Hans Zimmermann
geb. 23.4.1955 in Köln;
lebt seit 1996 als Lehrer in Görlitz
M.A. in Philosophie, Indologie und Religionswissenschaften
(Bonn)
1.
und 2. Staatsexamen, Fächer: Latein und Geographie (Vechta)
Das bedeutet: Ich bin in den
Schriften der Philosophie
und in den Basissprachen der Hochkulturen (Hebräisch,
Sanskrit, Griechisch,
Latein), also in der klassischen
Philologie (das ist griechisch für "Zuvielrede, Phrasenliebe,
Geschwätz") zuhause. Also
in all dem, was die zwölf Körbe dieser 1600 Internetseiten füllt.
Von Platons
Dialogen zu Kant,
von altindischen Texten,
von Buddhareden und
Vedanta-Scholastik
zu Novalis; erst
ganz spät bemerkte ich die Mitte, die zentrale Person in der Synthese
von Kant-Exegese und Maya-Theorie, von Erscheinungswelt und Vishnus
Traum: Schopenhauer.
Musik als Zeitstruktur
der Gefühls-Substanz, des erscheinenden Dings an sich, also des Willens
selbst. Eine Form der Willenswogen und Wellen. Der alte Wagnerianer des
Parsifal-Kommentars im "lapsitexillis"
kannte und genoß die Maya-Diskussion im
zweiten Akt des Tristan, und das Verwehen Isoldes im Nichts, "in
des Weltatems wehendem All, versinken, ertrinken, unbewußt, höchste
Lust"; dieser berauschte Hörer las doch lange schon Shankara,
übersetzte Buddha,
die Mystik der Bhagavad-Gita,
rückte Nietzsches "Geburt
der Tragödie" in den Korb ein, der "mosaiken" heißt. Die
Mitte von all dem ist Schopenhauers "Welt als Wille und Vorstellung",
das Richard Wagner in einem einzigen Jahr viermal hintereinander gelesen
hat. Und dann schrieb er den Tristan: "SELBST
dann bin ich die Welt!" Und eben nur eines, dasselbe Selbst beider
(wie aller): In dem sehnsüchtigen Sog der Magd auf dem Bewußtseins-Wachturm,
wie Isolde und Tristan sie hören: als hörten wir Brangänes
"Wache" in der todestief-berauschten Trance der dahinschmelzenden Liebenden.