zurück zur Synopse Chrétien/ Wolfram: Trevrizent (1)
und nun die Fortsetzung des Trevrizentbuches:
Perceval (- Perchevax)
- Parzivâl
et li preudom
+ Trevrizent (2): 
über das Leiden des Anfortas
 durch Feire Fiz
zur "Funktion der Gralssuche im Parzival" * "lapsit exillis" – "lapis exilis": die Namensvarianten des Grals
.
indem man die Titel hier unten anklickt, gelangt man
zu den einzelnen Abschnitten 
der Gralsburgszene 
und der Sigune-Begegnung 
in 
Wolfram, Buch 5 (cap. 224 – 255) 
gemäß Chrétien (2976 – 3690): 
 
Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug
und 
zu den erklärenden Ausführungen 
durch den Einsiedler Trevrizent 
in 
Wolfram, Buch 9 (cap. 446 – 502) 
gemäß Chrétien (6217 – 6518): 
 
die Karfreitags-Pilger 
Begegnung mit dem Einsiedler  Aufnahme beim Einsiedler 
die Beichte: Gottes "Untreue"  der Tor, der die Frage nicht stellte 
Parzival nennt seinen Namen 
die Blutschuld an Ither 
zweite Schuld: Tod der Mutter  Heilungsversuche:  Kräutermahlzeit zu Mittag 
Parzivals Bekenntnis  die 25 Jungfrauen 
Trevrizents Ritterleben 
die Geschenke: Mantel und Schwert 
Mahnung zur Orthodoxie 
Absolution
 
Synopse der Beichte Parzivâls beim Einsiedler Trevrizent
in
Chrétien de Troyes:
Le Roman de Perceval
ou Le Conte du Graal,
6368 – 6513:
Perchevax chiez le preudom
après le ms fr.12576 de la Bibl.Nat. par William Roach
Wolfram von Eschenbach:
Parzivâl
Neuntes Buch,
cap. 472-502:
Trevrizent (2): über Anfortas
nach der Ausgabe von Karl Lachmann
 
dô sprach aber Parzivâl 
    472 
,Mac ritterschaft des lîbes prîs 
unt doch der sêle pardîs 
bejagen mit schilt und ouch mit sper, 
sô was ie ritterschaft mîn ger. 
ich streit ie swâ ich strîten vant, 
sô daz mîn werlîchiu hant 
sich naehert dem prîse. 
ist got an strîte wîse, 
der sol mich dar benennen, 
daz si mich dâ bekennen: 
mîn hant dâ strîtes niht verbirt.' 
 
dô sprach aber sîn kiuscher wirt 
,ir müest aldâ vor hôchvart 
mit senftem willen sîn bewart. 
iuch verleit liht iuwer iugent 
daz ir der kiusche braechet tugent. 
hôchvart ie seic unde viel,' 
sprach der wirt: ieweder ouge im wiel, 
dô er an diz maere dâhte, 
daz er dâ mit rede volbrâhte. 
 
dô sprach er ,hêrre, ein künec dâ was: 
der hiez und heizt noch Anfortas. 
daz sol iuch und mich armen 
immer mêr erbarmen 
umb sîn herzebaere nôt, 
die hôchvart im ze lône bôt. 
sîn iugent unt sîn rîcheit 
der werlde an im vuogte leit, 
unt daz er gerte minne 
ûzerhalp der kiusche sinne. 
    473 
der site ist niht dem grâle reht: 
dâ muoz der ritter unt der kneht 
bewart sîn vor lôsheit. 
diemüet ie hôchvart überstreit. 
dâ wont ein werdiu bruoderschaft: 
die hânt mit werlîcher craft 
erwert mit ir handen 
der diet von al den landen, 
daz der grâl ist unerkennet, 
wan die dar sînt benennet 
ze Munsalvaesche an des grâles schar. 
  
wan einer kom unbenennet dar: 
der selbe was ein tumber man 
und vuorte ouch sünde mit im dan, 
daz er niht zem wirte sprach 
umbe den kumber den er an im sach. 
ich ensol niemen schelten: 
doch muoz er sünde engelten, 
daz er niht vrâgte des wirtes schaden. 
er was mit kumber sô geladen, 
ez enwart nie erkant sô hôher pin. 
 
dâ vor kom roys Lähelîn 
ze Brumbâne an den sê geriten. 
durch tjoste het sîn dâ gebiten 
Lybbêâls der werde helt, 
des tôt mit tjoste was erwelt. 
er was erborn von Prienlascors. 
Lähelîn des heldes ors 
dannen zôch mit sîner hant: 
dâ wart der rêroup bekant. 
 
 
 
    (6387 - 6419:) 
(- „He! biax amis, dist li preudom,  
or me di coment tu as non.“  
Et il li dist: „Perchevax, sire.“ 
474 
Hêrre, sît irz Lähelîn? 
sô stêt in dem stalle mîn 
den orsen ein ors gelîch gevar, 
diu dâ hoernt an des grâles schar 
ame satel ein turteltûbe stêt: 
daz ors von Munsalvaesche gêt. 
diu wâpen gap in Anfortas, 
dô er der vröuden hêrre was. 
ir schilte sînt von alter sô: 
Tyturel si brihte dô 
an sînen sun rois Frimutel: 
dar unde vlôs der degen snel 
von einer tioste ouch sînen lîp. 
der minnet sîn selbes wîp, 
daz nie von manne mêre 
wîp geminnet wart so sêre, 
ich mein mit rehten triuwen. 
sîne sîte sult ir niuwen, 
und minnet von herzen iuwer konen. 
sîner sîte sult ir wonen: 
iuwer varwe im treit gelîchiu mâl. 
der was ouch hêrre über den grâl. 
ôwi hêr, wanne ist iuwer vart? 
nu ruocht mir prüeven iuwern art.‘ 
 
ieweder vaste an den andern sach. 
Parzivâl zem wirte sprach 
,ich bin von einem man erborn, 
der mit tiost hât den lîp verlorn, 
unt durch ritterlîch gemüete. 
hêr, durch iuwer güete  
    475 
sult ir in nemen in iuwer gebet. 
mîn vater der hiez Gahmuret, 
er was von arde ein Anschevîn. 
hêrre, ichn binz niht Lähelîn. 
genam ich ie den rêroup, 
sô was ich an den witzen toup. 
ez ist iedoch von mir geschehen: 
der selben sünde muoz ich jehen. 
Ithêrn von Cucûmerlant 
den sluoc mîn sündebaeriu hant: 
ich leit in tôten ûf daz gras, 
unt nam swaz dâ ze nemen was.
 
A cest mot li preudom sozpire,  
qui le non a reconneü,  
et dist: „Frere, molt t’a neü  
uns pechiez dont tu ne sez mot:  
ce fu li doels que ta mere ot  
de toi quant departis de li,  
que pasmee a terre chai  
al chief del pont devant la porte,  
et de cel doel fu ele morte.  
Por le pechié que tu en as  
t’avient que rien n’en demandas  
de la lance ne del graal,  
si t’en sont avenu maint mal;  
ne n’eüsses pas tant duré,  
s’ele ne t’eüst comandé  
a Damedieu, ce saches tu.  
Mais sa parole ot tel vertu  
que Diex por li t’a regardé,  
de mort et de prison gardé.  
Pechie la lange te trencha,  
quant le fer qui onc n’estancha  
de sainier devant toi veis,  
ne la raison n’en enqueis.  

Et quant del graal ne seüs  
cui l’en en sert, fol sens eüs.  
Cil qui l’en en sert est mes frere,  
ma suer et soe fu ta mere;  
et del riche Pescheor croi  
qu’il est fix a icelui roi  
qu’en cel gral servir se fait.)   

,ôwê werlt, wie tuostu sô?' 
sprach der wirt: der was des maeres unvrô. 
,du gîst den Iiuten herzesêr 
unt riuwebaeres kumbers mêr 
dan der vröud. wie stêt dîn lôn! 
sus endet sich dîns maeres dôn.‘ 
dô sprach er ,lieber swester sun,  
waz râtes möhte ich dir nu tuon? 
du hâst dîn eigen verch erslagen. 
wiltu vür got die schulde tragen, 
sît daz ir bêde wârt ein bluot, 
ob got dâ reht gerihte tuot, 
sô giltet im dîn eigen leben. 
waz wiltu im dâ ze gelte geben, 
Ithêrn von Kaheviez? 
der rehten werdekeit geniez, 
des diu werlt was gereinet, 
het got an im erscheinet. 
    476 
Missewende was sîn riuwe, 
er balsem ob der triuwe. 
al werltlîchiu schande in vlôch: 
werdekeit sich in sîn herze zôch. 
dich solden hazzen werdiu wîp 
durch sînen minneelîchen lîp: 
sîn dienst was gein in sô ganz, 
ez machte wîbes ougen glanz, 
die in gesâhn, von sîner süeze. 
 
got daz erbarmen müeze 
daz du ie gevrumtest selhe nôt! 
mîn swester lac ouch nâch dir tôt, 
Herzeloyde dîn muoter.‘ 
 
‚neinâ hêrre guoter, 
waz sagt ir nu?' sprach Parzivâl. 
‚waer ich dan hêrre über den grâl, 
der möhte mich ergêtzen niht 
des maeres mir iuwer munt vergiht. 
bin ich iuwer swester kint, 
sô tuot als die mit triuwen sint, 
und sagt mit sunder wankes vâr, 
sînt disiu maere beidiu wâr?' 

dô sprach aber der guote man 
,ich enbinz niht der dâ triegen kan: 
dîner muoter daz ir triuwe erwarp, 
dô du von ir schiede, zehant si starp. 
du waere daz tier daz si dâ souc, 
unt der trache der von ir dâ vlouc. 
ez wideivuor in slâfe ir gar, 
ê daz diu süeze dich gebar. 

    477 
mîner geswîstrede zwei noch sînt. 
mîn swester Tschoysiâne ein kint 
gebar: der vrühte lac si tôt. 
der herzoge Kyôt 
von Katelange was ir man: 
dern wolde ouch sît niht vröude hân. 
Sigûne, des selben tôhterlîn, 
bevalh man der muoter dîn. 
Tschoysiânen tôt mich smerzen 
muoz enmitten ime herzen: 
ir wîplîch herze was sô guot, 
ein arke vür unkiusche vluot. 
ein magt, mîn swester, pfligt noch site 
sô daz ir volget kiusche mite. 
Repanse de schoye pfligt  
des grâles, der sô swaere wigt 
daz in diu valschlîch menscheit 
nimmer von der stat getreit. 
ir bruoder und mîn ist Anfortas, 
der bêdiu ist unde was 
von art des grâles hêrre. 
dem ist leider vröude verre: 
wan daz er hât gedingen, 
in sül sîn kumber bringen 
zem endelôsem gemache. 
mit wunderlîcher sache 
ist ez im komen an riuwen zil, 
als ich dir, neve, künden wil. 
pfligstu denne triuwe, 
so erbarmet dich sîn riuwe. 
 
    478 
Dô Frimutel den lîp verlôs, 
mîn vater, nâch im man dô kôs 
sînen eltsten sun ze künege dar, 
ze vogte dem grâle unt des grâles schar. 
daz was mîn bruoder Anfortas, 
der crône und rîcheit wirdec was. 
dannoch wir wênec waren. 
dô mîn bruoder gein den jâren 
kom vür der gransprunge zît, 
mit selher iugent hât minne ir strît: 
sô twingt si ir vriunt sô sêre, 
man mag es ir jehen ze unêre. 
swelh grâles hêrre aber minne gert 
anders dan diu schrift in wert, 
der muoz es komen ze arbeit 
und in siufzebaeriu herzeleit. 
mîn hêrre und der bruoder mîn 
kôs im eine vriundîn, 
des in dôht, mit guotem site. 
swer diu was, daz si dâ mite. 
in ir dienst er sich zôch, 
sô daz diu zageheit in vlôch. 
des wart von sîner clâren hant 
verdürkelt manec schildes rant. 
da bejagte an âventiure 
der süeze unt der gehiure, 
wart ie hôher prîs erkant 
über elliu ritterlîchiu lant, 
von dem maere was er der vrîe. 
Amor was sîn crîe. 
    479 
der ruoft ist zer dêmuot 
iedoch niht volleclîchen guot. 
 
eins tages der künec al eine reit, 
daz was gar den sînen leit, 
ûz durch âventiure, 
durch vröude an minnen stiure: 
des twanc in der minnen ger. 
mit einem gelupten sper 
wart er ze tjostieren wunt 
sô daz er nimmer mêr gesunt 
wart, der süeze oeheim dîn, 
durch die heidruose sîn. 
 
ez was ein heiden der dâ streit 
unt der die selben tjoste reit, 
geborn von Ethnîse, 
dâ ûz dem pardîse 
rinnet diu Tigris. 
der selbe heiden was gewis, 
sîn ellen solde den grâl behaben. 
inme sper was sîn name ergraben: 
er suocht die verren ritterschaft, 
niht wan durch des grâles craft 
streich er wazzer unde lant. 
von sîme strîte uns vröude swant. 
 
dîns oeheims strît man prîsen 
muoz: des spers îsen 
vuort er in sîme lîbe dan. 
dô der junge werde man 
kom heim zuo den sînen, 
dâ sach man jâmer schînen. 
    480 
den heiden hete er dort erslagen: 
den sul ouch wir ze mâze clagen. 
dô uns der künec kom sô bleich, 
unt im sîn craft gar gesweich, 
in die wunden greif eins arztes hant, 
unz er des spers îsen vant: 
der trunzûn was roerîn, 
ein teil in den wunden sîn: 
diu gewan der arzet beidiu wider. 
 
mîne venje viel ich nider: 
dâ lobet ich der gotes eraft, 
daz ich deheine ritterschaft 
gêtaete nimmer mêre, 
daz got durch sîn êre 
mînem bruoder hulfe von der nôt. 
ich verswuor ouch vleisch, wîn unde brôt, 
unt dar nâch al daz trüege bluot, 
daz ichs nimmer mêr gewünne muot. 
daz was der diet ander clage, 
lieber neve, als ich dir sage, 
daz ich schiet von dem swerte mîn. 
si sprâchen ,wer sol schirmer sîn 
über des grâles tougen?' 
dô weinden liehtiu ougen. 
 
si truogen den künec sunder twâl 
durch die gotes helfe vür den grâl. 
dô der künec den grâl gesach, 
daz was sîn ander ungemach, 
daz er niht sterben mohte, 
wand im sterben dô niht dohte, 
    481 
sît daz ich mich hete ergeben 
in alsus ärmeclîchez leben, 
unt des edelen ardes hêrschaft 
was komen an sô swache craft. 
 
des küneges wunde geitert was. 
swaz man der arzetbuoche las, 
diene gâben keiner helfe lôn. 
gein aspîs, ecidemôn, 
ehcontîus unt lisîs, 
jecîs unt mêatrîs, 
die argen slangen daz eiter heiz 
tragent, swaz iemen dâ vür weiz, 
unt vür ander würm die daz eiter tragent, 
swaz die wîsen arzt dâ vür bejagent 
mit fisiken liste an würzen 
(Iâ dir die rede kürzen), 
der keinz gehelfen kunde: 
got selbe uns des verbunde. 
 
wir gewunnen Gêôn 
ze helfe unde Fîsôn, 
Eufrâtes unde Tigrîs, 
diu vier wazzer uz dem pardîs, 
sô nâhen hân zuo ir süezer smac 
dennoch niht sîn verrochen mac, 
ob kein wurz dînne quaeme, 
diu unser trûren naeme. 
daz was verlorniu arbeit: 
dô niuwet sich unser herzeleit. 
 
doch versuochte wirz in mangen wîs. 
do gewunne wir daz selbe rîs 
    482 
dar ûf Sibille jach 
Enêas vür hellesch ungemach 
und vür den Flegetônen rouch, 
vür ander vlüzze die drin vliezent ouch. 
des nâmen wir uns muoze 
unt gewunnen daz rîs ze buoze, 
ob daz sper ungehiure 
in dem helschen viure 
waer gelüppet oder geloetet, 
daz uns an vröuden toetet. 
dô was dem sper niht alsus. 
 
ein vogel heizt pellicânus: 
swenne der vruht gewinnet, 
alze sêre er die minnet: 
in twinget sîner triuwe gelust 
daz er bîzet durch sîn selbes brust, 
unt lât daz bluot den jungen in den munt: 
er stirbet an der selben stunt. 
do gewunnen wir des vogels bluot, 
ob uns sîn triuwe waere guot, 
unt strichens an die wunden 
sô wir beste kunden. 
daz mohte uns niht gehelfen sus. 
 
ein tier heizet monîcirus: 
daz erkennet der meide reine sô grôz 
daz ez slaefet ûf der meide schôz. 
wir gewunnen des tieres herzen 
uber des küneges smerzen. 
wir nâmen den karfunkelstein 
ûf des selben tieres hirnbein, 
    483 
der dâ wehset under sîme horn. 
wir bestrîchen die wunden vorn, 
und besouften den stein drinne gar: 
diu wunde was et lüppec var. 
daz tet uns mit dem künege wê. 
 
wir gewunnen ein wurz heizt trachontê, 
wir hoeren von der würze sagen, 
swâ ein trache werde erslagen, 
si wanse von dem bluote. 
der würze ist sô ze muote, 
si hât al des luftes art, 
ob uns des trachen umbevart 
dar zuo môhte iht gevromen, 
vür der sterne wider komen 
unt vür des mânen wandeltac, 
dar an der wunden smerze lac. 
der edel hôch geslehte 
korn uns dâ vür niht rehte. 
 
unser venje viel wir vür den grâl. 
dar an gesihen wir ze einem mâl 
geschriben, dar solde ein ritter komen: 
wurde des vrâge aldâ vernomen, 
sô solde der kumber ende hân: 
ez waere kint magt oder man, 
daz in der vrâge warnet iht, 
sone solt diu vrâge helfen niht, 
wan daz der schade stüende als ê 
und herzelîcher taete wê. 
diu schrift sprach ,habt ir daz vernomen? 
suwer warnen mac ze schaden komen. 
    484 
vrâgt er niht bî der êrsten naht, 
sô zergêt sîner vrâge maht. 
wirt sîn vrâge an rehter zît getân, 
sô sol er daz künecrîche hân, 
unt hât der kumber ende 
von der hôhsten hende. 
dâ mit ist Anfortas genesen, 
ern sol aber niemer künec wesen.‘ 
 
sus lisen wir am grâle 
daz Anfortases quâle 
dâ mit ein ende naeme, 
swenn im diu vrâge quaeme. 
 
wir strichen an die wunden 
swâ mit wir senften kunden, 
die guoten salben nardas, 
unt swaz gedrîakelt was, 
unt den rouch von lign alôê: 
im was et ze allen zîten wê. 
dô zôch ich mich dâ her: 
swachiu wünne ist mîner jâre wer. 
 
sît kom ein ritter dar geriten: 
der möhte ez gerne hân vermiten; 
von dem ich dir ê sagte, 
unprîs der dâ bejagte, 
sît er den rehten kumber sach, 
daz er niht zuo dem wirte sprach 
,hêrre, wie stêt iuwer nôt?' 
sît im sîn tumpheit daz gebôt 
daz er aldâ niht vrâgte, 
grôzer saelde in dô betrâgte.' 
 
    485 
si bêde wârn mit herzen clage. 
dô nâht ez dem mittem tage. 
der wirt sprach ,ge wir nâch der nar. 
dîn ors ist unberâten gar: 
ich mac uns selben niht gespîsen, 
esne welle uns got bewîsen. 
mîn küche riuchet selten: 
des muostu hiute engelten, 
unt al die wîl du bî mir bist. 
ich solt dich hiute lêren list 
an den würzen, lieze uns der snê. 
got gebe daz der schier zergê. 
nu brechen die wîl îwîn graz. 
seh waen dîn ors dicke gaz 
ze Munsalvaesche baz dan hie. 
du noch ez ze wirte nie 
kômt, der iuwer gerner pflaege, 
ob ez hie bereitez laege.' 
 
si giengen ûz umb ir bejac. 
Parzivâl des vuoters pflac. 
der wirt gruop im würzelîn: 
daz muose ir beste spîse sîn. 
der wirt sîner orden niht vergaz: 
swie vil er gruop, deheine er az 
der würze vor der nône: 
an die stûden schône 
hienc ers und suochte mêre. 
durch die gotes êre 
manegen tac ungâz er gienc, 
er vermiste dâ sîn spîse hienc. 
    486 
die zwêne gesellen niht verdrôz, 
si giengen dâ der brunne vlôz, 
si wuoschen würze unde ir krût. 
ir munt wart selten lachens lût. 
ieweder sîne hende 
twuoc. an eime gebende 
truoc Parzivâl îwîn loup 
vürz ors. ûf ir ramschoup 
giengen si wider zuo den koln. 
man dorfte in niht mêr spîse holn: 
dane was gesoten noch gebrâten, 
unt ir küchen unberâten. 
 
Parzivâl mit sinne, 
durch die getriuwe minne 
die er gein sînem wirte truoc, 
in dûhte er hete baz genuoc 
dan dô sîn pflac Gurnemanz, 
und dô sô maneger vrouwen varwe glanz 
ze Munsalvaesche vür in gienc, 
da er wirtschaft vome grâle enpfienc. 
der wirt mit triuwen wîse 
sprach ,neve, disiu spîse 
sol dir niht versmâhen. 
dune vündest in allen gâhen 
dehein wirt der dir gunde baz 
guoter wirtschaft âne haz.' 
Parzivâl sprach ,hêrre, 
der gotes gruoz mir verre, 
ob mich ie baz gezaeme 
swes ich von wirte naeme. 
 
    487 
Swaz dâ was spîse vür gêtragen, 
beliben si dâ nâch ungetwagen, 
daz enschadet in an den ougen niht, 
als man vischegen handen giht. 
ich wil vür mich geheizen, 
man mühte mit mir beizen, 
waer ich vür vederspil erkant, 
ich swunge al gernde von der hant, 
bî selhen kröpfelînen 
taete ich vliegen schinen. 
wes spotte ich der gêtriuwen diet? 
mîn alt unvuoge mir daz riet.  
ir hât doch wol gehoeret 
waz in rîcheit hât gestoeret, 
war umb si wâren vröuden arm, 
dicke kalt unt selten warm. 
si dolten herzen riuwe 
niht wan durch rehte triuwe, 
ân alle missewende. 
von der hôhsten hende 
enpfiengen si unib ir kumber solt: 
got was und wart in bêden holt. 
 
si stuonden ûf und giengen dan, 
Parzivâl unt der guote man, 
zem orse gein dem stalle. 
mit cranker vröuden schalle 
der wirt zem ors sprach ,mir ist leit 
dîn hungerbaeriu arbeit 
durch den satel der ûf dir ligt, 
der Anfortases wâpen pfligt.' 
 
- „Sire, chiez le Roi Pescheor  
fui une fois et vi la lance  
dont li fers saine sanz dotance,  
et de cele goute de sanc  
que a le pointe del fer blanc  
vi pendre, rien n’en demandai.  
Onques puis, ceres, n’amendai.  
Et del graal que je i vi  
ne sai pas cui on en servi,  
si ai puis eü si grant doel  
que mors eüsse esté mon wel,  
que Damedieu en obliai,  
ne puis merchi ne li criai  
ne ne fis rien, que je seüsse,  
por coi jamais merchi eüsse.“ 
488 
Dô si daz ors begiengen, 
niuwe clage si an geviengen. 
Parzivâl zem wirte sîn 
sprach ,hêrre und lieber oeheim mîn 
getorste ichz iu vor scham gesagen, 
mîn ungelücke ich solde clagen. 
daz verkiest durch iuwer selbes zuht: 
mîn triuwe hât doch gein iu vluht. 
ich hân sô sêre missetân, 
welt ir michs engelten Iân, 
sô scheide ich von dem trôste 
unt bin der unerlôste 
immer mêr von riuwe. 
ir sult mit râtes triuwe 
clagen mîne tumpheit. 
der ûf Munsalvaesche reit, 
und der den rehten kumber sach, 
unt der deheine vrâge sprach, 
daz bin ich unsaelec barn: 
sus hân ich, hêrre, missevarn. 
 
- „He! biax amis, dist li preudom,  
or me di coment tu as non.“  
Et il li dist: „Perchevax, sire.“  
  
A cest mot li preudom sozpire,  
qui le non a reconneü,  
et dist: „Frere, molt t’a neü  
uns pechiez dont tu ne sez mot:  
ce fu li doels que ta mere ot  
de toi quant departis de li,  
que pasmee a terre chai  
al chief del pont devant la porte,  
et de cel doel fu ele morte.  
Por le pechié que tu en as  
t’avient que rien n’en demandas  
de la lance ne del graal,  
si t’en sont avenu maint mal;  
ne n’eüsses pas tant duré,  
s’ele ne t’eüst comandé  
a Damedieu, ce saches tu.  
Mais sa parole ot tel vertu  
que Diex por li t’a regardé,  
de mort et de prison gardé.  
Pechie la lange te trencha,  
quant le fer qui onc n’estancha  
de sainier devant toi veis,  
ne la raison n’en enqueis.  

Et quant del graal ne seüs  
cui l’en en sert, fol sens eüs.  
Cil qui l’en en sert est mes frere,  
ma suer et soe fu ta mere;  
et del riche Pescheor croi  
qu’il est fix a icelui roi  
qu’en cel gral servir se fait.  
  
Mais ne quidiez pas que il ait  
lus ne lamproie ne salmon;  
d’une sole ioste le sert on,  
que l’en en cel graal li porte;  
sa vie sostient et conforte,  
tant sainte chose est li graals.  
Et il, qui est esperitax  
qu’a se vie plus ne covient  
fors l’oiste qui el graal vient,  
douze ans i a esté issi  
que for de la chambre n’issi  
ou le graal veis entrer.  

 
 
der wirt sprach ,neve, waz sagestu nu? 
wir sulen bêde samt zuo 
herzenlîcher dage grîfen 
unt die vröude lizen slîfen, 
sît dîn kunst sich saelden sus verzêch. 
dô dir got vünf sinne lêch, 
die hânt ir rât dir vor bespart. 
wie was dîn triuwe von in bewart 
an den selben stunden 
bî Anfortases wunden? 
    489 
Doch wil ich râtes niht verzagen: 
dune solt ouch niht ze sêre clagen. 
du solt in rehten mâzen 
clagen und clagen lâzen. 
diu menscheit hât wilden art. 
etswâ wil jugent an witze vart: 
wil denne daz alter tumpheit üeben 
unde lûter site trüeben, 
dâ von wirt daz wîze sal 
unt diu grüene tugent val, 
dâ von beclîben möhte 
daz der werdekeit töhte. 
möht ich dirz wol begrüenen 
unt dîn herze alsô erküenen 
daz du den prîs bejagtes 
unt an got niht verzagtes, 
so gestüende noch dîn linge 
an sô werdeclîchem dinge, 
daz wol ergetzet hieze. 
got selbe dich niht lieze: 
ich bin von gote dîn râtes wer. 
nu sag mir, saehe du daz sper 
ze Munsalvaesche ûf dem hûs? 
dô der sterne Sâturnus 
wider an sîn zil gestuont, 
daz wart uns bî der wunden kunt, 
unt bî dem sumerlîchen snê. 
im getet der vrost nie sô wê, 
dem süezen oeheime dîn. 
daz sper muos in die wunden sîn: 
    490 
Dâ half ein nôt vür die andern nôt: 
des wart daz sper bluotec rôt. 
etslîcher sterne komende tage 
die diet dâ lêret jâmers clage, 
die sô hôhe ob ein ander stênt 
und ungelîche wider gênt: 
unt des mânen wandelkêre 
schadet ouch zer wunden sêre. 
dise zît die ich hie benennet hân, 
sô muoz der künec ruowe Iân: 
sô tuot im grôzer vrost sô wê 
sîn vleisch wirt kelter denne der snê. 
sît man daz gelüppe heiz 
an dem spers îsen weiz, 
die zît man ez ûf die wunden leit: 
den vrost ez ûz dem lîbe treit, 
al umbe daz sper glas var als îs. 
dazne mohte aber keinen wîs 
vome sper niemen bringen dan: 
wan Trebuchet der wîse man 
der worht zwei mezzer, diu ez sniten, 
ûz silber, diu ez niht vermiten. 
den list tet im ein segen kunt, 
der an des küneges swerte stuont. 
maneger ist der gerne giht, 
aspindê daz holz enbrinne niht: 
sô dises glases drûf iht spranc, 
viuwers lohen dâ nâch swanc: 
aspindê dâ von verbran. 
waz wunders diz gelüppe kan! 
    491 
Er mac gerîten noch gegên, 
der künec, noch geligen noch gestên: 
er lent, âne sîtzen, 
mit siufzebaeren witzen. 
gein des mânen wandel ist im wê. 
Brumbâne ist genant ein sê: 
dâ treit man in ûf durch süezen luft, 
durch sîner sûren wunden gruft. 
daz heizt er sînen weidetac: 
swaz er aldâ gevâhen mac 
bî sô smerzlîchem sêre, 
er bedarf dâ heime mêre. 
dâ von kom ûz ein maere, 
er waere ein vischaere. 
daz maere muose er lîden: 
salmen, lamprîden, 
hât er doch lützel veile, 
der trûrege, niht der geile.' 
Parzivâl sprach al zehant 
‚in dem sê den künec ich vant 
gankert ûf dem wâge, 
ich waen durch vische lâge 
oder durch ander kurzewîle. 
ich hete manege mîle 
des tages dar gestrîchen. 
Pelrapeire ich was entwichen 
reht umbe den mitten morgen. 
des âbents pflac ich sorgen, 
wâ diu herberge möhte sîn: 
der beriet mich der oeheim mîn.‘ 
    492 
,Du rite ein angestlîche vart,‘ 
sprach der wirt, ,durch warte wol bewart. 
ieslîchiu sô besetzet ist 
mit rotte, selten iemens list 
in hilfet gein der reise: 
er kêrte ie gein der vreise, 
swer ienen her dâ zuo ze in reit. 
si nement niemens sicherheit, 
si wâgent ir leben gein ienes leben: 
daz ist vür sünde in dâ gegeben.‘ 
,nu kom ich âne strîten 
an den selben zîten 
geriten dâ der künec was,‘ 
sprach Parzivâl. ,des palas 
sach ich des âbents jâmers vol. 
wie tet in jâmer dô sô wol? 
ein knappe aldâ zer tür în spranc, 
dâ von der palas jâmers clanc. 
der truoc in sînen henden 
einen schaft zen vier wenden, 
dar inne ein sper bluotec rôt. 
des kom diu diet in jâmers nôt.' 
der wirt sprach ,neve, sît noch ê 
wart dem künige niht sô wê. 
wan dô sîn komen zeigte sus 
der sterne Sâturnus: 
der kan mit grôzem vroste komen. 
drûf legen mohte uns niht gevromen, 
als manz ê drûffe ligen sach: 
daz sper man in die wunden stach. 
    493 
Sâturnus louft sô hôhe enbor, 
daz ez diu wunde wesse vor, 
ê der ander vrost koem her nâch. 
dem sne was ninder als gâch, 
er viel alrerst an der andern naht 
in der sumerlîchen maht. 
dô man des küneges vrost sus werte, 
die diet ez vröuden herte.' 
dô sprach der kiusche Trevrizzent 
,si enpfiengen jâmers soldiment: 
daz sper in vröude enpfuorte, 
daz ir herzen verch sus ruorte. 
dô machte ir jâmers triuwe 
des toufes lêre al niuwe.‘ 
Parzivâl zem wirte sprach 
,vünf und zweinzec meide ich dâ sach, 
die vor dem künege stuonden 
und wol mit zühten kunden.' 
der wirt sprach ,es suln meide pflegen, 
des hât sich got gein im bewegen, 
des grâls, dem si dâ dienden vür. 
der grâl ist mit hôher kür. 
sô suln sîn ritter hüeten 
mit kiuscheclîchen güeten. 
der hôhen sterne komendiu zît 
der diet aldâ grôz jâmer gît, 
den iungen unt den alten. 
got hât zorn behalten 
gein in alze lange dâ: 
wenne suln si vröude sprechen jâ? 
    494 
Neve, nu wil ich sagen dir 
daz du maht wol gelouben mir. 
ein tschanze dicke stêt vor in, 
si gebent unde nement gewin. 
si enpfâhent cleiniu kinder dar 
von hôher art unt wol gevar. 
wirt iender hêrrenlôs ein lant, 
erkennt si dâ die gotes hant, 
sô daz diu diet eins hêrren gert 
von des grâles schar, die sint gewert. 
des müezen ouch si mit zühten pflegen: 
sîn hüet aldâ der gotes segen. 
got schaft verholne dan die man, 
offenlîch gît man meide dan. 
du solt des sîn vil gewîs 
daz der künec Castis 
Herzeloyden gerte, 
der man in schône werte: 
dîne muoter gap man im ze konen. 
er solt aber niht ir minne wonen: 
der tôt in ê leit in daz grap. 
dâ vor er dîner muoter gap  
Wâleis unt Norgâls, 
Kanvoleis und Kingrivâls, 
daz ir mit sale wart gegeben. 
der künec niht lenger solde leben. 
diz was ûf sîner reise wider: 
der künec sich leite sterbens nider. 
dô truoc si crône über zwei lant: 
da erwarp si Gahmuretes hant. 
    495 
Sus git man vome grâle dan 
offenlîch meide, verholn die man, 
durch vruht ze dienste wider dar, 
ob ir kint des grâles schar 
mit dienste suln mêren: 
daz kan si got wol lêren. 
swer sich dienstes geim grâle hât bewegen, 
gein wîben minne er muoz verpflegen. 
wan der künec sol haben eine 
ze rehte ein konen reine, 
unt ander die got hât gesant 
ze hêrrn in hêrrenlôsiu lant. 
über daz gebot ich mich bewac 
daz ich nâch minnen dienstes pflac. 
mir geriet mîn vlaeteclîchiu jugent 
unde eins werden wîbes tugent, 
daz ich in ir dienste reit, 
da ich dicke herteclîchen streit. 
die wilden âventiure 
mich dûhten sô gehiure 
daz ich selten turnierte. 
ir minne condwierte 
mir vröude in daz herze min: 
durch si tet ich vil strîtes schîn. 
des twanc mich ir minnen craft 
gein der wilden verren ritterschaft. 
ir minne ich alsus koufte: 
der heiden unt der getoufte 
wârn mir strîtes al gelîch. 
si dûhte mich lônes rîch. 
    496 
Sus pflac ichs durch die werden 
ûf den drîn teilen der erden, 
ze Eurôpâ unt in Asîâ 
unde verre in Affricâ. 
so ich rîche tjoste wolde tuon, 
sô reit ich vür Gaurîûn. 
ich hân ouch manege tjoste getân 
vor dem berc ze Fâmorgân. 
ich tet vii rîcher tjoste schîn 
vor dem berc ze Agremontîn. 
swer einhalp wil ir tjoste hân, 
dâ koment ûz viurige man: 
anderhalp si brinnent niht, 
swaz man dâ tjostiure siht. 
und do ich vür den Rôhas 
durch âventiure gestrichen was, 
dâ kom ein werdiu windisch diet 
ûz durch tioste gegenbiet. 
ich vuor von Sibilje 
daz mer alumb gein Zilje, 
durch Frîûl ûz vür Aglei. 
ôwê unde heiâ hei 
daz ich dînen vater ie gesach, 
der mir ze sehen aldâ geschach. 
do ich ze Sibilje zogte în, 
dô het der werde Anschevîn 
vor mir geherberget ê. 
sîn vart tuot mir iemer wê, 
die er vuor ze Baldac: 
ze tjostiern er dâ tôt lac. 
    497 
Daz was ê von im dîn sage: 
ez ist imêr mîns herzen clage. 
mîn bruoder ist guotes rîche: 
verholne ritterlîche 
er mich dicke von im sande. 
sô ich von Munsalvaesche wande, 
sîn insigel nam ich dâ 
und vuort ez ze Karchobrâ, 
dâ sich sewet der Plimizoel, 
in dem bistuom ze Barbigoel. 
der burcgrâve mich dâ beriet 
ûf daz insigel, ê ich von im schiet, 
knappen und ander koste 
gein der wilden tjoste 
und ûf ander ritterlîche vart: 
des wart vil wênc von im gespart. 
ich muose al eine komen dar: 
an der widerreise liez ich gar 
bî im swaz ich gesindes pflac: 
ich reit dâ Munsalvaesche lac. 
nu hoere, lieber neve mîn. 
dô mich der werde vater dîn 
ze Sibuje alrêste sach, 
halde er mîn ze bruoder jach 
Herzeloyden sînem wîbe, 
doch wart von sîme lîbe 
mîn antlütze nie mêr gesehen. 
man muose ouch mir vür wâr dâ jehen 
daz nie schoener mannes bilde wart: 
dannoch was ich âne bart. 
    498 
In mine hêrberge er vuor. 
vür dise rede ich dicke swuor 
manegen ungestabten eit. 
dô er mich sô vil an gestreit, 
verholne ichz im dô sagte; 
des er vröude vil bejagte. 
er gap sîn cleinoete mir: 
swaz ich im gap daz was sîn gir. 
mîne kefsen, die du saehe ê, 
diu ist noch grüener denne der clê, 
hiez ich wurken ûz eim steine 
den mir gap der reine. 
sînen neven er mir ze knehte liez, 
Ithêrn, den sîn herze hiez 
daz aller valsch an im veriwant, 
den künec von Kucûmerlant. 
wir mohten vart niht lenger sparn, 
wir muosen von ein ander varn. 
er kerte dâ der bâruc was, 
und ich vuor vür den Rôhas. 
ûz Zilje ich vür den Rôhas reit, 
drî maentage ich dâ vil gestreit. 
mich dûhte ich het dâ wol gestriten: 
dar nâch ich schierste kom geriten 
in die wîten Gandîne, 
dâ nâch der ane dîne 
Gandîn wart genennet. 
dâ wart Ithêr bekennet. 
diu selbe stat lît aldâ 
dâ diu Greian in die Trâ, 
    499 
mit golde ein wazzer, rinnet. 
dâ wart Ithêr geminnet. 
dîne basen er dâ vant: 
diu was vrouwe überz lant: 
Gandîn von Anschouwe 
hiez si dâ wesen vrouwe. 
si heizet Lammîre: 
so ist daz lant genennet Stîre. 
swer schildes ambet üeben wil, 
der muoz durchstrîchen lande vil. 
nu riuwet mich mîn knappe rôt, 
durch den si mir grôz êre bôt. 
von Ithêr du bist erborn: 
dîn hant die sippe hât verkorn: 
got hât ir niht vergezzen doch, 
er kan si wol geprüeven noch. 
wilt du gein got mit triuwen leben, 
sô solt du im wandel drumbe geben. 
mit nuwe ich dir daz künde, 
du treist zwuo grôze sünde: 
Ithêrn du hâst erslagen, 
du solt ouch dîne muoter clagen. 
ir grôziu triuwe daz geriet, 
dîn vart si vome leben schiet, 
die du jungest von ir taete. 
nu volge mîner raete, 
nim buoz vür missewende, 
unt sorge et umb dîn ende, 
daz dir dîn arbeit hie erhol 
daz dort diu sele ruowe dol.‘ 
    500 
Der wirt ân allez bâgen 
begunde in vürbaz vrâgen 
neve, noch hân ich niht vernomen 
wannen dir diz ors sî komen.‘ 
,herre, daz ors ich erstreit, 
dô ich von Sigûnen reit. 
vor einer clôsen ich die sprach: 
dar nâch ich vlügelingen stach 
einen rîter drabe und zôch ez dan. 
von Munsalvaesche was der man.‘ 
der wirt sprach ,ist aber der genesen, 
des ez von rehte solde wesen?‘ 
,hêrre, ich sach in vor mir gên, 
unt vant daz ors bî mir stên.‘ 
,wilt du des grâls volc sus rouben, 
unt dâ bî des gelouben, 
du gewinnest ir noch minne, 
sô zweient sich die sinne.‘ 
,hêrre, ich namz in eime strît. 
swer mir dar umbe sünde gît, 
der prüeve alrêrste wie diu stê‘. 
min ors het ich verlorn ê.‘ 
dô sprach aber Parzivâl 
wer was ein maget diu den grâl 
truoc? ir mantel lêch man mir. 
der wirt sprach ,neve, was er ir, 
diu selbe ist dîn muome, 
sine lêch dirs niht ze ruome: 
si wând du soltst dâ hêrre sîn 
des grus unt ir, dar zuo mîn. 
    501 
Din oeheim gap dir ouch ein swert, 
dâ mit du sünden bist gewert, 
sît daz dîn wol redender munt 
dâ leider niht tet vrâge kunt. 
die sünde lâ bî den andern stên: 
wir suln ouch tâlanc ruowen gen.‘ 
wênc wart in bette und kulter brâht: 
si giengen et ligen ûf ein bâht. 
daz leger was ir hôhen art 
gelîche ninder dâ bewart. 
sus was er dâ vünfzehen tage. 
der wirt sîn pflac als ich iu sage. 
crût und würzelin 
daz muose ir bestiu spîse sin. 
Parzivâl die swaere 
truoc durch süeziu maere, 
wand in der wirt von sünden schiet 
unt im doch ritterlîchen riet. 
eins tages vrâgte in Parzivâl 
,wer was ein man lac vor dem grâl? 
der was al grâ bî liehtem vel.‘ 
der wirt sprach ,daz was Titurel. 
der selbe ist dîner muoter an. 
dem wart alrêrst des grâles van 
bevolhen durch schermens rât. 
ein siechtuom heizet pôgrât 
treit er, die leme helfelôs. 
sîne varwe er iedoch nie verlôs, 
wand er den grâl sô dicke siht: 
dâ von mag er ersterben niht. 
    502 
Durch rât si hânt den betterisen. 
in sîner jugent vürt unde wisen 
reit er vil durch tjostieren. 
 
 
Or te weil enjoindre et doner  
penitance de ton pechié.“  
- „Biax oncles, ensi le weil gié,  
fait Perchevax, molt de bon cuer.  
Quant ma mere fu vostre suer,  
bien me devez neveu clamer  
et je vos oncle et miex amer.“  
- „Voirs est, biax niez, mais or entent:  
Se de t’ame pitié te prent,  
si aies vraie repentance,  
et va en non de penitance  
al mostier ainz qu’en autre leu  
chascun main, si i avras preu;  
ja nel laissier tu por nul plait.  
Se tu iez en liu ou il ait  
mostier, chapele ne perroche,  
va i quant sonera la closche  
ou aincois, se tu iez levez;  
ja de che ne seras grevez,  
ainz en iert molt t’ame avanchie.  
Et se la messe est comenchie,  
tant i fera il meillor estre,  
tant i demeure que li prestre  
avra tot dit et tot chanté.  
Se che te vient a volenté,  
encor porras monter en pris,  
s’avras honor et paradis.  
Dieu aime, Dieu croi, Dieu aeure,  
preudome et preudefeme honeure,  
contre les provoires te lieve;  
c’est uns services qui peu grieve,  
et Diex l’aime par verité  
por che qu’il vient d’umelité.  
Se pucele aide te quiert,  
aiue li, que miex t’en iert,  
ou veve dame ou orfenine.  
Iceste almosne est enterine,  
aiue lor, si feras bien;  
garde ja nel laissier por rien.  
Ce weil que por tes pechiez faces,  
se ravoir veu totes tes graces  
issi com tu avoir les seus.  
Or me di se faire le vels.“  
- „Oil, sire, molt volentiers.“  
- „Or te pri que deus fors entiers  
aveques moi caiens remaignes  
et que en penitance praignes  
tel viande com est la moie.“  
Perchevax tout le li otroie;  

et li hermites li conseille  
une oroison dedens l’oreille,  
si li ferma tant qu’il le sot.  
Et en cele oroison si ot  
assez des nons nostre Seignor,  
car il i furent li greignor  
que nomer ne doit bouche d’ome,  
se por paor de mort nes nome.  
Quant l’oroison li ot aprise,  
desfendi lui qu’en nule guise  
ne les nomast sanz grant peril.  
„Non ferai jou, sire,“ fait il.  

Issi remest, et si oi  
le serviche et si s’esjoi.  
Aprés le service aoura  
la crois et ses pechiez plora.  
Icele nuit a mengier ot  
ice qu’al saint hermite plot;  
mais il n’i ot se betes non,  
cerfueil, laitues et cresson  
et mill, et pain d’orge et d’avaine,  
et iaue de clere fontaine.  
Et ses chevax ot de l’estrain  
et de l’orge un bachin tot plain.  

Issi Perchevax reconnut  
que Diex el vendredi rechut  
mort et si fu crucefiiez.  
A le Pasque communiiez  
fu Perchevax molt dignement.  

De Perchevax plus longuement  
ne parole li contes chi,  
ainz avrez molt ancois oi  
de monseignor Gavain parler  
que rien m’oiez de lui conter.

wilt du dîn leben zieren 
und rehte werdeclîchen varn, 
sô muostu haz gein wîben sparn. 
wîp und pfaffen sint erkant, 
die tragent unwerlîche hant: 
sô reicht über pfaffen gotes segen. 
der sol dîn dienst mit triuwen pflegen, 
dar umbe, ob wirt dîn ende guot: 
du muost zen pfaffen haben muot. 
swaz dîn ouge ûf erden siht, 
daz glîchet sich dem priester niht. 
sin munt die marter sprichet, 
diu unser vlust zebrichet: 
ouch grîfet sîn gewîhtiu hant 
an daz hoeheste pfant 
das ie für schult gesetzet wart: 
swelh priester sich hât sô bewart 
daz er dem kiusche kan gegeben, 
wie möht der heileclîcher leben?‘ 
diz was ir zweier scheidens tac. 
Trevrizent sich des bewac, 
er sprach ,gip mir dîn sünde hêr: 
vor gote ich bin dîn wandels wer. 
und leiste als ich dir hân gesagt: 
belîp des willen unverzagt.‘ 
von ein ander schieden sie: 
ob ir welt, sô prüevet wie. 
+
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Synopse Chrétien/ Wolfram: Parzival in der Gralsburg * Übersetzung ins Neuhochdeutsche
Synopse Chrétien/ Wolfram: Sigûne als Pietá * Übersetzung ins Neuhochdeutsche
Synopse Chrétien/ Wolfram: Trevrizent über den Gral * Trevrizent über Anfortas
zur "Funktion der Gralssuche im Parzival" * "lapsit exillis" – "lapis exilis": die Namensvarianten des Grals
+
Richard Wagner : Parsifal : Gralsszene
*+)
Quellen zum "Phönix"-Motiv:
Metamorphoses 15: Die Lehren des Pythagoras, Kosmologie; der Phoenix
Der Foinix (Phoinix) im FusiologoV (Physiologus), Herodot (Hist.) über den ägyptischen Banu=Phoinix,
Plinius: Naturalis historia 10,2, Tacitus Annales 6,28, Pomponius Mela 3,83, Isidor von Sevilla, Etymologiae 12,7
Rgveda 10,81: Das Selbstopfer des Vishvakarman (=All-Tat) in geflügelter Gestalt * Heiliger Geist in Feuerflammen
Die Phönix-Verwandlung des "kleinen Sohns" im Machandelboom-Märchen
Die Phönix-Wandlungen des "Vogels" in der Chymischen Hochzeit Christiani Rosencreutz
siehe auch: Einhorn und  Löwe im Physiologus * Dame mit Einhorn (Wandteppiche)
+
zu Flegetanis (Zabulon):
"Der Zimmermann", Stellen aus den apokryphen Kindheitsevangelien; Hiram und der Tempelbau
Die Berufe Jesu: der Zimmermann, der Arzt, der Lehrer, der König, der Dichter, der Gärtner, der Priester
"Zabulons Buch" im "Wartburgkrieg": Zabulon-Flegetanis
+
Der "köstliche Stein" (Jesaja 28,16 & Psalm 118,22) im 1.Petrusbrief * Der Gral als Stein aus der Krone der Gerechtigkeit
Heinrich von Ofterdingen, Wolfram und Klingsôr im Wartburgkrieg * Luzifers Sturz (Jes 14,12 ff)
Feire Fiz: lapsit exillis
(+*
"... noch einen Tannhäuser schuldig" * Rheingold-Travestie * lapsit exillîs (Index) * Wurzel Jesse
al-Qur'ân: apokalyptische Suren * Suren 3 Jesus "das Wort" * Sure 24: Gott ist das Licht
Moschee in Cordoba * Alhambra in Granada * Taj MahalS.T. Coleridge: Kubla Khan
Nietzsche: Raffaels "Transfiguration"Marius Victorinus: Trinität * Proklos * Pascal: l'infini * Leibniz: Monaden
Böhme: Aurora * Chym. Hochzeit * Van Eyck: Genter Altar * Schatzhöhle * Genesis 2&3 * Venus-Geburt * Rgveda
Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? / Theosophie * Meditation und Mantren
Requiem: Dies irae * Novalis, Schelling * Johannesevang.: Hochzeit zu Kana; 5 Brote und 2 Fische * Pfingsten
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Perlenlied * Isenheimer Altar * Qumran: apokalyptische Geburtswehen * Hebräerbrief: Christus ist Priesterkönig
Censorinus: De die natali / Der Tag der Geburt: Sphärenharmonie, Weltenjahr und Kalender
William Blake : Songs of Innocence and of Experience : The books of Thel : of Urizen : of Ahania : of Los
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