Hans Zimmermann, Görlitz : 12 KÖRBE: Quellen zu den Weltbildern der Hochkulturen : Indien : Buddhismus : Indienreise : die Wandbilder der Höhlenklöster in Ajanta
 
Buddha (Sâmañña-Phala Sutta) * Buddhas Geburt : Lalitavistara * Jâtakas * Wandbilder in den Höhlenklöstern in Ajanta
Tibetische Meditationsbilder (Thankas) * Das Fünfer-System der "Tathâgatas" im Mahayâna und Vajrayâna * Zen-Kunst
Samskrt * Rgveda * Chândogya- & Kena-, Brhadâranyaka- & Îshâ-Upanishad * Bhagavad-Gîtâ * Vedânta * Yogasûtra
Mahâbhârata * Râmâyana * Meditation und Mantren * Meister Eckhart: unio mystica * Indienreise
 
Wandbilder der buddhistischen Höhlenklöster in Ajanta
(6.Jhd.n.Chr.)
 
Die Höhlen von Ajanta, etwa 100 km nördlich von Aurangabad im indischen Bundesstaat Maharashtra, wurden zwischen dem 2.Jhd.v.Chr. und dem 6.Jhd.n.Chr. in den Trapp-Basalt einer entlegenen Schlucht der Westghats geschnitten. Ein Kranz von 30 buddhistischen Höhlenklöstern und auch einigen kultischen Versammlungsräumen umrahmt somit das Tal an den oberen Abhängen, von denen die drei jüngsten, die Höhlen 1, 2 und 17, besonders reich ausgemalt sind. Was hier im 7.Jhd.n.Chr. endete, fand dann seine Fortsetzung und weitere Entwicklung in den Höhlen von Ellora (näher an Aurangabad): Dort sind gerade noch die ältesten Räumlichkeiten mahayana-buddhistisch, die folgenden sind hinduistisch und zeigen üppigen Skulpturenschmuck in der Darstellung des jugendlichen All-Ein-Gottes Shiva, der sich in geschmeidigen Tanzgesten biegt, oder Vishnus, träumend im Milchmeer.  
  
Nun aber die älteren buddhistischen Klosteranlagen von Ajanta: Die Grundrisse der Meditationshallen sind weitgehend quadratisch, je fünf Zellen zum Schlafen und Meditieren für je zwei Mönche pro Seite, wuchtige Säulenreihen vor jeder Seite der Halle, in der Mitte der Rückwand gegenüber dem Eingang findet sich eine Nische ("Schrein") für die Skulptur des wach sitzenden oder im Lotussitz meditierenden Buddha. Die eher länglichen kultischen Versammlungsräume bzw. Tempel, "Chaityas" genannt, haben einen Stupa, einen turmartigen oder glockigen Hügel, der über seiner Rundung Reliquien trägt, in ihrer Apsis.   
Die Höhlen von Ajanta, Blick zurück über die Schlucht hinweg zu den ersten Höhlen (von rechts nach links gezählt)
Die ältesten Höhlen, die noch ganz in die Hinayana-Phase des indischen Buddhismus gehören, stellen den Buddha nicht dar; die Chaityas (Tempel) dieser Phase sind reich an Skulpturen (und darin vergleichbar den wesentlich jüngeren hinduistischen Tempeln von Ellora). 
  
Die bunt ausgestatteten Klosteranlagen des 6.Jhds.n.Chr. dagegen sind frühe, frische Entfaltungen der Mahayana-Theologie, die nun ihren Siegeszug in Asien beginnt und gleichzeitig den Erlösungsreligionen des Westens (Christentum und Manichäismus) wie auch den syñchronen hinduistischen Entwicklungen "sympathetisch" verwandt ist:  
Bodhisattvas repräsentieren nun die polaren Aspekte des himmlischen Buddha, vergleichbar den beiden Seitengesichtern der Trimurti in Elephanta (ein dreigesichtiger Kopf mit Shiva "selbst" in der Mitte, die grimmig-kämpferische Natur des Gottes schaut nach links und seine lächelnd-weibliche Gnade nach rechts), oder auch den beiden Seiten des Lebensbaumes der Kabbala, oder überhaupt den Links-Rechts-Verhältnissen des menschlichen Leibes. Links vom "Allerheiligsten" des Buddha-Schreins ist die Rückwand (gegenüber dem Eingang) groß mit dem Bodhisattva Padmapani ("Lotos-Hand", ein Beiname des Avalokiteshvara) bemalt, ein mildes Gesicht in warmen Goldtönen inmitten einer Fülle weiterer Gestalten; rechts von der Schrein-Nische der Bodhisattva Vajrapani ("Diamant-Hand"), wach, selbstbewußt und reich geschmückt.  
  
Hauptthemen der weiteren Malereien sind die Jatakas, die 500 Legenden zu den früheren Inkarnationen des Gautama-Buddha, die seine immer neuen Opfer und Verzichts-Leistungen darstellen, so etwa, wenn er sein Königtum aufgeben will, von seiner Gattin und den vielen sinnlichen Reizen des Palastlebens umgestimmt oder verführt werden soll, diesen Kräften widersteht und sich schließlich in der Weltabgeschiedenheit des Waldes der Meditation widmet 
  
Siehe auch die großen Ergänzungs-Sammlungen:  
Elephanta / Ajanta / Ellora 
Tanzender Shiva in Ellora
 
Dreigesichtiger Shiva, Elephanta
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Blick am Rand der Schlucht entlang, Eingangsbereiche der Höhlenklöster...Vorderfront des Kultraums (Chaitya) in Höhle 10...Deckenmalerei im äußeren Eingangsbereich des Klosters in Höhle 1
 
Höhle 1, Bodhisattva Padmapani (Avalokiteshvara) zur Linken des BuddhaHöhle 1, Bodhisattva Vajrapani zur Rechten des BuddhaHöhle 1, Mahajanata-Jataka: der König, sinnend im PalastHöhle 1, Mahajanata-Jataka: der König verläßt den PalastHöhle 1, Mahajanata-Jataka: Reinigung des zum Einsiedler gewordenen Königs
 
Buddhaskulptur in Höhle 2Höhle 2: Schlangenprinzessin auf der SchaukelHöhle 2: Maya, die Mutter des BuddhaHöhle 17: Vessantara-Jataka; Palast-SzenerieHöhle 17: Vessantara-Jataka; königlicher Ausritt auf ElephantenHöhle 26, Chaitya, Kultraum mit Stupa
 
 
Höhle 1, sanft-erlösend der Bodhisattva Padmapani (Avalokiteshvara) zur Linken der zentralen Buddha-Nische
 
Höhle 1, männlich-mutig der Bodhisattva Vajrapani zur Rechten der zentralen Buddha-Nische
 
Höhle 1, Mahajanata-Jataka: Der König, eine frühere Inkarnation des Buddha, sinnt darüber nach,
ob er die Freuden des Palastes verlassen und Einsiedler werden soll
 
..... 
Höhle 1, Mahajanata-Jataka, links: Der König Mahajanata verläßt den Palast;
rechts: kultische Reinigung des zum Einsiedler gewordenen Mahajanata
 
 
......
Höhle 2, links: zentrale Nische mit meditierendem Buddha; rechts: Maya, die Mutter des Gautama-Buddha, im Gespräch
siehe auch: Buddhas Geburt, Ashvagoshas Buddhacarita / Lalitavistara
 
Höhle 2: Eine Prinzessin der Nagas (Schlangengeister) auf der Schaukel
 
Höhle 17: Vessantara-Jataka; Palast-Szenerie
 
Höhle 17: Vessantara-Jataka; königlicher Ausritt auf Elephanten
 
 
Höhle 26 enthält einen Chaitya, d.h. einen Versammlungs-Kultraum der Mönche mit einem Stupa
 
 
12 weitere große Bildersammlungen, Früchte der Indienreise 2004:
 
Elephanta / Ajanta / Ellora
 
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weitere Bilder von der diesjährigen Indienreise (im Monsun 2004)
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