush balena pashavash ca vayâmsi ca trnavanaspatayah shvâpadâny â-kîta-patanga-pipîlikam Durch Kraft hat die Erde Bestand, durch Kraft der Luftraum, durch Kraft der Himmel, durch Kraft die Berge, durch Kraft Götter und Menschen, durch Kraft die Haustiere und Vögel, die Kräuter und Bäume, die wilden Tiere bis herab zu den Würmern, Fliegen und Ameisen,  
balena lokas tishthati balam upâssveti (1) durch Kraft hat die Welt Bestand; die Kraft mögest du verehren!  
sa yo balam brahmety upâste yâvad balasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo balam brahmety upâste 2. Wer die Kraft als das Brahman verehrt, soweit sich die Kraft erstreckt, so weit wird dem ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er die Kraft als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo balâd bhûya iti balâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als die Kraft?“ „Wohl gibt es ein Größeres als die Kraft.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
ity ashtamah khandah (8)
 
Neunter Khanda
annam vâva balâd bhûyas tasmâd yady api dasha râtrîr nâshnîyâd yady u ha jîved atha vâdrashthâshrotâ- amantâboddhâkartâvijñâtâ bhavaty athânnasyâyai drashthâ bhavati shrotâ bhavati mantâ bhavati boddhâ bhavati kartâ bhavati vijñâtâ bhavaty annam upâssveti (1) 1. „Die Nahrung (annam), fürwahr, ist größer als die Kraft. Darum wenn einer selbst zehn [Tage und] Nächte nicht ißt, so bleibt er wohl zwar am Leben, aber er wird  S.180  zu einem nicht sehenden, nicht hörenden, nicht denkenden, nicht lernenden, nicht schaffenden, nicht erkennenden; aber nach Einflößung von Nahrung wird er wiederum zu einem sehenden, hörenden, denkenden, lernenden, schaffenden, erkennenden; die Nahrung mögest du verehren!  
sa yo 'nnam brahmety upâste 'nnavato vai sa lokân pânavato 'bhisidhyati yâvad annasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo 'nnam brahmety upâste 2. Wer die Nahrung als das Brahman verehrt, der erlangt nahrungsreiche, trankreiche Welten, und soweit sich die Nahrung erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er die Nahrung als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo 'nnâd bhûya iti annâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als die Nahrung?“ „Wohl gibt es ein Größeres als die Nahrung.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti navamah khandah (9)
Zehnter Khanda
âpo vâvânnâd bhûyas tasmâd yadâ suvrshtir na bhavati vyâdhîyante prânâ annam kanîyo bhavishyatîty atha yadâ suvrshtir bhavaty ânandinah prânâ bhavanty annam bahu bhavishyatîty 1. „Das Wasser (âpas), fürwahr, ist größer als die Nahrung. Darum, wenn es nicht reichlich regnet, so werden die Lebensgeister verstört, denn man denkt, daß die Nahrung zu knapp werden wird; regnet es aber reichlich, so werden die Lebensgeister freudig, denn man denkt, daß es viele Nahrung geben wird.  
âpa evemâ mûrtâ yeyam prthivî yad antariksham yad dyaur yat parvatâ yad deva-manushyâ yad pashavash ca vayâmsi ca trnavanaspatayah shvâpadâny â-kîta-patanga-pipîlikam âpa evemâ mûrtâ apa upâssveti (1) Und nur dieses Wasser, in festgewordenem Zustande, sind diese Erde, der Luftraum, der Himmel, die Berge, die Götter und Menschen, die Haustiere und Vögel, die Kräuter und Bäume, die wilden Tiere bis herab zu den Würmern, Fliegen und Ameisen, sie alle sind nur dieses Wasser in festgewordenem Zustande; das Wasser mögest du verehren!  
sa yo 'po brahmety upâsta âpnoti sarvân kâmâms trptimân bhavati yâvad apâm gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yo 'po brahmety upâste 2. Wer das Wasser als das Brahman verehrt, der erlangt alle Wünsche, der wird der Sättigung teilhaft, und soweit sich das Wasser erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er das Wasser als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo 'dbhyo bhûya ity adbhyo vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als das Wasser?“ „Wohl gibt es ein Größeres als das Wasser.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti dashamah khandah (10)
 S.181
Elfter Khanda
tejo vâvâdbhyo bhûyas tad vâ etad vâyum âgrhyâkâsham abhitapati tad âhur nishocati nitapati varshishyati vâ iti 1. „Die Glut (tejas), fürwahr, ist größer als das Wasser. Denn diese ist es, welche, indem sie den Wind zurückhält, den Weltraum erhitzt; dann sagen sie: es ist drückend heiß, glühend heiß, gewiß wird es Regen geben.  
teja eva tat pûrva darshayitvâthâpah srjate tad etad ûrdhvâbhish ca tirashcîbhish ca vidyudbhir âhâdâsh caranti tasmâd âhur vidyotate stanayati varshishyati vâ iti teja eva tat pûrva darshayitvâthâpah srjate Die Glut ist es, welche dies zuerst ankündigt und sodann das Wasser strömen läßt. Dann geschieht es, daß, unter aufwärts und seitwärts zuckenden Blitzen, die Donner rollen; darum sagen sie: es blitzt, es donnert, gewiß wird es Regen geben. Die Glut also ist es, welche dies zuerst ankündigt und sodann das Wasser strömen läßt;  
teja upassveti (1)
die Glut mögest du verehren!
 
sa yas tejo brahmety upâste tejasvî vai sa tejasvato lokân bhâsvato 'pahatatamaskân abhisidhyati yâvad tejaso gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yas tejo brahmety upâste 2. Wer die Glut als das Brahman verehrt, der wird glutvoll, der erlangt glutreiche, glanzreiche, dunkel-überwältigende Welten, und soweit sich die Glut erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er die Glut als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo tejaso bhûya iti tejaso vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als die Glut?“ „Wohl gibt es ein Größeres als die Glut.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
ity ekâdashah khandah (11)
Zwölfter Khanda
âkâsho vâva tejaso bhûyân âkâshe vai sûryâ-candramasâv ubhau vidyun nakshatrâny agnir âkâshenâhvayaty âkâshena shrnoty âkâshena pratishrnôty âkâshe ramata âkâshe na ramate âkâshe jâyata âkâsham abhijâyata 1. „Der Weltraum (Äther, âkâsha), fürwahr, ist größer als die Glut; denn im Weltraume sind beide, die Sonne und der Mond, sind Blitz, Gestirne und Feuer; vermöge des Weltraums ruft man, hört man, antwortet man; im Weltraume freut man sich, und freut man sich nicht; man wird geboren im Weltraume, man wird geboren für den Weltraum;  
âkâsham upâssveti (2)
den Weltraum mögest du verehren!
 
sa yo âkâsham brahmety upâsta âkâshavato vai sa lokân prakâshavato 'sambâdhânurugâyavato 'bhisidhyati yâvad âkâshasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati ya âkâsham brahmety upâste 2. Wer den Weltraum als das Brahman verehrt, der erlangt weitraumreiche, lichtraumreiche Welten, unbeengte, zum weiten Ausschreiten, und soweit sich der Weltraum erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er den Weltraum als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavo âkâshâd bhûya ity âkâshâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als den Weltraum? „Wohl gibt es ein Größeres als den Weltraum.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti dvâdashah khandah (12)
 S.182
Dreizehnter Khanda
smaro vâvâkâshâd bhûyas
1. „Das Gedächtnis (smara), fürwahr, ist größer als der Weltraum;
 
tasmâd yady api bahava âsiran na smaranto naiva te kañcana shrnuyur na manvîran na vijânîran yadâ vâva te smareyur atha shrnuyur atha manvîrann atha vijânîran smarena vai putrân vijânâti smarena pashûn darum wenn selbst viele zusammensäßen, und sie wären ohne Gedächtnis, so könnten sie niemanden hören, noch denken, noch erkennen; haben sie aber Gedächtnis, so werden sie auch hören, werden denken, werden erkennen; denn [nur] durch das Gedächtnis erkennt man sogar seine eignen Kinder, durch das Gedächtnis sein Vieh,  
smaram upâssveti (1)
das Gedächtnis mögest du verehren!
 
sa yah smaram brahmety upâste yâvat smarasya gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati yah smaram brahmety upâste 2. Wer das Gedächtnis als das Brahman verehrt, soweit sich das Gedächtnis erstreckt, so weit wird dem ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er das Gedächtnis als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagavah smarâd bhûya iti smarâd vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwlirdiger, ein Größeres als das Gedächtnis?“ „Wohl gibt es ein Größeres als das Gedächtnis.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti trayodashah khandah (13)
Vierzehnter Khanda
âshâ vâva smarâd bhûyas yâsheddho vai smaro mantrân adhîte karmâni kurute putrâmsh ca pashûmsh cecchata imam ca lokam amum cecchata 1. „Die Hoffnung (âshâ), fürwahr, ist größer als das Gedächtnis; denn, durch die Hoffnung entflammt, lernt das Gedächtnis die heiligen Lieder und Sprüche, vollbringt man die heiligen Werke, wünscht man sich Söhne und Vieh, wünscht man sich diese Welt und jene Welt;  
âshâm upassveti (1)
die Hoffnung mögest du verehren!
 
sa ya âshâm brahmety upâsta âshayâsya sarve kâmâh samrdhyanty amoghâ hâsyâshisho bhavanti yâvad âshâyâ gatam tatrâsya yathâkâmacâro bhavati ya âshâm brahmety upâste 2. Wer die Hoffnung als das Brahman verehrt, dem gehen durch die Hoffnung alle seine Wünsche in Erfüllung, dessen Gebetwünsche werden nicht vergeblich sein, und soweit sich die Hoffnung erstreckt, so weit wird ihm ein Umherschweifen nach Belieben zuteil, darum daß er die Hoffnung als das Brahman verehrt.“  
'sti bhagava âshâyâ bhûya ity âshâyâ vâva bhûyo 'stîti tan me bhagavân bravîtv iti (2) – „Gibt es, o Ehrwürdiger, ein Größeres als die Hoffnung?“ „Wohl gibt es ein Größeres als die Hoffnung.“ – „Das wollest du, o Herr, mir sagen!“  
iti caturdashah khandah (14)
 S.183
Fünfzehnter Khanda
prâno vâva âshâyâ bhûyân yathâ vâ arâ nâbhau samarpitâ evam asmin prâne sarvam samarpitam prânah prânena yâti prânah prânam dadâti prânâya dadâti 1. „Das Leben (der Odem, prâna), fürwahr, ist größer als die Hoffnung; denn wie die Speichen eingefügt sind in die Nabe, so ist in dieses Leben alles eingefügt. Das Leben geht vonstatten durch das Leben (den Odem), das Leben (der Odem) gibt das Leben, gibt es zum Leben.  
prâno ha pitâ prâno mâtâ prâno bhrâtâ prânah svasâ prâna âcâryah prâno brâhmanah (1) Das Leben ist Vater und ist Mutter, das Leben ist Bruder und Schwester, das Leben Lehrer und Brahmane.  
sa yadi pitaram vâ mâtaram vâ bhrâtaram vâ svasâram vâcâryam vâ brâhmanam vâ kiñcid bhrsham iva pratyâha dhiktvâstvity evainam âhuh pitrhâ vai tvam asi mâtrhâ vai tvam asi bhrârhâ vai tvam asi svasrhâ vai tvam asy âcâryahâ vai tvam asi brâhmanahâ vai tvam asîti (2) 2. Darum, wenn einer Vater oder Mutter oder Bruder oder Schwester oder Lehrer oder Brahmanen hart anfährt, so sagt man: Pfui, über dir; du bist ein Vatermörder, Muttermörder, Brudermörder, Schwestermörder, Lehrermörder, Brahmanenmörder;  
atha yady apy etân utkrântaprânâñ chûlena samâsam vyatishandahen nevainam brûyuh pitrhâsîti na mâtrhâsîti na bhrârhâsîti na svasrhâsîti nâcâryahâsîti na brâhmanahâsîti (3) 3. wenn er aber eben dieselben, nachdem das Leben entflohen ist, mit dem Spieße zusammenstößt [auf dem Scheiterhaufen] und sie verbrennt mit Haut und Haar, so sagt man nicht: du bist ein Vatermörder, Muttermörder, Brudermörder, Schwestermörder, Lehrermörder, Brahmanenmörder; Vgl. 1.Joh.3,15: pas ho misôn ton adelphon autou anthrôpoktonos estin  
prâno hy evaitâni sarvâni bhavati
4. denn das Leben nur ist alles dieses. –
 
sa vâ esha evam pashyan nevam manvâna evam vijânann ativâdî bhavati tam ced brûyur ativâdy asîty ativâdy asîti brûyân nâpahnuvîta (4) Fürwahr, wer also sieht und denkt und erkennt, der ist ein Niedersprecher (ativâdin); und wenn man zu ihm sagt: du bist ein Niedersprecher, so soll er es zugeben und nicht leugnen.“  
iti pañcadashah khandah (15)
Sechzehnter Khanda
esha tu vâ ativâdati yah satyenâtivadati so 'ham bhagavah satyenâtivadânîti 1. „Der aber ist der rechte Niedersprecher, der durch die Wahrheit niederspricht!“ – „Ich möchte, o Erhabener, durch die Wahrheit niedersprechen!“  
satyam tv eva vijijñâsitavyam iti satyam bhagavo vijijñâsa iti (1) „Die Wahrheit (satyam) also muß man suchen zu erkennen.“ – „Die Wahrheit, o Herr, möchte ich erkennen!“  
iti shodashah khandah (16)
Siebzehnter Khanda
yadâ vai vijânâty atha satyam vadati nâvijânan satyam vadati vijânann eva satyam vadati 1. „Wenn man etwas erkennt, so spricht man die Wahrheit: nicht spricht die Wahrheit, wer nicht erkennt; nur wer  S.184  erkennt, spricht die Wahrheit.  
vijñânam tv eva vijijñâsitavyam iti vijñânam bhagavo vijijñâsa iti (1) Die Erkenntnis (vijñânam) also muß man suchen zu erkennen.“ – „Die Erkenntnis, o Herr, möchte ich erkennen“  
iti saptadashah khandah (17)
Achtzehnter Khanda
yadâ vai manute 'tha vijânâti nâmatvâ vijânâti matvaiva vijânâti matis tv eva vijijñâsitavyeti 1. „Man erkennt, wenn man denkt; ohne Denken ist keine Erkenntnis; nur durch Denken kommt Erkenntnis. Das Denken (mati) also muß man suchen zu erkennen.“  
matim bhagavo vijijñâsa iti (1)
„Das Denken, o Herr, möchte ich erkennen!“
 
ity ashtâdashah khandah (18)
Neunzehnter Khanda
yadâ vai manute 'tha vijânâti nâmatvâ vijânâti matvaiva vijânâti matis tv eva vijijñâsitavyeti (1) 1. „Man denkt, wenn man glaubt. Ohne Glauben ist kein Denken [credo, ut intelligam]; nur wer Glauben hat, hat Denken. Den Glauben (shraddhâ) also muß man suchen zu erkennen.“  
matim bhagavo vijijñâsa iti
– „Den Glauben, o Herr, möchte ich erkennen!“
 
ity ekonavimshah khandah (19)
Zwanzigster Khanda
yadâ va nistishtaty atha shraddadhâti nânistishtañ chraddadhâti nistishtann eva shraddadhâti ni[h]shthâ tv eva vijijñâsitavyeti 1. „Man glaubt, wenn man aus etwas hervorwächst [oder nitishthati, in etwas gewurzelt ist]; ohne Hervorwachsen daraus [Gewurzeltsein darin] ist kein Glaube; wer aus etwas hervorwächst [in etwas gewurzelt ist], der glaubt daran. Das Hervorwachsen [nihsht, oder nishtdie Wurzelung] also muß man suchen zu erkennen.“  
nishthâ bhagavo vijijñâsa iti (1)
– „Das Hervorwachsen [die Wurzelung], o Herr, möchte ich erkennen!“
 
iti vimshah khandah (20)
Einundzwanzigster Khanda
yadâ vai karoty atha nistishtati nâkrtvâ nistishtati krtvaiva nistishtati krtis tv eva vijijñâsitavyeti 1. „Man wächst hervor aus etwas [ist darin gewurzelt], wenn man schafft: ohne Schaffen ist kein Hervorwachsen [Gewurzeltsein]; nur wer etwas schafft, wächst daraus hervor [ist darin gewurzelt]. Das Schaffen (krti) also muß man suchen zu erkennen.“  
krtim bhagavo vijijñâsa iti (1)
– „Das Schaffen, o Herr, möchte ich erkennen!“
 
ity ekavimshah khandah (21)
Zweiundzwanzigster Khanda
yadâ vai sukham labhate 'tha karoti nâsukham labdhvâ karoti sukham eva labdhvâ karoti sukham tv eva vijijñâsitavyam iti 1. „Man schafft, wenn man Lust empfindet; ohne Empfinden von Lust ist kein Schaffen; nur wer Lust empfunden  S.185  hat, schafft. Die Lust (sukham) also muß man suchen zu erkennen.“  
sukham bhagavo vijijñâsa iti (1)
– „Die Lust, o Herr, möchte ich erkennen!“
 
iti dvâvimshah khandah (22)
Dreiundzwanzigster Khanda
yo vai bhûmâ tat sukham nâlpe sukham asti bhûmaiva sukham bhûmâ tv eva vijijñâsitavya iti 1. „Die Lust besteht in der Unbeschränktheit (Größe, bhûman); in dem Beschränkten (Kleinen) ist keine Lust; nur die Unbeschränktheit ist Lust. Die Unbeschränktheit (bhûman) also muß man suchen zu erkennen.“  
bhûmânam bhagavo vijijñâsa iti (1)
– „Die Unbeschränktheit, o Herr, möchte ich erkennen!“
 
iti trayovimshah khandah (23)
Vierundzwanzigster Khanda
yatra nânyat pashyati nânyac chrnoti nânyad vijânâti sa bhûmâ atha yatrânyat pashyaty ânyac chrnoty anyad vijânâti tad alpam yo vai bhûmâ tad amrtam atha yad alpam tan martyam 1. „Wenn einer [außer sich] kein andres sieht, kein andres hört, kein andres erkennt, das ist die Unbeschränktheit; wenn er ein andres sieht, hört, erkennt, das ist das Beschränkte. Die Unbeschränktheit ist das Unsterbliche, das Beschränkte ist sterblich.“
ou gar aiei einai anhyston, ho, ti mê pan esti (Melissus ap.Simplic. in Aristot. phys. f.23 b).
 
sa bhagavah kasmin pratishthita iti sve mahimni aydi vâ na mahimnîti (1) – „Aber worauf gründet denn sie sich, o Herr?“ „Sie gründet sich auf ihre eigne Größe, oder, wenn man will, nicht auf die Größe.  
go-ashvam iha mahimety âcakshate hasti-hiranyam dhâsa-bhâyam kshetrânyâyatanânîti nâham evam bravîmi bravîmîti hovâca anyo hy anyasmin pratishthita iti (2) 2. Denn unter Größe verstehet man in dieser Welt viel Kühe und Rosse, Elefanten und Gold, Sklaven und Weiber, Feld und Land. Aber das meine ich nicht, meine ich nicht,“ so sprach er, „denn da gründet sich eines immer auf das andre.  
iti caturvimshah khandah (24)
Fünfundzwanzigster Khanda
sa evâdhastât sa uparishthât sa pashcât sa purastât sa dakshinatah sa uttaratah sa evedam sarvam iti athâto 'hamkârâdesha eva aham evâdhastâd aham uparishthâd aham pashcâd aham purastâd aham dakshinato 'ham uttarato 'ham evedam sarvam iti (1) 1. Sie aber [die Unbeschränktheit] ist unten und ist oben, im Westen und im Osten, im Süden und im Norden; sie ist die ganze Welt. Daraus folgt für das Ich-Bewußtsein (ahamkâra): Ich (aham) bin unten und oben, im Westen und im Osten, im Süden und im Norden; ich bin diese ganze Welt.
  S.186
athâta âtmâdesha evâtmaivâdhastâd âtmoparishthâd âtmâ pashcâd âtmâ purastâd âtmâ dakshinata âtmottarata âtmaivedam sarvam iti 2. Daraus folgt für die Seele (âtman): die Seele ist unten und oben, im Westen und im Osten, im Süden und im Norden; die Seele ist diese ganze Welt.  
sa vâ esha evam pashyann evam manvân evam vijânann âtmaratir âtmakîda âtmamithuna âtmânandah sa svarâd bhavati tasya sarveshu lokeshu kâmacaro bhavati atha ye 'nyathâto vidur anyarâjânas te kshayyalokâ bhavanti teshâm sarveshu lokeshv akâmacâro bhavati (2) Wer also sieht und denkt und erkennt, an der Seele sich freuend, mit ihr spielend, mit ihr sich paarend und ergötzend, derselbige ist autonom (svarâj), und ihm ist in allen Welten Freiheit (kâmacâra); die es aber anders als so ansehen, die sind heteronom (anyarâjan), vergänglicher Seligkeit, und ihnen ist in allen Welten Unfreiheit (akâmacâra).  
iti pañcavimshah khandah (25)
Sechsundzwanzigster Khanda
tasya ha vâ etasyaivam pashata evam manvânasyaivam vijânata
1. Für den, fürwahr, welcher also sieht und denkt und erkennt, stammt
 
âtmatah  prân 
âtmatah  âshâ  
 'tmatah  smara  
âtmata    âkâsha  
âtmatas  teja  
âtmata    âpa  
âtmata    âvir bhâvatir obhâvâv  
âtmato    'nnam   
âtmato    balam  
âtmato    vijñânam  
âtmato    dhyânam  
âtmatash cittam   
âtmatah  samkalpa  
âtmato    mana  
âtmato    vâg  
âtmato    nâmâ  
 'tmato    mantrâ  
âtmatah  karmân 
âtmata    evedam sarvam iti (1) 
aus seiner Seele das Leben, 
aus seiner Seele die Hoffnung, 
aus seiner Seele das Gedächtnis, 
aus seiner Seele der Weltraum, 
aus seiner Seele die Glut, 
aus seiner Seele das Wasser, 
aus seiner Seele Schöpfung und Vergang, 
aus seiner Seele die Nahrung, 
aus seiner Seele die Kraft, 
aus seiner Seele die Erkenntnis, 
aus seiner Seele das Sinnen, 
aus seiner Seele der Gedanke, 
aus seiner Seele der Entschluß, 
aus seiner Seele das Manas
aus seiner Seele die Rede, 
aus seiner Seele der Name, 
aus seiner Seele die heiligen Lieder und Sprüche, 
aus seiner Seele die heiligen Werke, 
aus seiner Seele diese ganze Welt.“ – 
   
tad esha shlokah
2. Darüber ist dieser Vers:
   
âhârashuddhau sattvashuddhih sattvashuddhau dhruvâ smrtih smrtilambhe sarvagranthînâm vipramokshas Rein ernährt er sich, und rein ist er; bewahrt, weil rein, die Lehre treu: weil er sie treu in der Erinnerung bewahrt, wird  S.187  ihm zuteil die Lösung aller Knoten.   tasmai mrditakashâyâya tamasas pâram         darshayati bhagavân sanatkumâras Nachdem [durch die erwähnte Reinheit der Nahrung] die Unreinheit von ihm gewichen ist,   zeigt ihm [wie einst dem Nârada] der heilige Sanatkumâra [durch den gegenwärtigen Upanishad-Abschnitt] das Ufer jenseits der Finsternis.   tam skanda ity âcakshate
tam skanda ity âcakshate (2)
 [Darum] nennen sie ihn Skanda (den Übersteiger), –      nennen sie ihn Skanda.  
iti shadvimshah khandah (26)
iti chândogyopanishadi saptamo 'dhyâyah (7)
 
 
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Sanskrit/ Grammatik * Rgveda * Mahâbhârata * Râmâyana * Gîtâ * Vedânta * Yoga
Meister Eckhart: unio mystica * ICH BIN der ICH BIN (Exodus 3) * Meditation und Mantren
 
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Feire Fiz (Hans Zimmermann), Görlitz : Quellentexte in zwölf Sprachen : Indien : Upanishaden des Sâmaveda : Chândogya-Upanishad