homoia
estin hê basileia tôn ouranôn kokkôi
sinapeôi hon
labôn anthrôpos espeiren
en tôi agrôi autou
13:32
ho mikroteron men estin pantôn tôn spermatôn
hotan
de auxêthêi meizon tôn lachanôn estin kai
ginetai dendron hôste
elthein ta peteina tou ouranou kai kataskênoun en tois kladois autou
aliam parabolam proposuit eis dicens
simile est regnum caelorum grano sinapis quod accipiens homo seminavit in agro suo quod minimum quidem est omnibus seminibus cum autem creverit maius est omnibus holeribus et fit arbor ita ut volucres caeli veniant et habitent
in ramis eius
Ein
anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sagte:
Gleich
ist das Königreich der Himmel einem Senfkorn, das
ein Mensch nahm und
säte es in seinen Acker -
dies
ist zwar das kleinste von allen Samen, wenn
es aber gewachsen ist, ist es größer als alle Kräuter und
wird ein Baum, so
daß die Vögel des Himmels kommen und wohnen in seinen Zweigen.
1.
Das Senfkorn ist die unendlich auslegungsfähige Schrift
Heilige
Schriften, heilige Texte eines jeden Kulturraums sind die Basisschriften,
Basistexte, auf denen und aus denen sich die sprachlichen
Selbstvermittlungen des Bewußtseins und dann auch ganze
Literaturen nähren und entfalten, indem sie jene Basisschriften
deuten, vielfach, in allen Ebenen, unter immer neuen Aspekten. Heilige
Schriften konzentrieren sich zunächst senfkornartig in didaktischen
Formeln, Formulierungen, Sprüchen, Versen (wie eben diesen hier),
dann sprießen sie in ihren Deutungen auf neuer Ebene aus, zweigen
reich aus zu Erkenntnisbäumen, selbstvermittelten Lebensbäumen,
so groß, daß die himmlischen Verwirklichungen, Erfüllungen
und Erkenntnisse darin Frucht bilden und auch die Flattergedanken des Verstandes,
die solche Früchte
ansonsten schon auf dem Wege zu verzehren drohen, in ihren Zweigen
und Schattennischen wohnen können - so ist diese spruchphörmig
kleine Parabel wie auch die anderen Kurzgleichnisse in Matthäus 13
("Gleichnisse am See") durchaus eine Selbstabbildung aller heiligen
Schrift in sich selbst, ein Senfkorn, kleinster Same, dichteste Konzentration
in die Grundchiffre, also zugleich "Korn des Korns", Kern der Kerne, logos
spermatikos. Einen
Erkenntnisbaum
innerhalb dieses gesamtliterarischen Lebensbaumes bildet die typologische
Exegese, die Motiv-Metamorphose, die Entfaltung sinnhaltiger Imaginationen
und die Deutung dieser ausgefalteten Bilder auf ihr keimartiges Grundmotiv
hin; die entsprechende Wandlung und Weitergestaltung der archetypischen
Keime durch ihre Ausprägungen, die "Ektypen", ist vergleichbar den
lebendigen Metamorphosen der Blätter in der Pflanze oder der Artgestaltungen
in der Evolution, vergleichbar auch den Organabkapselungen in der Differenzierung
der embrpsonalen Keimanlagen bei Tieren und Menschen: Die in den Basisschriften
der Kultur angelegten Grundmotive werden in den darauf aufbauenden Reflexionen
zu Ektypen ausgefaltet und ausgestaltet – oder die früheren, archaischen
Metamorphosen des Motivs werden als Ektypen eines verborgeneren Archetypos
gedeutet, der erst durch Passion und Auferstehung substanziell, sinnlich-konkret
und ausführlich-tätig aufgeht: Dieser autohermeneutische Auslegungsprozeß
bildet die eigentliche Keimbahn des geistigen Lebens der Kultur, des erkenntnisorientierten
Gesprächswechsels, der Entfaltung, Gestaltung, Konkretisierung des
Heiligen:
Nun:
Diese Gesamtauseinandersetzung und die ihr immanente Metamorphose der typologischen
Aus-Legung, Ex-Egese – in die knappe Laut-Buchstaben-Kombination der sieben
Zeilen gepackt, Leben verschlossen in die Schale des toten, objektiven,
optisch gefrorenen Textes – "Buchstaben?
Nächte in den Tag geprägt, damit die Tage ihren Sinn erblicken!" Das
kleine Ding, "kleine Form" – dieses unscheinbare Textkorn hier – ist allerdings
kein totes Steinchen; es mag sich im Rezeptions-Feld verlieren, es mag
in einem Vergessenheitsdurchgang, in historischem Schlaf, Verkennungs-Trance
oder Mißachtungs-Tod verloren gehen – ein hartes Steinchen bloßer
Buchstaben-Objektivität ist und bleibt es jedoch nicht: es lebt, trägt
den Keim in sich, den schöpferisch-inspirativen: Erwartungsoffenheit
und informative Mitteilung greifen ineinander, Sprecher und Hörer,
voraussetzungsvolle Frage und Voraussetzungen aufschließende Fragevertiefung,
denn der Keim offenbart die Kräfte des Ackers und der Acker gibt sich
der Ausformung des sprießenden Gewächses hin, als seien beide,
die offene Aufmerksamkeit des Hörers und die Sinnorientierung des
Sich-Mitteilenden, ineinander gesät: Keimbahn des Sinns im Gesprächswechsel,
Keimbahn des Staunens im lebendigen Lernen, Erkennen, das seine Formulierung
suchende Sich-Mitteilen, in dessen Zweigen die Verstandeserkenntnisse nisten,
die fruchtfressenden, flatterigen "Vögel des Himmels" in den Wort-Nestern:
Gewiß ist dies "kurzer Worte langer Sinn".
2.
Das Senfkorn ist Ein-und-Alles, zum Punkt konzentriert
Heilige
Schriften sind somit Texte von unendlicher Bedeutungstiefe: Sie formulieren
in konzentriertester Dichtung letztendlich ALLES, das unbegrenzbare Ganze,
das "All" – nein, nicht nur das räumliche, sondern auch das Umgreifende
der unräumlichen Ursachen, der seelischen und geistigen Kräfte,
Willensregungen und Entwicklungen, in die die räumlich-geschichtliche
Erscheinungswelt eingebettet ist wie eine Luftblase ins Wasser, solange
sie noch in dem dichteren Medium aufperlt. Die Substanz schöpferischer
Verwirklichung ist in sich dichter als der nach Vollendung, Verwirklichung,
Erfüllung hungernde Hohlraum der sinnlich empfundenen Objektwelt. "Königreich
der Himmel" ist die weltumgreifende Welt, wo der allschöpferische
Wille "ist", sich erfüllt, verwirklicht findet und in Fülle und
Überfülle dann auch überströmt, in die Welt der offenen
Möglichkeiten Schicht um Schicht hinab, hinein, hindurchdrängt,
hart an die Grenze des Unmöglichen anbrandet, – denn
Größer
als der unendliche Raum sind die Himmel, die von sich seiender Hingabe
und sich
wissender Erkenntnis erfüllten; größer als die Weltenblase
der Erscheinungen und der Erinnerungsrahmen der Erfahrung ist schon das
sie umgreifende Bewußtsein, das den Empfindungen Raum gibt, sie datiert,
in Beziehung setzt, begreift. Und nun: Dieses allumgreifende All ist gleich
einem Senfkorn, konzentriert in das Kleinste, in einen Punkt.
"Mein
Erbteil wie herrlich, weit und breit! Die
Zeit ist mein Besitz, mein Acker ist die Zeit."
Johann
Wolfgang von Goethe, West-Östlicher Divan, Hikmet Nameh (Buch der
Sprüche), Nr.12
Ins
Offene der Freiheit, der Verfügungsgewalt über die Zeit, in die
Zukunft sät der Mensch sich ein, sät die zur Persönlichkeit
konzentrierte Welt, sät das Königreich der zum Senfkorn punktualisierten
Himmelsphären in seinen Acker. Da geht es in seiner Handlung auf,
in der sich auswirkenden Veränderungskraft, im Feld des sich verwirklichenden
Willens, der in seinen Wirkungsverzweigungen immer neue Welten treibt und
neue Früchte.
3. Das Senfkorn ist das
"Es werde"
Platons
Timaios gibt uns das Grundmuster, dem gemäß alle Schöpfung
die ektypische Ausfaltung göttlicher Archetypen darstellt. Im Johannesevangelium
ist der Sohn selbst diese "Ausprägung", Aus-Legung
des väterlichen Tuns: eben nicht bloß als handwerklich die
Urideen ausarbeitender Demiourgos, sondern als organisch-tätige Entfaltung
des Sinns
durch die ausführlichen sieben "Zeichen"
und die sieben ICH-BIN-Worte,
schließlich durch die "Bio-Graphie", die Lebens-Schrift des Erstgeborenen
von den Toten. Hier gehen die Ektypen zeitlich voraus: Der Archetypos,
der Logos des Schöpfungskeims, erscheint erst in der Auferstehung
- so auch die Synoptiker: "am
ersten Tage, da die Sonne aufging". Das Schöpfungswort,
der LOGOS,
durch den alles
hervorgekommen ist aus der Archetypik
des Vaters, das jehij
der 'älohijm,
siebentagig entfaltet aus dem Jetzt, zusammengezogen zum Leib Christi und
in die Erde gesät, dann wieder neugeboren in der Oster-Erfahrung der
Schüler, pfingstlich wachsend und auszweigend in der Geist-Inspiration
der Angehauchten,
der beseelten, begeisterten, in Flammenzungen redenden Gesandten
- das kontinuierlich konzentrierte, aufkeimende und sich in Handlungen
entfaltende Schöpfungswort verwirklicht sich am Ende aller Zeit, an
dem einen, einzigen Ende der Zeit – im Hier und Jetzt – gemäß
dem logos
spermatikos:
Soweit
also der Extremansatz: Demnach ist das allumgreifende Ganze in einen Punkt
konzentriert, in den ewigen Keimpunkt des Jetzt, gesät in die Verfügungsgewalt
über die Zeit, in das Offene der Zukunft, in die Willensfreiheit des
Handelnden. Die Substanz der aufgehenden Saat ist Handlung, sich umsetzender
Wille, Verwirklichung "wie im Himmel so auf Erden". Mit
anderen Worten: Das Senfkorn ist Individualisierung des allumfassenden
himmlischen Bewußtseins im einzelnen Menschen, der zur individuellen
Persönlichkeit zusammengezogene – ursprünglich weltumspannende
– Himmel, der – als Wachbewußtsein noch immer allumspannende – Punkt
des ICH eines jeden in permanenter Jetzt-Geburt. In Christus ist es allumgreifend
und vergegenwärtigt den ganzen Vater ganz, die gesamte Ewigkeit im
Jetzt; unser körperverschlossenes Wachbewußtsein ist in seiner
biographischen Vergangenheitsperspektive eher noch dämmerhaft:
charissimi
- nunc filii Dei sumus - et nondum
apparuit quid erimus
Geliebte
- nun sind wir Söhne Gottes -
und es ist noch nicht erschienen was wir sein werden".
1. Johannesbrief
3,2
Der
ins Unendliche ausgreifenden Spannung dieses Ansatz eingelagert sind alle
Konzentrationen des "himmlischen" umgreifenden Ganzen, die das Senfkorn
nicht so koordinatenhaft zum bloßen ausdehnungslosen "origo"-Punkt
im Scheitel der Parabeln oder zur Y-Achse (senkrecht zum Zeitenstrahl)
zwischen den Hyperbeln einer vergangenen Erscheinungswelt und einer zukunftorientierten
Handlungswelt abstrahieren, sondern zu einem in sich bestimmteren Strukturschlüssel
– z.B. Sprache und Schrift – oder einem qualitativ bestimmten Inhalt –
wie die Gefühlsfarben der Frömmigkeit und die Schönheit
des Schöpferischen – verdichtet sehen.
4.
Das Senfkorn ist Sprache und Schrift
Friedrich
von Hardenberg (Novalis),
Blüthenstaub, Aphorismus Nr. 2
Zur
Erläuterung dieses Novalis-Spruchs über die "Konzentrizität
des Geisterreichs": Die
"vier Buchstaben", die Gott bezeichnen, sind gewiß auch die vier,
die im Deutschen zur Bezeichnung des Unbezeichenbaren verwendet werden,
auch im Namensersatz "HERR" (englisch "LORD"), traditionell aber der unaussprechliche
Name des "Seienden" im Tetragramm – JHWH
-, im Griechischen die vier Buchstaben Th-E-O-S,
im Lateinischen DEUS. In spirituell-symbolischer Hinsicht bildet das vierfache
ZÔON
der Apokalypse
aus Mensch-Stier-Löwe-Adler
den Thron Gottes – und soll er so auf seinen "vier Buchstaben" thronen,
wie man im Deutschen zu sagen pflegt? Immerhin
ruht auch das Evangelium auf diesem astralischen Himmelskreuz auf. "Konzentrizität",
Verdichtung, Zusammenziehung auf ein Zentrum hin, auf einen Punkt – Fluchtpunkt,
Mittelpunkt, Angelpunkt – ist eben der Schlüsselbegriff dieses Aphorismus,
der unserer Verdichtung des Himmelreiches zum "Senfkorn" entspricht. "Dynamik"
ist das alte Wort für die physikalische "Mechanik", wie wir heute
sagen würden, also für die Bewegungslehre – hier natürlich
nicht auf die Physik beschränkt, sondern fast noch aristotelisch
als Lehre von bewegenden und bewegten Kräften, als Verhältnisse-System
der Bewegungsfortpflanzung und vor allem ihrer weisheitsvoll-effektiven
Wirksamkeit. Die
"Sprachlehre", die Logik der Grammatik bzw. Syntax, und natürlich
auch die symbolgetragene Sinnverdichtung der semantischen Sprachdimension
(in den "Wörtern"), zeigt das intelligente Verursachungs- und Wirkungs-System
der Kommunikations-Welt der denkfähigen, sprachfähigen Wesen
auf – und das sind uns eingeschlossen alle Geist-Wesen, alle denkenden,
einander vernehmenden, inspirierten und einander inspirierenden "Geister",
Ideen-Sonnen, Genauigkeits-Sterne – – wo die kleinst-konzentrierten
Ursachen (Infixe und Suffixe, Satzgliederung durch Konjunktionen und Relativpronomina,
Spannungsgefüge des Satzbaus, semantische Pointen, die pragmatische
Dimension der Imperative und Konjunktive usw. usw.) die weitest-ausgreifenden
Wirkungen mit den winzigsten Mitteln verwirklichen; dies entspricht dem
Wachstum des Senfkorns und der Größe des "Baumes" im Gleichnis. Strukturelle
Intelligenz spart Material – je klüger, desto sparsamer, effektiver,
wirkungsreicher – und bewegt als Formursache die von ihrem Keimkonzentrat
frisch austreibenden Welten so, wie eine individuelle Persönlichkeit
ihren Leib und ihre Arbeitsumgebung organisiert. Im Grunde ist alle strukturelle
Intelligenz eine Art von sprachlicher Grammatik – das ist die Aussage dieses
Aphorismus – und entspringt dem Prinzip der semantischen Bedeutungsverdichtung
in den einzelnen Begriffen, insbesondere auch in den pragmatisch "treibenden"
Schlüsselwörtern der Sprache. Und
daß dann so ein zündendes Schlüsselwort wie "Freiheit"
ganze Nationen bewegt, ist dem Autor im Jahre 1797 insbesondere durch die
Französische Revolution bewußt.
5.
Das Senfkorn ist Christus
Das
durch Tod und Eucharistie in den Menschen gesäte Schöpferwort,
das österlich in den liebevollen Handlungen der von ihm Begeisterten
aufgeht. Immer
verwandelt sich die von uns aufgenommene Nahrung in unsere Leiblichkeit
hinein und in die Energie unserer Lebensprozesse und Handlungen, in allen
Schlaf-, Traum-, Wachheits-Schichten von Bewußtsein und Eigenaktivität. Der
Nahrungsspender und eben derjenige, der sich selbst uns in Brot, Fisch
und Wein zur geistigen, seelischen und auferstehungsleiblichen Nahrung
gegeben hat, dem opfern wir wiederum unsere Leiber, Lebensprozesse und
Gemütsregungen in fortwährender Tat-Handlung: So schließen
sich die Kreise der Kreise.
6. Das Senfkorn ist das
Leben selbst
Wie jedes Samenkorn
– und jedes Samenkorn-Gleichnis – findet der Lebensprozeß
eine Selbstabbildung im gesäten, keimenden, wachsenden, vom Kleinsten
ins Große entfalteten Senfkorn, indem
jeder Organismus eine Selbstabbildung des gesamten Lebens darstellt und
in seinen Teilen diese Selbstabbildung fortsetzt: Die Entfaltung des
irdischen Lebens in der Evolution ist darin ebenso abgebildet wie die Konzentration
der gesamten Evolution in der Frucht, im kleinen, hier im "kleinsten" Korn.
Von diesem konzentriertesten Zustand aus entfaltet es sich wieder neu ins
Ganze.
7. Das Senfkorn ist das
heilende Wort
Vor allem in der Situation,
in die das Lukas-Evangeliumdieses Gleichnis
hineinstellt – Sabbat-Heilung
der in ihrer Verkrümmung erstarrten Frau – verdeutlicht sich das
Lebenskonzentrat und die Lebensmitteilung seiner Heilkraft. Die einzelnen
Heilungen tragen den Gesamt-Lebensheilungs-Prozeß von Passion und
Auferstehung in einzelne Motive, Situationen, Charaktere und Individualitäten
hinein. Die stärkste Konzentration des heilenden Wortes ist die des
Todesdurchgangs, der Tod-Überwindung, die in jeder einzelnen Heilung
mit enthalten ist. Die Erstarrung und Verkrümmung der Frau, die schon
seit 18 Jahren andauert, wird inmitten des Sabbats geheilt, sie lebt aus
der Verhärtung wieder auf, richtet sich auf. In eben denselben Zusammenhang
stellt Lukas auch das folgende Gleichnis, das Gleichnis von der Veränderungskraft
des Lebens, das "die Frau" in der Nahrung "verbirgt", in der Brotzubereitung.
13:33
allên parabolên [elalêsen autois]
homoia
estin hê basileia tôn ouranôn zumêi hên
labousa gunê enekrupsen eis aleurou sata tria heôs
hou ezumôthê holon
aliam parabolam locutus est eis simile est regnum caelorum fermento quod acceptum mulier abscondit in farinae
satis tribus donec fermentatum est totum
Ein
weiteres Gleichnis sagte er ihnen: Gleich
ist das Königreich der Himmel einem Sauerteig, den
eine Frau nahm und in drei Maß Mehl barg, bis
daß durchsäuert war das Ganze.
Indirekt
ist zwar auch hier das Wachstum, das Aufleben und Aufgehen zu Größerem
mit angesprochen, aber mit der Fermentierung des Mehls liegt die Betonung
eher auf der Veränderung, der Verwandlung, dem "Aufschließen"
des Mehls durch die Säuerung. Die
inneren Wandlungen des persönlichen Bewußtseins, des Gefühls-
und Willenslebens sind damit hier eher angesprochen als die quantitativen
Extreme der Gesamtsituation wie oben.
13:44
homoia estin hê basileia tôn ouranôn thêsaurôi
kekrummenôi en tôi agrôi
hon
heurôn anthrôpos ekrupsen kai
apo tês charas autou hupagei kai pôlei [panta] hosa echei kai
agorazei ton agron ekeinon
simile est regnum caelorum Thesauro abscondito
in agro quem qui invenit homo abscondit et prae gaudio illius vadit et vendit universa
quae habet et emit agrum illum
Gleich
ist das Königreich der Himmel einem Schatz, verborgen in einem Acker, den
ein Mensch, der ihn fand, verbarg; und
vor lauter Freude dessen geht er und verkauft alles, was er hat, und
kauft jenen Acker.
13:45
palin homoia estin hê basileia tôn ouranôn [anthrôpôi]
emporôi
zêtounti
kalous margaritas
13:46 heurôn
de hena polutimon margaritên
apelthôn
pepraken panta hosa eichen kai
êgorasen auton
iterum simile est regnum caelorum homini negotiatori quaerenti bonas margaritas inventa autem una pretiosa margarita abiit et vendidit omnia quae habuit et emit eam
Wiederum
gleich ist das Königreich der Himmel einem Kaufmann, der
schöne Perlen suchte; als
er aber eine kostbare Perle fand, ging
er hin und verkaufte alles, was er hatte, und
kaufte sie.